Medizinstudium
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| Von Anfang an |
Also, es ist gar nicht so schlimm, dass Du nach Homburg gekommen bist. Denn erstens findest Du an wenigen Unis in Deutschland bessere Bedingungen für die Vorklinik und zweitens ist es auch gar nicht so schwer, nach vier Semestern zu wechseln, wenn Du dann immer noch weg willst (was aber die wenigsten dann noch wollen).
Homburg bietet zum einen relativ überschaubaren Campus, da alles konzentriert auf dem Klinikgelände zu finden ist und man nicht erst durch die halbe Stadt flitzen muss, wenn man von der Biochemievorlesung ins Anatomieseminar will, zum anderen lernt man in Homburg wahnsinnig leicht andere Leute kennen. Und im ersten Semester sind ja Kontakte mit das Wichtigste um sich richtig einzuleben.
Da das Freizeitangebot nicht so groß ist, dass man sich abends aus dem Weg gehen kann, trifft man immer wieder auf Medizinstudenten. Das kann mit den Jahren sicher nervig sein, aber am Anfang ist das von Vorteil. Aber dazu später mehr.
| Viele Wege führen nach Homburg |
Also, nur noch einmal zur Information: die Uni des Saarlandes mit Hauptsitz in Saarbrücken hat ihre medizinische Fakultät in Homburg. Das hat historische Gründe und sowohl Vor- als auch Nachteile, aber das ist ein anderes Thema.
Um hierher zu kommen gilt: Homburg ist gut aus allen Richtungen über die Autobahnen zu erreichen.
Aus Richtung Stuttgart z.B.: über die B10 und dann bei Pirmasens auf die A8. Entweder bis zum Neunkircher Kreuz fahren und dann auf die A6, Richtung Mannheim, die Abfahrt Homburg nehmen, oder aber schon die Abfahrt Limbach nutzen, dann über die Landstraße in die Stadt fahren.
Aus Osten am besten direkt über die A6 kommen. Das bietet sich auch an, wenn man z.B. aus dem hohen Norden über die A3 gekommen ist.
Wer aus der Kölner Ecke kommt , der nimmt am besten die A61 bis Mendig, dann über die Schnellstraße nach Mayen, von hier auf die A48 Richtung Trier, diese wird automatisch zur A1. Am Saarbrücker Kreuz dann auf die A8 wechseln. Auch hier gilt: entweder am Neunkircher Kreuz auf die A6 oder nach dem Kreuz die Abfahrt Limbach nutzen und den kürzeren Weg über die Landstraße nehmen.
Wer die offizielle Abfahrt von der A6 nutzt, muss quasi nur auf der breiten Hauptstraße geradeaus in die Stadt fahren, irgendwann wird nach links Uniklinik beschildert. Kommt man von der Abfahrt Limbach fährt man immer der Landstraße folgend durch Limbach in die Stadt (ca. 4 km), bis man an einer großen Kreuzung nach rechts auf die breite, zweispurige Hauptstraße abbiegt. Dieser folgen, wie oben: Uniklinik ist beschildert. Am besten im kostenfreien Parkhaus parken, denn vor 16:00 Uhr kommt man eh nicht mit dem Auto aufs Gelände. Von hier aus laufen oder den Klinikbus nutzen (AUCH kostenlos).
Wer mit dem Zug kommt: der Hauptbahnhof liegt ein gutes Stück von der Uniklinik weg. Laufen ist also eher ungünstig. Es fahren aber regelmäßig Busse (Linien S1 Richtung Kirrberg/Uniklinik und S2 Richtung Birkensiedlung).
Wer im Privatjet kommt, muss sich selbst um die Weiterfahrt nach Homburg kümmern. Ich glaube nicht, dass es eine Landeerlaubnis auf dem Klinikgelände gibt :-)
| Angekommen - was nun? |
Als erstes solltest Du Dich immatrikulieren, ab dann läuft alles besser.
