Willkommen zu Hause

21. April 2007

Non, rien de rien; non, je ne regrette rien
(Edith Piaf)

Ich hoffe,einige sind mir nach dieser langen Pause noch treu! Und nachträglich natürlich Frohe Ostern.

Die Ostertage habe ich in Göttingen verbracht, nachdem ich mit 7 Gepäckstunden frühmorgens auf dem Frankfurter Hauptbahnhof ankam. Das kleine Taschenmesser von Christian hat leider nichts genützt; es fand sich kein lieber Bahnangestellter, der einer überladenen Studentin half. Dafür überkam mich ein echter Nationalstolz beim Frühstücksangebot im ICE - deutlich mehr als ein croissant und ein schwarzer café!
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Ein langer Abschied- Teil 2

30. März 2007

Heute ist mein letzter Tag in la capitale. Bis 11 Uhr muss ich mein Zimmer räumen, dem Sekretariat übergeben und meine Kaution abholen.

Ich habe keine Minute geschlafen.

Meine letzte „bar du mercredi“, sprich Mittwochsbar dauerte bis 1 Uhr an und bei einem günstigen Glas Kronenbourg und viel Tanzen habe ich mich von meinen Mitbewohnern des Deutsch de la Meurthe verabschiedet. Das Kronenbourg Bier werde ich in Deutschland sicher nicht vermissen, meine Freunde schon.

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Ein langer Abschied- Teil 1

28. März 2007

Ich geh hier nicht weg, was soll ich auch woanders,
will es nicht riskier’n, mich noch mal zu verlier’n
Nein, von hier geht’s nur nach Nirgendwo…
(Aus Liebe, Rosenstolz)

In dieser Woche stehen mir viele schwere Abschiede bevor: Am Donnerstag wird es mir dem Nachtzug wieder zurück nach Deutschland gehen und damit muss ich Paris verlassen, denn meine Erasmuszeit ist vorbei.

Es sind noch jede Menge bürokratische Dinge zu erledigen. Ich muss meine Jahresmetrokarte kündigen, die carte imagine R, die ich jedem empfehle, der für länger als 4 Monate nach Paris geht! Das Problem dabei: Ich brauche erst ein jusitificatif, dass ich entweder tot bin, oder definitiv aus Paris wegziehe, bzw. nicht mehr hier studiere.

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Schlaflos in der capitale oder: 36 Stunden Abschiedsparty

26. März 2007

We had a good night jamming away
There was afull moon showing and we started to play
Come back and play, come back and play
We got all night, we got all day
(Queen, Come back and play)

Meine Abschiedsparty am Samstag mit all meinen Freunden war einfach nur großartig.

Für die Vorbereitung brauchte ich aber fast eine Woche, weil das Studentenkomitee des Deutsch natürlich am gleichen Tag auch eine fête veranstalten wollte. Damit gab es einen heftigen Kampf um die “Bar”, den einzigen Raum mit Musikanlage, natürlich von allen Parteien heißbegehrt.

Aber was bitte ist eine Abschiedsparty ohne Musik? Was überhaupt ist irgendeine Party ohne Musik? Eben: gar nichts wert und finalement klappte es dann auch mit le bar.

Um 18 Uhr am Samstag stehe ich nach einem Einkaufsmarathon in der Miniküche des Deutsch und versuche mich an einem typisch deutsch-hessischen Kartoffelsalat mit saucisses de strasbourg.

Die Kartoffeln verkochen mir, ein Nudelsalat ist auch noch zu erledigen, ich fluche beim Kartoffelschälen auf spanisch, ganz wie Abraham es mir beigebracht hat, und versetze die Küche in einen chaotischen Zustand.

Aber zum Glück gibts Freunde, die netterweise vorbeikommen und mithelfen!

Um einem französischen Technoabend vorzubeugen, habe ich meinen deutschen Kumpel Ben mit der Musikauswahl beauftragt und alle sind ravie: Spanier wie Franzosen, Italiener, Deutsche oder Südamerikaner.

Und um 22 Uhr sind alle alle da:

Meine Mitbewohner, meine Freunde aus dem Chor, die anderen Erasmusler und meine französischen Kommilitonen von der faculté, die meisten mit Begleitung.

