Medizinstudium
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Arzt im Beruf
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| Projekt MediNetz |
MediNetz ist ein Verein, der bundesweit in Gruppen organisiert ist und es sich zur Aufgabe gemacht hat, Menschen ohne Papiere medizinisch zu versorgen. In mehreren deutschen Städten ist MediNetz häufig die einzige Anlaufstelle für Menschen ohne Papiere - ein ähnliches Projekt betreibt die Malteser Migranten Medizin.
Ein Ziel der deutschen MediNetze ist es, die Gesetzeslage dahingehend zu ändern, dass alle Menschen einen Zugang zur medizinischen Versorgung erhalten. Dafür fordert MediNetz Deutschland die Einführung eines anonymen Krankenscheins.
| MediNetz-Gruppe Leipzig |
Die Leipziger MediNetz-Gruppe hat sich Anfang 2009 formiert und besteht aktuell aus etwa dreißig Medizinstudenten aller Studienjahre.
Es gibt viel zu tun:
| • | wöchentliche Sprechstunde |
| • | Kommunikation mit den mitwirkenden Ärzten |
| • | Flyer gestalten und verteilen |
| • | Organisation von Benefizveranstaltungen und Workshops |
| • | Ausbau des Netzwerks von kooperierenden Ärzten |
| • | Bewusstsein für diesen Aspekt des deutschen Gesundheitssystems schaffen |
Seit 2009 besteht eine Schweigepflicht des Sozialamtes gegenüber anderen Behörden, wenn den Krankenhäusern die Kosten für die Notfallversorgung von Menschen ohne Papiere erstattet werden. MediNetz weist auf diese Verwaltungsvorschrift hin und verfolgt deren Umsetzung.
| Arbeit der Leipziger MediNetz-Gruppe |
Mit der ersten Aktion hat die MediNetz-Gruppe Leipzig über 1.000 niedergelassene Ärzte aller Fachrichtungen im Leipziger Raum angeschrieben und um Unterstützung bei diesem Projekt gebeten.
Bisher helfen etwa 25 Ärzte, aus den Fachgebieten Allgemeinmedizin, Innere, Dermatologie, Gynäkologie, Neurologie und Psychiatrie sowie Zahnmedizin, eine kostengünstige oder kostenlose und anonyme Behandlung für die Patienten zu ermöglichen.
Weiterhin konnten Hebammen und Physiotherapeuten gewonnen werden, die das Hilfsangebot erweitern.
Die Mitarbeiter der Gruppe arbeiten weiter daran, medizinische Helfer und Einrichtungen zur Mitarbeit zu motivieren, um eine adäquate Versorgung verschiedener Krankheitsbilder sicherzustellen.
| Gemeinsam gelingts! |
Der Verein arbeitet mit verschiedenen Leipziger Institutionen zusammen, zum Beispiel dem Flüchtlingsrat, der interkulturellen Suchthilfe Leipzig und dem Leipziger Gesundheitsamt.
Allein über den jährlichen Mitgliedsbeitrag in Höhe von zehn Euro könnte die Gruppe die laufenden Kosten, beispielsweise für Laboruntersuchungen oder Verbrauchsmaterialien, nicht decken.
Trotz der Bereitschaft der beteiligten Ärzte kostengünstig oder kostenlos zu behandeln, sind private Spenden und die Unterstützung von Stiftungen dringend notwendig, um die Arbeit des MediNetz Leipzig zu finanzieren.
Auch Studenten können helfen: Wer die letzten "Bafög-Euro" an einem MediNetz-Cocktailstand oder bei einer der Soli-Parties ausgibt, vollbringt auch beim Feiern Gutes.
| Die Mühe lohnt sich! |
Seit dem Start der Gruppe Anfang 2009 konnte schon vielen Patienten ohne Papiere geholfen werden. Sie können sich seit Juni 2009 jeden Dienstag anonym und ohne eine Meldung an die Behörden an eine Beratungsstelle wenden und werden an Ärzte weitervermittelt.
Auch die Aufklärung der Öffentlichkeit spielt eine wichtige Rolle in der Vereinsarbeit von MediNetz: Durch Informationsstände, Vorträge und Diskussionen klären die Mitarbeiter über die Situation von Menschen ohne Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland auf.
| MediNetz-Werk |
Ein besonderes Projekt steht für den Sommer auf dem Plan: Die Leipziger Gruppe richtet das bundesweite MediNetz-Treffen aus.
Die Mitglieder aller MediNetz-Gruppen in Deutschland kommen vom 4. bis 6. Juni in Leipzig zusammen, um sich in Workshops und Vorträgen auszutauschen und zu vernetzen.
| Kontakt |
Homepage der Leipziger Gruppe:
Wer mitmachen will, schreibt eine E-Mail an:
Spenden bitte an:
medinetz leipzig e.V.
Kontonummer: 111 046 14 00
BLZ: 430 609 67 (GLS Bank)
| Unterstützen Sie die Arbeit des MediNetz Leipzig! |
Henrike Horn studiert Medizin in Leipzig und ist Via medici online-Lokalredakteurin.
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