Zum einen geht das in Saarbrücken selber, oder aber auch in Homburg. Bitte achte auf den Brief von der Uni, dort steht genau drin, wie und wo in diesem Jahr die Immatrikulation in Homburg möglich ist. Die Modalitäten der Immatrikulation ändern sich leider häufig - im letzten Semester ging die Immatrikulation nur per Post.
Direkt am Eingang des Klinikgeländes steht eine große Tafel mit einem Lageplan, dort kann man sich über die Lage der einzelnen Gebäude informieren. Kleiner Tipp: Dekanat/Außenamt befinden sich vom Haupteingang kommend erste Straße links, der Rechtskurve folgen und dann direkt auf der linken Seite. Es sind zwei spiegelverkehrt aussehende Häuser, links das Dekanat, rechts das Außenamt.
Die Mensa befindet sich die vierte Straße rechts, vor den Tennisplätzen links und dann geradeaus. Das Ersten was man von der Mensa dann sieht ist die CAFETE (hier kann man sich dann erstmal mit dem Kaffee stärken). Wenn man einmal um das Gebäude geht findet man an der Längsseite, im linken Eingang, erste Etage das AStA-Außenbüro und die Fachschaft, im mittleren Zugang die Mensaräume und rechter Eingang, erster Stock, das Studentenwerk.

Denk auch bitte dran, alle im Brief geforderten Unterlagen mitzunehmen (Geburtsurkunde, Abi-Zeugnis, Nachweis über die Krankenversicherung, Überweisungsbeleg für den Sozialbeitrag etc).
| Der Kleinkram |
Dazu zählen die UdS - Karte, die email-Adresse und nette andre kleine Dinge, die eine Unmenge an Zeit verschlingen.
Semesterticket: mit der Immatrikulation habt Ihr Euren Studentenausweis (die UdS - Card) bekommen. Der gilt gleichzeitig auch als Semesterticket, man kann damit umsonst in allen Bussen und Nahverkehrszügen im Saarland fahren. Wer seinen Erstwohnsitz in Homburg hat, kann das Geld für dieses Ticket zurück bekommen, wenn er es entwerten lässt. Dazu bitte in der Fachschaft den Antrag ausfüllen und abgeben. Wer allerdings vor hat z.B. öfter mal nach Saarbrücken zu fahren (dort ist Abends doch einiges mehr los als in Homburg) sollte mal nachrechnen ob sich das lohnt.
Das Essen in der Mensa ist ganz gut (mit Ausnahmen), bezehlen kann man in der Mensa seit letztem Semester mit der UdS - Card. Im Staugang vor der Essensausgabe stehen Automaten, mit denen man auf die Karte Geld laden und damit dann das Essen bezehlen kann. das ist wichtig, denn das Studentenpreise bekommt man nur wenn man mit der Karte bezahlt udn das lohnt sich.
Für die Bibliothek benötigt man in Homburg noch einen extra Ausweis - diesen erhält man dort direkt. Bald soll aber auch die Buchausleihe mit der UdS - Card funktionieren.
Die email-Adresse wird mit der Immatrikulation bereitgestellt, man muß sie aber frei schalten lassen. Den Antrag dafür kann man im Außenamt ausfüllen und abgeben. Man bekommt dann vom Rechenzentrum in Saarbrücken Bescheid, wenn man die Adresse nutzen kann.
Internet-Zugang hat man entweder in der Bibliothek, in der Mensa und Cafete, im Lesesaal oder im CIP-Pool. Für den letzteren braucht man eine Zugangsberechtigung, die man erst mit einem einstündigen Kurs bekommt. Die Kurse werden regelmäßig abgehalten, Infos zu Terminen findet Ihr am schwarzen Brett vor dem CIP-Pool in der Anatomie oder im Homburger Rechenzentrum (in der Nähe der Mensa).
