Eine Kubanerin berichtet über ihr Studium an der medizinischen Uni Innsbuck
Das Schlimmste war die Sprache!
Yamila Ricardo Pupo ist seit viereinhalb Jahren in Tirol. Sie hat schon in Kuba ihr Medizinstudium begonnen und wird es an der medizinischen Universität Innsbruck beenden. Die Sprache war für sie eine der größten Hürden, schildert sie im Gespräch mit Cordula Wilk.

Yamila Ricardo Pupo, Medizinstudentin
| Yamila, du kommst aus Kuba und lebst seit mehr als vier Jahren hier in Innsbruck. Warum bist du nach Tirol gekommen? |
Mein Papa hat sich in eine Tirolerin verliebt, als sie in Kuba ihren Urlaub verbracht hatte. Sie haben geheiratet und er ist nach Tirol gezogen. Ich bin mit meinen Vater umgezogen. Ich war sehr neugierig auf Tirol mit seiner ganz anderen Kultur, dem Schnee und den Bergen. Außerdem ist es eine gute Chance eine neue Sprache zu lernen.
| Wie gefällt es dir in Innsbruck? |
Im Allgemeinen gut.
| Wie hat dir die Universität bei der Inskription geholfen? |
Bei den bürokratischen und organisatorischen Problemen haben sie sich sehr viel Mühe gegeben und waren sehr nett.
Aber was das praktische Studieren betrifft, bin ich ins kalte Wasser geschmissen worden. Ich habe nur die Information bekommen, wo und wann Vorlesungen sind. Wie ich meine Praktikumseinteilung finde haben mir Freunde erklärt. Mehr Unterstützung wäre sicher hilfreich gewesen.
| Hast du gewusst, dass die Fachschaft ausländische Studenten unterstützt? |
Ich weiß gar nicht so richtig was die Fachschaft ist.
| Bist du von deinen Studienkollegen gut aufgenommen worden? |
Ja die Studenten sind sehr interessiert an meiner Heimat und ihrer Kultur und sie sind sehr freundlich. Ich habe schnell Freunde gefunden. Ohne meine Mitstudenten wäre ich im Studium nicht weiter gekommen!
| Bist du an der Universität jemals diskriminiert worden weil du Ausländerin bist? |
Nein noch nie.
| Du warst schon ein Jahr in Tirol bevor du angefangen hast zu studieren. Was hast du in dieser Zeit gemacht? |
Ich wollte sofort weiterstudieren. Aber als ich inskribieren wollte wurde mir gesagt, dass ich erst studieren kann, wenn ich einen Deutschkurs erfolgreich bestanden habe. Den habe ich erst machen müssen.
| Wie lief es mit der Sprache? |
Schrecklich! Trotz des Deutschkurses habe ich kaum etwas verstanden. Die Vorlesungen waren am schlimmsten. Ich habe null verstanden! Das Schlimmste war, dass ich mich bemüht habe etwas zu verstehen. Aber trotzdem verstand ich am Anfang gar nichts.
| Wie geht es dir jetzt nach drei Jahren? |
Gut.
| Hattest du Probleme im ersten Jahr? |
Ja wahnsinnig viele! Es lag vor allem an der Sprache. Außerdem ist das Studium in Österreich und in Kuba komplett anders.
| Wie war deine erste Prüfung? |
Es war die Hölle! Das größte Problem war die Sprache. Außerdem hatte ich nicht genug Zeit um die Fragen zu verstehen. Auch mit dem Multiple Choice System hatte ich anfangs Probleme.
| Wie lange hat es gedauert bis du dich eingewöhnt hast? |
Es hat ein Jahr gedauert, bis ich mich an der Universität zurechtgefunden habe. Aber bis ich mich an das Land gewöhnt habe, hat es eineinhalb Jahr gedauert.
Den Fasching, den Christkindlmarkt und die Schlagermusik.
| Was findest du gut an der medizinischen Universität Innsbruck? |
Es sind genügend Ressourcen vorhanden, zum Beispiel Übungsmaterial. Das Praktikum Innere Medizin hat mir sehr gut gefallen. Sehr gut finde ich auch die Wahlfächer. Man hat die Chance viele verschiedene Vorlesungen zu besuchen. Das gibt es in Kuba nicht.
Das Studium war viel praktischer! Man durfte mehr am Patienten machen. Wir waren am Vormittag immer auf Station und hatten am Nachmittag Vorlesung.
| Was ist dein Plan für die Zukunft? |
Ich möchte an einer Klinik in Tirol arbeiten.
| Vielen Dank für das Gespräch! |
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