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Das Physikum
Infos zur Anmeldung, zum Ablauf und Lerntipps
Sonja Lira
Wer einem Arzt erzählt, dass er gerade für`s Physikum büffelt, der erntet meist Mitleidsbekundungen. Das Physikum ist und bleibt für viele ein rotes Tuch, doch was ist wirklich dran? Hier gibt`s Tipps rund um das Physikum in Ulm.
Übersicht
Wer seine Scheine in den vorgegebenen Semestern erwerben konnte, macht in Ulm in der Regel im Herbst (August/September) Physikum. Die Anmeldeunterlagen bekommt man aber schon zu Beginn des Sommersemesters im Studiensekretariat (Uni Oberer Eselsberg; Eingang Nord). Es empfiehlt sich diese möglichst frühzeitig zu holen, damit man noch genug Zeit hat sich um eventuell fehlende Dokumente zu kümmern. Die Anmeldeunterlagen sind leicht verständlich und erklären sich von selbst. Nicht erschrecken, die Unterlagen müssen schon vor Semesterende beim Landesprüfungsamt vorliegen. Scheine, die erst im laufenden Semester erworben werden, können nachgereicht werden. Ein entsprechendes Formular liegt der Anmeldung bei.
Selbstverständlich kann man das Physikum in Ulm auch im Frühjahr schreiben. Dann sollte man die Anmeldeunterlagen zu Beginn des Wintersemesters holen.
Übersicht über die zur Anmeldung nötigen Unterlagen
| Die Vorbereitung | hoch |
Die Empfehlungen wann man denn nun gezielt mit dem Lernen anfangen soll variieren zwischen 6 und 10 Wochen vor der Prüfung. Ich persönlich habe mir zu Semesterbeginn einen Lernplan ausgearbeitet, um den Zeitpunkt des Lernstarts nicht zu verpassen. Wer sich einen solchen Lernplan erstellen möchte, findet im "Physikum exakt" (Thieme Verlag) Tipps zum Erstellen bzw. einen vorgefertigten Lernplan. Im Internet gibt's inzwischen die Möglichkeit sich von einem Programm seinen eigenen individuellen Lernplan erstellen zu lassen:
Eigenen Lernplan erstellen
Beim Erstellen eines solchen Plans muss man beachten, dass ein bis zwei Tage pro Woche lernfrei bleiben und man diese später auch wirklich nutzt, um etwas völlig "unmedizinisches" zu unternehmen. Die tägliche Lerndauer wird meist mit 6-8 Stunden angegeben; kein Mensch kann effektiv 10 Stunden pro Tag lernen! Zum "Lernen" gehören dabei, das Lernen von neuem Stoff, das Kreuzen und das Wiederholen von an den vorangegangenen Tagen Gelerntem. Den Lernplan sollte man nicht zu dicht vollpacken, wer seinen Lernplan nicht einhalten kann, ist nur gefrustet.
Tipps zu den einzelnen Fächern:
| | • | Biologie: Ich habe hauptsächlich gekreuzt. Zusätzlich empfiehlt sich das Kapitel im "Physikum exakt", das ziemlich kurz und verständlich einen Überblick über dieses Fach gibt. |
| | • | Physik: Das Kreuzen war zwar ziemlich frustrierend, ich habe dadurch aber einige Formeln gelernt. Wichtig: Hier wird viel Kleinzeug und Formeln gefragt. Die muss man wirklich nicht alle können. Einfach ein paar rausfiltern, die man für sinnvoll hält und lernen (dann die Daumen drücken, dass diese gefragt werden). |
| | • | Chemie: Wer Frust vermeiden will kreuzt diese Fragen erst nachdem er schon Biochemie gelernt hat, da sich viele Fragen auf biochemische Sachverhalte beziehen. Ansonsten ist Kreuzen auch hier völlig ausreichend. |
| | • | Biochemie: Für dieses Fach kann ich das Kapitel aus dem "Physikum exakt" nur empfehlen. Mit diesem hatte ich schon während des Praktikums ein AHA-Erlebnis! Ansonsten natürlich kreuzen. |
| | • | Anatomie: Es ist nicht gerade sinnvoll alle Details aus einem Kurzlehrbuch in sich "hineinzufressen". Das habe ich sehr spät erkannt und dadurch wertvolle Zeit verloren. Es ist sinnvoller sich beim Lernen anzuschauen, welche Details so in den letzten Jahren verstärkt gefragt wurden und sich dann darauf zu konzentrieren. Ganz wichtig: Auch ausreichend Histo lernen, die kommt nämlich nicht nur in Bildfragen dran, sondern ist auch Grundlage vieler Kreuzfragen. Wer viel Zeit hat, kann sich noch mit Entwicklungsfragen auseinander setzen. Allerdings kann man sie auch getrost übergehen, wenn der Rest einigermaßen sitzt. |