Eine etwas komfortablere Möglichkeit ins Internet zu gelangen bietet sich Studenten, deren Laptop W-LAN fähig ist. Sowohl in der Mensa als auch in der Bibliothek gibt es inzwischen W-LAN und damit einen sehr schnellen Internet Zugang. Aus Sicherheitsgründen funktioiert das Ganze nur mit Hilfe eines sog. VPN - Clients und einem Passwort. Mit Zugangsberechtigung und der Einrichtung der nötigen Software hilft das Rechenzentrum in Saarbrücken. Am besten man ruft dort perönlich an und vereinbart einen Termin.
| Nächster Schritt: die Unterkunft |
Du bist also immatrikuliert, wie geht es jetzt weiter? Vielleicht hast Du ja schon die Ersti-Zeitung bekommen, da stehen sehr viele wichtige Dinge drin. Aber: wo wohnen? Solltest Du erst einmal nur für eine Nacht bleiben wollen, um Dich in Ruhe umzusehen, bietet sich die gerade neu eröffnete Jugendherberge in der Nähe des Freibads an. Einfach durch die Altstadt in Richtung Freibad / Stadtpark fahren oder laufen.
Aber Du willst ja sicher während Deines Studiums nicht nur in der Herberge bleiben. Also: Wohnungssuche!
Plan 1: Wohnheim.
Es gibt davon 4 in Homburg, alle mit einem kostenlosen Internetzugang. Das ist aber auch die einzige Gemeinsamkeit. Wer in eins der Wohnheime möchte, muss im Studentenwerk nachfragen. Bitte immer einen Lebenslauf und ein Passfoto mitnehmen, das vergößert die Chancen direkt einen Platz zu bekommen erheblich.
Im Wohnheim A gibt es Einzelzimmer (eigenes Bad, Küchenzeile), 2er (gemeinsame Küchenzeile und Bad) und 4er WGs (gemeinsame Wohnküche). Im Wohnheim B hat man ein komplettes Appartement für sich alleine, die Zimmer sind größer als im Wohnheim A. Wohnheim C: 11 qm, fließend Wasser, Gemeinschaftsküche und -dusche mit 21 anderen. Wohnheim W: 18 qm, und nur 14 Mitbewohner ein etwas älteres Haus, aber ansonsten identisch. Die beiden letzten Wohnheime sind sicher für den Anfang gut (man lernt noch leichter Leute kennen), aber die meisten bleiben nicht länger als 2 Semester (irgendwann braucht selbst der größte Partylöwe mal eine Pause - und ein eigenes Bad!)
Durch die Unterschiede in den Wohnverhältnissen sind auch die Preise sehr unterschiedlich (ca 130 € bis 210 €).
Plan 2: Wohngemeinschaft
Am besten sieht man sich in der Bibliothek, in der Mensa, im Staugang, in den Buswartehäuschen und an der Verwaltung um, dort hängen immer Zettel mit Nachmieter-Gesuchen, sowohl für WG-Zimmer als auch für Wohnungen.
Plan 3: Eigene Wohnung.
Die Suche in Homburg ist nicht ganz einfach (ich spreche aus leidvoller eigener Erfahrung), aber wer nicht aufgibt, findet auch etwas. Am geschicktesten sucht man über den Wochenspiegel (ab dienstags für 0,50 € im Wochenspiegel-Büro in der Talstraße, Stadtzentrum, zu kaufen oder auch vor den Haustüren), in der Saarbrücker Zeitung (Wohnungsmarkt mittwochs und freitags, ab Mitternacht im Internet)
Im Kreisanzeiger (donnerstags an den Tankstellen und im Zeitungsladen), oder über Aushänge. es gibt auch die Möglichkeit, im Studentenwerk in die private Kartei zu gucken, dafür muss man dann allerdings eine kleine Gebühr entrichten. Hier finden sich überwiegend Einzimmerappartements.