Um 11 Uhr tummeln sich die dreißig Leute auf Tanzfläche und an der Bar, mit denen ich hier meine Erasmuszeit verbracht habe und von denen an diesem Abend auch keiner fehlen darf: Das war hier schließlich meine “Familie”.

Adressen werden ausgetauscht und jeder legt mir ans Herz:
“Reviens à Paris, besuch uns!”

Und komm mich besuchen in Valencia/ Alicante/ Triest/ Rom/ Mexico/ San Sebastian/ Bar le Duc/ Kopenhagen/ St Petersburg…”

oui, volontièrement, das heisst, dass ich die nächsten zehn Jahre keinen Uralub in irgendwelchen Hotels buchen muss: Zuerst habe ich einige Rundreisen durch Europa vor mir!

Und wieder redet jede mit jedem in einem bunten Sprachmix, den ich in Deutschland sicher sehr vermissen werde!

An sich müssten wir den Raum um ein Uhr nachts räumen, aber alle, auch ich, haben die Zeit komplett vergessen und die Party geht bis um 3; dann heisst es wirklich räumen und aufräumen.

Aber damit ist doch die Party noch nicht vorbei!

“Vas y”, motiviert mich Philippe, “c’est ton dernier week-end à Paris, da wirst Du doch noch weiterfeiern, oder, die Nacht ist noch jung!”

Also macht sich der harte Kern mit dem Noctilien, also dem Nachtbus, auf in Richtung Montmartre.
Ziel? Eine “bar brésilienne” mit Livemusik.

Als wir dort um 4 Uhr früh ankommen, liegt die Band leider schon in den letzten Zügen und die Bar schließt recht schnell.
Das hält uns nicht auf:

Allez, wir können doch noch zu mir pour un café“, schlägt ein Mädchen vor und hopp, c’est parti durch die nächtlichen Strassen von Montmatre bis in das Viertel der rue Labat hinein.
Robert Sabatier hat in seinem Erfolgsroman “Les allumettes suédoises” diesem Teil von Montmartre ein schönes Denkmal gesetzt, und während ich übermüdet und aufgekratzt durch die Strassen laufe, habe ich die Bilder aus dem Roman immer wieder vor Augen.

Der café mausert sich in den folgenden Stunden zu einem ausgewachsenen Frühstück mit Schokobrioche bis um 10 Uhr früh.

Der Sonnenaufgang über Montmartre ist wunderschön und es ist meine erste und letzte nuit blanche, also komplett durchgemachte Nacht in Paris. Zumindest vorerst die letzte.

Um elf Uhr morgens laufen wir Nachtschwärmer kichernd über den Boulevard Barbès Richtung Metrostation: Die Sonne scheint, der Tag verspricht schön zu werden und alles stöhnt
Je suis vachement fatigué, mein Gott bin ich müde” und wollen sofort ins Bett.

24 Stunden wach.

Soll ich mich jetzt schlafen legen? Dann um 18 Uhr aufwachen, komplett neben mir stehen und nachts dann doch nicht schlafen können?

26 Stunden wach.

Nach den letzen Aufräumarbeiten in der Küche entscheide ich mich dafür, den Bois de Boulogne im Westen von Paris meinem Bett vorzuziehen. Dann werde ich abends zumindest richtig müde und wieder im normalen Tag- und Nachtrhythmus sein.

30 Stunden wach

Was ist das eigentlich für eine Tagszeit? Vermutlich Nachmittag, aber in meinem Kopf ist es immer noch morgends. Im Bois de Boulogne ist das Wetter wieder schechter geworden. Trotz aufkommendem Wind und immer weniger Sonne rudern die Sonntagsausflügler trotzig über den lac inférieur et supérieur.
Und auch die familiären Fahrradtouren werden trotz Matsch und drohenden Regenwolken nicht unterbrochen.
In einem anderen Teil des Parks findet ein Boulesturnier statt.
Es ist Sonntag und ganz Paris genießt ihn.

Sind es die vielen Stunden ohne Schlaf, die mich langsam nostalgisch werden lassen oder ist da eine véritable nostalgie de la capitale, die mich einfängt?

Als ich am frühen Abend heimkomme, wartet Alexis, mein französischer Nachbar schon auf mich:
“Na, en forme?”
Plus ou moins.
“Komm, ich hab die Spanier eingeladen und mach für Euch alle crêpes. Dann musst Du Dich nicht noch um ein Abendessen kümmern.”
Dazu hat man Freunde!