| | • | Physiologie: Für dieses Fach habe ich mich noch mal durch ein Kurzlehrbuch gelesen, das mir schon während dem Praktikum gute Dienste geleistet hat und natürlich wieder kreuzen. |
| | • | Psycho/Sozio: Vom Wissen her reichen die Kästen aus der schwarzen Reihe völlig aus. Man sollte dieses Fach beim Lernen aber nicht vernachlässigen, da man mit diesen Fragen gut Punkte sammeln kann. Also einfach ganz fleißig kreuzen! |
Ich habe im großen und ganzen mit der "schwarzen Reihe" (Thieme Verlag), Kurzlehrbüchern in Anatomie (Moll; Urban & Fischer) und Physiologie (Huppelsberg/Walter; Thieme Verlag), die mir schon während der Kurse gute Dienste geleistet haben, und dem "Physikum Exakt" (Thieme Verlag) gelernt. Daneben ist die "mediscript CD" für alle, die gern am PC lernen sehr zu empfehlen. Damit kann man im Vorbereitungsendspurt komplette Prüfungen simulieren oder einzelne Fächer komplett durchkreuzen und auf diese Art eine große Anzahl Fragen in kurzer Zeit bewältigen. Das tolle daran: man braucht das Ergebnis nicht erst auszählen, da der Computer das Ergebnis errechnet und man kann auch nicht spickeln.
| Die schriftliche Prüfung | hoch |
Ca. 3 Wochen vor dem Termin der schriftlichen Prüfung erhält man einen Brief vom Landesprüfungsamt. Darin befindet sich die Ladung zur Prüfung mit allen wichtigen Daten (Ort, Zeit, Platznummer). Außerdem ein Merkblatt zum Prüfungsablauf und eine Broschüre, in der noch einmal die einzelnen Fragetypen erklärt werden, die in der Prüfung drankommen können (als ob man das nach der ganzen Kreuzerei noch nicht wüsste ;-) ).
Zur Prüfung selbst muss man Beistifte, einen Radiergummi, einen Spitzer, den Personalausweis und die Ladung mitbringen. Natürlich ist auch Verpflegung erlaubt, allerdings dürfen "doppelte Verpackungen" wie der Karton einer Müsliriegelpackung in der Regel nicht auf dem Tisch bleiben (also einfach vorher so weit wie möglich auspacken).
In Ulm findet die Prüfung in der Donauhalle statt. Diese erreicht man mit der Linie 1 (einfach bis Endstation fahren, dann steht man schon fast in der Halle), es gibt aber auch einige Parkplätze direkt dort. Entgegen des Merkblatts müssen die Taschen und Jacken in Ulm nicht an einer Garderobe abgegen werden, sondern dürfen mit in den Saal genommen werden, wo man sie bei "seinem Aufseher" abgeben muss. (Die Aufseher sind die netten Herren und Damen, die jeweils an den Seiten des Saals sitzen und meist zwei Reihen Studenten beaufsichtigen.) Auf diese Weise bleiben Handys (vorher ausschalten!) und Geldbeutel nicht unbeaufsichtigt in einer Ecke liegen (man weiß ja nie).
Die Prüfung dauert jeweils 4 Stunden, das entspricht 1,5 Minuten pro Frage. Obwohl das wenig klingt, reicht die Zeit gut. Daher empfehle ich die Tipps von medi-learn gerne weiter, die mir sehr gute Dienste geleistet haben:
| | • | Bevor man anfängt sollte man jeweils nach 45 Fragen eine Markierung anbringen, diese stellt die Einstundengrenze dar, so behält man den Überblick über die Zeit und kann nicht in Panik geraten, weil man denkt, dass die Zeit nicht reicht. |
| | • | Außerdem empfiehlt es sich, immer nach 60 Fragen 5 Minuten Pause zu machen, dabei den Fragenkatalog zuklappen. So bleibt man dauerhaft konzentriert. |
Am Abend des ersten Tages kann man schon die vorläufigen Ergebnisse im Internet abrufen und zumindest grob auszählen wieviel Punkte man gesammelt hat. So geht mancher ruhiger in den zweiten Tag. Das merkt man deutlich. Die Prüfungssituation ist am zweiten Tag in der Halle schon deutlich entspannter. Die Ergebnisse des zweiten Tages gibt's dann auch am Abend im Internet.
