Der mündlich-praktische Teil der 2. Ärztlichen Prüfung
Patientenanamnese und Untersuchungstechniken werden geprüft
Claudia Wengert
Im Schatten des neuen Hammerexamens schlummert eine neue Form der mündlichen Prüfung. Wir machten uns vorerst nur Gedanken um den schriftlichen Teil. Doch spätestens zur Ladung der mündlichen Prüfung fiel uns auf, dass sich auch hier etwas geändert hat. Über zwei Tage erstreckt sich dieser Abschnitt der 2. ÄP und beinhaltet einen praktischen Teil.
Übersicht
| Treffen mit den Prüfern | hoch |
Die mündlich-praktische Prüfung über 2 Tage ist noch nicht bei allen Prüfern ins Bewusstsein getreten. Viele sind überrascht und uninformiert über die neue Examensform. Die Auslegung der Informationsbroschüre über das Prüfungssystem des LPAs erweist sich für die Ärzte als schwer verständlich. Obwohl einige Prüfer die halbjährliche Informationsveranstaltung über diese neue Prüfung besucht haben, herrschen dennoch Unstimmigkeiten. Leider trägt diese Unsicherheit die Folge, dass die Examenskandidaten unterschiedliche Handhabungen über den Prüfungsablauf hören. Und diese ändern sich bei jedem weiteren Treffen mit einem Prüfer.
| Patientenfälle und Epikrisen | hoch |
Es ist wichtig, sich bei den einzelnen Prüfern vorzustellen. Viele Ärzte geben den Examenskandidaten einen Patienten zur Vorbereitung. Nach der neuen Ordnung erhält jeder Prüfling mindestens einen Patienten am Prüfungstag bzw. einen Tag vorher, über den er eine schriftliche Epikrise anfertigt. Da der erste Tag dem praktischen Teil der Prüfung vorbehalten ist, werden die vorbereiteten Patienten am zweiten Tag besprochen. Hier gilt es wie in einer Visite, die Patienten mit den wichtigen Fakten knapp zu präsentieren. Viele Ärzte orientieren sich an der Epikrise. Ihre Fragen richten sich häufig nach der Diagnose und den Nebendiagnosen.
| Was ist eine Black Box? | hoch |
Eine Black Box ist ein Patient, den die Kandidaten während der Prüfung zum ersten Mal sehen. Vor der Prüfungskommission wird bei diesem Patienten eine zielgerichtete Anamnese durchgeführt. Daraufhin erfolgt eine körperliche Untersuchung. Während des ersten Tages fragen die Prüfer interdisziplinär über den unbekannten Patienten. Diese Fragen richten sich dabei eher auf praktische und diagnostische Untersuchungen, die den Weg zur Diagnose bilden.
| Nur mal auf den Bauch drücken! | hoch |
Der praktische Teil sollte nicht unterschätzt werden. Viele Prüfer vertreten die Ansicht, dass Ärzte nicht alles wissen. So ist es nicht verwerflich, in der Prüfung auf eine Frage mal nicht Antworten zu können. Andererseits gehören Untersuchungen zu den Grundlagen des Arztberufes. Ein Examenskandidat, der einen Emphysempatienten nicht ordentlich untersuchen kann, hat ein Problem. Bei den Untersuchungen kommt es nicht darauf an, z.B. eine Klappenstenose auszukultieren. Dafür ist Erfahrung notwendig. Vielmehr achten die Prüfer auf die korrekte Untersuchungstechnik und die Verbindung der erhobenen Befunde mit einer Verdachtsdiagnose. Auch werden das Auftreten des Prüflings und die gezielte Anamnese mit in die Wertung genommen.
| Nicht vergessen: das Gruseln! | hoch |
Auch bei dem neuen Examen sind Prüfungsprotokolle für die Vorbereitung unerlässlich. Die Examensprotokolle bekommt ihr beim Gruselkabinett in der Villa Gabrecht (erster Stock). Die Öffnungszeiten werden wöchentlich auf folgender Internetseite veröffentlicht:
Öffnungszeiten des Gruselkabinetts
| Ich wünsche Euch viel Glück beim Examen! |
| Erfahrungsbericht | hoch |
Vielen fehlt immer noch die Orientierung, wenn sie sich auf die schriftliche Prüfung für die 2. ÄP vorbereiten wollen. Das Examen ist immer noch neu, was für Unsicherheit sorgt - zudem werden die Fragen bisher nicht veröffentlicht. Noch schlimmer!
Doch jeder hat sich ja im Laufe seines Studiums Lernstrategien zurechtgelegt. Mein Tipp: nicht so viele Gedanken machen, sondern so lernen, wie ihr immer gelernt habt - die ÄP-Bücher durchgehen, in einem Kurzlehrbuch lesen und vor allem ehemalige 2. Staatsexamenfragen kreuzen.
Artikel von Juni 2007
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