Die Preise sind nicht gerade nieder, wer privat wohnen möchte, muss mindestens 200 € bezahlen, um etwas einigermaßen vernünftiges zu bekommen. Die günstigeren Angebote sind mit Vorsicht zu genießen. Hier gilt wie so oft: lieber ein bisschen länger suchen und vergleichen - dann kann man auch was vernünftiges finden.
Plan 4: Saarbrücken:
Auch hier gilt: Wochenspiegel, Aushänge an der Uni in SB, Saarbrücker Zeitung. Die Preise sind meistens etwas günstiger, da es hier viele Altbauwohnungen gibt. Wer nach Saarbrücken zieht, sollte bedenken, dass er eine halbe Stunde Zugfahrt nach Homburg in Kauf nehmen muss, da alle Kurse in Homburg stattfinden.
| Die Stadt |
Homburg ist eine Kreisstadt (Saar-Pfalz-Kreis) mit ca 45000 Einwohnern. Sie liegt an der Grenze vom Saarland zur Pfalz, etwa 30 km jeweils von Kaiserslautern und Saarbrücken entfernt. Kulturell hat sie ein der Größe entsprechendes Angebot, es gibt ein Kino, Frei- und Hallenbad, eine Innenstadt mit ein paar Geschäften, das Römermuseum, den Schlossberg und die Schlossberghöhlen. Wer gerne viele Sport macht, wandert oder Rad fährt ist hier genau richtig.
Das Zentrum befindet sich in der Talstraße und ihren Nebenstraßen, hier gibt es Geschäfte, Eisdielen und ein paar Kneipen.
| Wichtige Termine für Erstis |
Wer sich immatrikuliert, bekommt auch eine Ersti-Zeitung. Die wird von den aktuellen Drittsemestern zusammengestellt, und dort stehen die wichtigsten Termine für die ersten Wochen drin. Ganz wichtig: Erstsemesterfrühstück am Sonntag morgen vor Semesterbeginn. Das findet immer in der Mensa statt. Man lernt da andere Erstis kennen, die einzelnen Gruppen und AG`s an der Uni sowie einige der Profs stellen sich und die Uni vor. Kombiniert wird dies in den letzte Jahren immer mit einer anschließenden Rallye über den Campus. Abends gab es dann bisher immer den Semestereröffnungskeller mit einem Glas Sekt für Erstis, aber es bleibt abzuwarten, ob das in diesem Jahr auch so sein wird (die Gründe werdet ihr vor Ort spätestens am zweiten Tag erfahren).
In der ersten Woche beginnt dann auch die Eintragung für die ersten Kurse - dafür gibt es im Normalfall eine extra Einführungsveranstaltung, wegen Zeit und Ort am besten auf die Aushänge im Glaskasten in der Anatomie oder in der Mensa achten oder im Internet auf der Seite des Dekanats vorbeischauen.
| Die wichtigsten Internetseiten |
Zum Schluss
Wenn man neu an eine Uni kommt, meistens ja direkt von der Schule und aus dem wohlbehüteten Elternhaus, muss man sich ganz schön umstellen. Vieles ist fremd, man weiß gar nicht, wo man hin soll, was man alles erledigen muss, was wichtig ist und was nicht. Aber keine Sorge: es gibt an der Uni "alte Hasen". Jeder von uns hat mal so angefangen, und kaum jemand reagiert mit Unverständnis, wenn er gefragt und um Hilfe gebeten wird (was nicht heißt, dass diese Hilfe selbstverständlich ist und ein "Ey, sag mir mal wo ich hin muss und gib mir deine alten Bücher" gut ankommt!). Es gibt in Homburg (und im ganzen Saarland) immer jemanden, der jemanden kennt, der einem weiterhelfen kann. Also: scheut Euch nicht zu fragen,. Den einen oder anderen Scherz muss man als Ersti schon mal über sich ergehen lassen, aber auch das geht vorbei. Nur nicht den Kopf hängen lassen.
Viel Spaß in Homburg und vielleicht (nein, sogar bestimmt) läuft man sich mal über den Weg!!!
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