How to write an abstract
Das Kernstück jeder Doktorarbeit
Ann-Kathrin Eisfeld
Jedem Doktoranden wird es einmal passieren: Freudestrahlend betritt der Doktorvater oder die Doktormutter das Arztzimmer zum vereinbarten Treffpunkt, um einem im nächsten Augenblick die Eröffnung zu machen: "Stell dir vor, ich habe einen Kongress gefunden, zu dem du deine Arbeit vielleicht vorstellen kannst! Du musst nur noch schnell einen kleinen Abstract schreiben, um dich zu bewerben. Ach ja, die Deadline ist in drei Tagen. aber das schaffst du doch sicher, oder?"
Übersicht
Da steht man dann also. Abstract? Verdammt, wie soll ich denn das hinkriegen? Damit es euch nicht genauso geht, hier ein paar kleine Tipps zum Aufbau des Textes und Dinge, auf die ihr auf jeden Fall achten müsst!
Natürlich beginnt jeder Abstract genau wie jeder Artikel auf deutsch mit dem Titel. Er sollte über maximal(!) zwei Zeilen gehen, aber trotzdem die wichtigsten Ergebnisse enthalten. Wenn euer Abstract zum Kongress angenommen werden würde, stünde in den Programmheften lediglich der Titel - und wenn der nicht gut ist und die Teilnehmer neugierig macht, werdet ihr vor leeren Stühlen stehen.
Beim Schreiben des Titels ist darauf zu achten, dass jedes Wort mit einem Großbuchtaben begonnen wird.
Beispiel: The Title Is The Most Important Part Of The Abstract
Gleich unter dem Titel werden die Autoren aufgeführt. Hierzu zählen alle Personen, die euch bei eurer Arbeit unterstützt haben! Vergesst zum Beispiel auch die nette MTA nicht, die euch immer im Labor geholfen hat. Und auch der Chef der am Projekt beteiligten Einrichtungen will immer genannt werden. Das Wichtigste ist jedoch die Reihenfolge der Namen, da jeder kundige Leser an ihr erkennen kann, wer in welcher Zeitintensität an den Forschungen beteiligt war.
| Achtet darauf, dass ihr immer als erstes genannt werdet! An dieser Stelle steht nämlich die Person, die alles ausgearbeitet hat! Die letzter Stelle, die ebenso wichtig ist, sollte immer von eurem Doktorvater belegt werden. Als Vorletztes steht der Chef eures Doktorvaters - sofern es einen gibt. An zweite Position kommt am besten derjenige, der euch am meisten bei der Arbeit unterstützt hat. Die Reihenfolge zwischen dem zweiten und dem vorletzten Namen ist egal. |
Zum Veranschaulichen: 1. Doktorand 2. Wichtigster Helfer 3. Andere Helfer 4. Chef des Doktorvaters 5. Doktorvater
Wichtig ist außerdem, dass ihr mit Hilfe kleiner hochgestellter Zahlen kenntlich macht, welche Person zu welchem Institut und zu welcher Universität gehört. Was die einzelnen Zahlen bedeuten sollen, müsst ihr dann unter die Autorenaufzählung schreiben.
Die Introduction (Einleitung) sollte aus 3-6 Zeilen bestehen und den Leser neugierig auf euren Abstract machen. Keineswegs dürfen hier bereits eure Ergebnisse genannt werden! Erzählt statt dessen lieber kurz etwas über das Krankheitsbild, mit dem sich eure Arbeit beschäftigt und schlagt davon eine Brücke zu den ersten Überlegungen eurer Arbeit.
| Patients and methods | hoch |
Wie der Name schon sagt gehören in diesen Teil Dinge wie die Anzahl eurer Patienten/Akten/Proben, epidemiologische Daten zu euren Patienten (Geschlechterverteilung, medianes Alter, Diagnosenhäufigkeit,...) und auch die Beschreibung von Geräten die ihr genutzt habt .(z.B. im Labor: Hersteller und Produktname des Gerätes für die PCR o.ä.) Außerdem solltet ihr hier auch zum Beispiel die Normwerte der Blutwerte nennen, auf die ihr euch bezieht.
Wie ihr schon merkt, ist dieser Abschnitt des Abstract der am wenigsten spannende und wahrscheinlich auch der, der von kaum jemandem gelesen wird. Trotzdem ist es wichtig, bei der Aufzählung dieser Daten sehr exakt zu sein und keine zu vergessen, da sie die Grundlage eurer Arbeit bilden und schließlich auch das sind, was euch die meiste Zeit gekostet hat...
Hier könnt ihr nun endlich aufzählen, was ihr alles herausgefunden habt. Wichtig: Der Results-Teil besteht lediglich aus der Auflistung eurer Ergebnisse und (wenn ihr eine statistische Auswertung gemacht habt) die statistische Signifikanz von eventuell gefundenen Korrelationen (p-Wert).
Dies ist wohl der interessanteste Teil des Abstracts. Hier müsst ihr noch einmal die Hauptschlussfolgerungen aus eurer Arbeit ziehen. Das wäre zum Beispiel, dass das von euch untersuchte Medikament die Lebensqualität der Patienten verbessert oder auch dass irgendein bisher unbekanntes Molekül nach euren Untersuchungen wichtiger Bestandteil von Antikörpern ist.
Wenn ihr mehrere Hauptaussagen aus eurer Doktorarbeit habt, was ja fast immer der Fall ist, macht es sich gut, die Aussagen zu numerieren. Nicht vergessen: Keine langen Sätze!
Wenn ihr der Meinung seid, dass das Ergebnis eurer Arbeit näher untersucht werden sollte, schreibt das ebenfalls in diesen Teil.
| Allgemeine Tipps | hoch |
| | • | Jeder Kongress hat eine genaue Beschränkung der Abstractlänge. Sie wird in Anzahl der erlaubten Zeichen angegeben. Hierzu zählen auch die Leerzeichen! Erkundigt euch auf alle Fälle vorher, ihr spart euch viel Arbeit beim sonst notwendigen Kürzen der abstracts! |
| | • | Um Zeichen zu sparen könnt ihr wie überall sonst auch hier für häufig benutzte Wörter Abkürzungen wählen. Hierzu müsst ihr die Abkürzung in Klammern hinter den zum ersten Mal benutzten Begriff schreiben. Beispiel: patients (pts) |
| | • | Die meisten Abstracts können nicht einfach per Mail verschickt werden, sondern müssen auf der Homepage des Kongresses eingegeben werden. Als Bestätigung eurer Einsendung bekommt ihr dann die Abstractnummer zugemailt. |
Man kann sich auch an ein Buch halten! Von Jan Enders
.. und zwar an den American Medical Association (AMA) Manual of Style, das inzwischen auf den Seiten "Authors instructions" vieler Journals als Referenz angegeben wird. Ich bin damit recht gut gefahren, zumal da auch vieles nett mit Beispielen erklärt wird. Oft gibts den AMA MoS in der Unibibliothek o.ä., ein Kapital beschäftigt sich nur damit, wie man einen Artikel vorbereitet, inkl Abstract. Viele Grüße, Jan
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