Zur Ergebnisabfrage
| Die mündliche Prüfung | hoch |
Es genügt, wenn man nach dem schriftlichen Teil anfängt explizit für den mündlichen Teil zu lernen, da man die Fakten ja schon während dem Kreuzen gelernt hat. Beim mündlichen Prüfungsteil kommt es nicht darauf an dem Prüfer möglichst viele kleine Details an den Kopf zu werfen. Im Gegenteil, man kann die Prüfer eher mit einem großen Überblick und Verknüpfungen zwischen einzelnen Themen überzeugen. In der Vorbereitung für's Mündliche sollte man daher üben, jemandem ein Thema laut, sozusagen als Kurzreferat, vorzutragen. Dabei in logischer Reihenfolge vom Großen zum Kleinen vorgehen.
Ca. 10 Tage vor dem Prüfungstermin erhält man die Ladung zur Prüfung per Post. Für diejenigen, die noch nach alter AO das Physikum machen wird nun endlich das Geheimnis gelüftet, in welche beiden Fächer sie müssen. Alle die, die ihr Physikum nach neuer AO machen (spätestens ab Herbst 2006 betrifft das jeden) werden automatisch in den Fächern Anatomie, Physiologie und Biochemie geprüft. Die Ladung enthält aber trotzdem eine interessante Information, nämlich die Nummer der Prüfungskommission. Welche Professoren sich dahinter verbergen kann man sich auf einer Liste vor dem Studiensekretatiat (Uni Oberer Eselsberg; Eingang Nord) anschauen. In der Regel wird man immer zu viert geprüft. Wobei die Prüfungszeit für die komplette Gruppe nach alter AO mit 2-3 Stunden, nach neuer AO mit 3-4 Stunden vorgegeben ist. Die Durchschnittsnote wird direkt im Anschluss an die Prüfung bekanntgegeben.
Die mündliche Prüfung in Ulm findet in diversen Räumen (werden auch in der Ladung angegeben) direkt in der Uni am oberen Eselsberg statt. Die Protokolle zu dieser Prüfung werden schon seit Jahren gesammelt, sodass man sich mit diesen Altfragen schon mal einen Überblick darüber verschaffen kann, in welche Richtung die Professoren so fragen.
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Zu den Prüfungsprotokollen der Fachschaft
Zu den Protokollen
Ich selbst habe mit der mündlichen Prüfung sehr gute Erfahrung gemacht. Aufgeregt ist natürlich jeder, allerdings lässt diese schon nach kurzer Zeit im Prüfungsraum nach und die Zeit geht ziemlich schnell rum.
| Warten, aber worauf eigentlich? | hoch |
Wer seine schriftlichen Prüfungsergebnisse im Internet selbst nachgezählt hat, kann sich dann zusammen mit der Note aus der mündlichen Prüfung sein Gesamtergebnis schon errechnen. Für die alte AO gilt: die schriftliche Prüfung wird doppelt gezählt, die Note aus dem mündlichen Teil addiert und der Durchschnitt gebildet. Nach neuer AO wird der schriftliche und der mündliche Teil gleich gewertet, d.h. einfach die beiden Noten addieren und das ganze durch zwei teilen. Schwarz auf weiß erhält man sein Ergebnis vom Landesprüfungsamt dann ca. 2-3 Wochen nach Prüfungsende.
Die Zeit vor dem Physikum war eine sehr anstrengende Zeit für mich (und sicher auch für mein Umfeld, das sich immer wieder mein Gejammer anhören musste). Es ist wichtig sich in dieser Zeit bewusst ein- bis zweimal pro Woche einen "medizinfreien" Tag zu gönnen, um nicht völlig zwischen Büchern, Schokolade und Kaffee zu versumpfen. Das Physikum ist eine große Hürde im Studium, aber nicht vergessen: Viele haben sie auch schon überwunden - man kann es schaffen!. Lasst euch nicht unterkriegen und toi, toi, toi an alle, die es noch vor sich haben!
Wer noch Fragen hat, kann sich gerne an mich wenden:
Sonja.Lira@thieme.de
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