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| Foto: E. Sturm |
Übersicht
So fand die Darstellung der zahlreichen Missstände in der Organisation und Ausführung des Praktischen Jahres Gehör bis zu den obersten Vertretern von Ärzteschaft und Gesundheitspolitik. Der Sprecherrat der Medizinstudenten präsentierte sein neu entworfenes Positionspapier, welches die Hauptversammlung des Marburger Bundes ausdrücklich unterstützte.
Darin findet sich die Forderung nach bundesweiter Mobilität während des PJ, besser strukturierter Lehre und Wertschätzung der Arbeit in Form von Respekt und einer Vergütung. Auch die geringe Anzahl von nur 20 Fehltagen wird stark kritisiert - ein Erholungsurlaub ist nicht eingeplant, und die Zeit für die Vorbereitung auf das "Hammerexamen" ist knapp. Das vollständige Positionspapier findet ihr hier:
Die Idee zu einer phantasievollen Skelett-Aktion entstand auf dem Kontaktstudentenseminar im Oktober 2008 in Berlin. Die beiden PJler-Skelette sollen nun auf eine Wanderausstellung durch die Universitäten des Bundesgebietes gehen, um überall auf die Situation der PJler aufmerksam zu machen.
| "Blutlehre" und "Maul und Haken halten" |
Das eine Skelett trägt den Namen "Blutlehre" und verkörpert den als kostenlose Arbeitskraft missbrauchten Studenten, der anstelle einer Ausbildung seine Zeit damit verbringt, Routinetätigkeiten auszuführen. Das andere Skelett mit dem Untertitel "Maul und Haken halten" steht für lange Stunden als Hakenhalter im OP. Beide Skelette tragen eine Kanonenkugel um den Knöchel, was die eingeschränkte Mobilität verdeutlicht.
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Foto: E. Sturm |

Foto: E. Sturm
Durch diese und weitere Aktionen des Marburger Bundes werden hoffentlich menschlichere Bedingungen für die Studenten im Praktischen Jahr erreicht.
| Gesunheitsministerin unterstützt die Forderungen der Studenten |
Im Gespräch mit Patrick Weinmann (Vorsitzender des Sprecherrates der Medizinstudenten), Agnes Baj und Martin Feindor (Vorstand bvmd) erklärte die Ulla Schmidt ihr Verständnis für die Forderungen der jungen Mediziner.
Auch Prof. Jörg-Dietrich Hoppe, der Präsident der Bundesärztekammer, zeigte große Empathie: "Es ist einfacher, für ein PJ-Tertial nach Neuseeland zu wechseln, als in ein anderes Bundesland. Ich hoffe, das ist nicht so, weil die PJler als Arbeitskräfte gesehen werden, die man binden muss, denn das wäre völlig falsch." Des Weiteren kritisierte er, die PJ-Studenten seien derart in Sorge, ihr theoretisches Wissen nicht bis zum Examen nach dem PJ zu behalten, dass sie sich nicht voll ihrer Tätigkeit in den Kliniken widmen könnten. Hier bestehe erheblicher Diskussionsbedarf.

Foto: E. Sturm
| Bundesweite Aufklärungskampagne |
Die bvmd und der Sprecherrat der Medizinstudenten im Marburger Bund planen, mit ihrer Kampagne auf bundesweite Tour durch die medizinischen Fakultäten zu gehen. Welche Fakultäten sich beteiligen werden, wird auf dem bvmd-Bundeskongress von 28.-30. November in Leipzig geklärt. Es sollen möglichst viele Medizinstudenten angesprochen werden: "Die Studenten müssen sich trauen, sich zu beschweren", meint Agnes Baj.
Außerdem soll das Interesse der Öffentlichkeit geweckt werden, damit künftige PJ-Studenten vor Ausbeutung geschützt werden. Übrigens sollen die beiden PJ-Skelette noch drei weitere aussagekräftige Kollegen bekommen...
| Sprecherrat im Marburger Bund - Infos |
Der Sprecherrat der Medizinstudenten im Marburger Bund vertritt die Interessen der rund 16.000 studentischen Mitglieder des Verbandes. Patrick Weinmann studiert Humanmedizin an der UKE Hamburg und ist seit 2005 Vorsitzender des Sprecherrates der Medizinstudenten. In einem Interview mit Eleni Sturm, Via medici online-Lokalredakteurin für Ulm, berichtet er von der Arbeit des Verbands.
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