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Artikel vom 22. 02. 2012

Das 4. Semester an der Medizinischen Universität Graz

Der letzte Schritt zur Klinik

Julian Wenninger

Das vierte Semester wird von vielen Studierenden der Medizinischen Universität Graz ehrfurchtsvoll als "Pathosemester" bezeichnet. Doch die Belohnung für den großen Lernaufwand ist zum Greifen nah: Der Übertritt in die klinisch-praktischen Semester.

Übersicht


Die drei großen FächerNach oben hoch

Das vierte Semester teilen sich drei Fächer: Die Pathologie, die Pathophysiologie und die Pharmakologie.

Im Detail nennen sich die Module:
Modul M10 - Krankheitsdynamik
Modul M11 - Grundkonzepte zur Krankheitslehre
Modul M12 - Therapeutische Intervention

In jedem dieser fünfwöchigen Module wird je eines der großen drei Themen beleuchtet, während die beiden anderen eine untergeordnete, aber dennoch wichtige Rolle spielen.


Das Wichtigste: LernenNach oben hoch

Das Lernpensum in diesen fünfwöchigen Blöcken ist hoch, auf die kurze Dauer gerechnet vermutlich sogar das höchste des gesamten Studiums.
Stetiges Mitlernen ist selten so wichtig wie hier. Das liegt auch daran, dass die entsprechenden Fächer im alten Curriculum zwei ganze Semester nur für sich beanspruchen durften und mit einer großen Rigorosenprüfung abgeschlossen wurden. Im Zuge der Umstellung des Curriculums wurden diese aber zur "Zwischenklinik", die die ersten zwei Semester der Vorklinik mit den weiteren acht Semestern der Klinik verbindet.

Folgende veranstaltende Institute veröffentlichen Stichwortlisten zu den Klausuren, die unbedingt beachtet werden müssen: Das Institut für Pathophysiologie und Immunbiologie, das Institut für Pathologie und das Institut für experimentelle und klinische Pharmakologie. Wer sich nicht an die Listen hält, dem droht die Gefahr, sich in einem der dicken Wälzer zu "verlernen".


Nicht zu vergessen: Seminare und ÜbungenNach oben hoch

Dabei darf man jedoch nicht vergessen, sich auch auf die Seminare und Übungen vorzubereiten. So stehen beispielsweise im Modul 10 - Krankheitsdynamik, Rezeptierübungen, histologische Mikroskopie und gerichtsmedizinische Obduktionen auf dem Plan. Diese Seminare und Übungen sind die Zulassungsvoraussetzung zur Fachprüfung und müssen daher bestanden werden.


Lern- und LiteraturtippsNach oben hoch

Ein besonderer Lerntipp als Alternative zum klassischen Auswendiglernen, sind Merksprüche und Eselsbrücken. Dabei gilt: je kreativer, desto besser! Stehen beispielsweise am "Fenster Salbe und Teer", könnte es sich dabei um einen originellen Merksatz für die kurzwirksamen ß-2-Sympathomimetika Fenoterol, Salbutamol, Terbutalin handeln.

Weitere Eselsbrücken gibt es auf Via medici online:

   Externer Link Eselsbrücken

An Literatur sind den Studenten die Vorlesungspräsentationen der Lehrenden ans Herzen zu legen. Aufgrund der Dichte des Stoffes bleibt selten Zeit, um sich mit telefonbuchartigen Fachbüchern Wissen anzueignen. Vielmehr ist eine Kombination aus Vorlesungspräsentationen, Mitschriften und Repetitorien zu empfehlen. Bei akutem Bedarf sind Nachschlagewerke jedoch indiziert.

Sollte man wieder erwarten die Prüfung nicht bestehen, ist das Mittel der Wahl die gründliche Prüfungseinsicht. Alle Unterlagen außer den MC-Fragen dürfen kopiert werden. Das klärende Gespräch mit den Prüfern ist oftmals hilfreich zum Verständnis, manchmal kann dabei auch noch ein Punkt gefunden werden.

Wer sich jedoch durchgebissen und durchgehalten hat, dem winkt als Belohnung der Übertritt in die klinisch-praktischen Semester.

 

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