Die originalfranzösischen crêpes sind wirklich lecker und nach 36 Stunden ohne Schlaf bin ich dans mon lit. Und freue mich, denn mein letzes Wochenende in Paris war es wirklich wert!

Au revoir ORL, au revoir la France…

23. März 2007

These are the days of our lives… (Queen)

Der letzte Tag auf der HNO-Station- und natürlich auch mein Prüfungstag. Aber es ist auch die vorletze Woche für mich in der capitale de la France, denn mein Erasmusaufenthalt neigt sich unerbittlich seinem Ende zu: Donnerstag nächste Woche werde ich Paris au revoir sagen müssen!

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Prüfungen, Ergebnis: Prüfung!

21. März 2007

Heute sind die Resultate der Klausuren in den letzten Wochen veröffentlicht worden. Meine Miterasmusler haben teilweise bis zu vier Klausuren mitgeschrieben. Ich habe alle Prüfungen die ich brauche ja immer mündlich am Ende der stages abgelegt.

Und bin ganz froh, dass ich mich nicht auf schriftliche Prüfungen verlassen habe: Keiner meiner Erasmuskollegen hat nämlich die großen Klausuren bestanden!

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Krieg im OP- Teil Zwei: Was geschah bei Dr.L.?

16. März 2007

Im salle 11 des Zentralen OP-Blocks hat R.L. ebenfalls eine komplizierte OP vor sich: Ein Patient hat nach einem Schädeltrauma nicht nur eine surdité de perception, also eine Schallempfindungsschwerhörigkeit, sondern auch immer wieder Schwindelattacken.

13:30 Als ich in den OP-Saal komme, sieht de Situation so aus: Der Presslufthammer dröhnt auch hier und Dr.L., ein 2,10 Meter grosser Hüne, hopst im blauen Kasack auf und ab, dass der ganze Saal wackelt.

Wenn Ihr Lärm machen könnt, kann ich das schon lange!” brüllt er Richtung Boden (und Bauarbeiter), und so wechseln sich Hämmern von unten und Hopsen von oben ab.

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Krieg im OP!

15. März 2007

You’re in the army now, oh you’re in the army…now

Ein Tag im OP. Oder an der Front, peu importe, wie der Franzose sagt.

Die HNO belegt meistens zwei OP-Säle im zentralen bloc commun und einen im bloc UCA, da finden ambulante Operationen statt.

Ich bin heute im bloc central eingeteilt; in einem Saal operiert die practicienne hospitalière, im anderen der Oberarzt Dr.L.

Die Chirurgin hat als ersten Eingriff um 8 Uhr morgens ein kompliziertes Cholesteatom oder “Perlgeschwulst”, also eingewachsene Haut ( epidermales Gewebe) in der Paukenhöhle des Ohres, wo sie nicht hingehört. Wenn das nicht operiert wird, sind die kleinen Ohrknöchelchen Hammer, Amboss und Steigbügel bzw. marteau, enclume und étrier zunehmend von Zerstörung bedroht. Das Cholesteatom kann sich förmlich in die umgebenden Knochen “fressen“, auch wenn es eigentlich kein bösartiger Tumor ist! Und so treten dann so ernste Komplikationen wie eine Parese des Fazialisnervs oder Meningitiden bis zum Hirnabszess auf.

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Joyeux Anniversaire!

13. März 2007

Gestern hatte mein Miterasmusler Marco aus Italien Geburtstag; 24 Jahre mussten natürlich gefeiert werden!

Und da wir mit 24 nur noch ein Jahr vom Vierteljahrhundert entfernt sind und auch schon auf die 30 zugehen und ganz nebenbei am nächsten Morgen auch OP-Saal ansteht, ging es mal nicht in eine der Szenediscos in Paris….

Sondern niveauvoll, gesetzt und altersentsprechend in eine Jazzbar.

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Vive Mexico!

11. März 2007

Can’t understand just what does he say?

I’m on the mexican radio..

 Was für ein Wochenende!

In der Cité internationale universitaire ist am Wochenende eigentlich immer irgendwo etwas los:

Ein Film im Deutschen Haus? Oder lieber ein kleiner Tangokurs bei den Argentiniern? Ein Klarinettenkonzert im maison du japon?

Oder einfach eine der zahlreichen Comitéparties in den verschiedenen Häusern?

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