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Artikel vom 18. 06. 2010

Approbation, Promotion und Facharzt

Bürokratische Hürden überwinden

Maike Roos

Wer Arzt werden will, hat einen steinigen Weg vor sich: Zu einem immensen Lernaufwand kommen noch bürokratische Hürden bei der ärztlichen Ausbildung hinzu. Diese beginnen bekanntermaßen schon vor dem Studium mit dem Zulassungsantrag bei der ZVS und ziehen sich dann noch durch Promotion und Facharztausbildung. Hier ein kleiner Überblick über den "bürokratischen Dschungel".

Übersicht


ApprobationNach oben hoch

Laut der Approbationsordnung für Ärzte (ÄAppO) von 2002 dauert ein Medizinstudium sechs Jahre und drei Monate und wird mit der Zweiten Ärztlichen Prüfung, dem so genannten "Hammerexamen", beendet. Danach darf man den Antrag zur Approbation stellen, welche Voraussetzung dafür ist, in Deutschland als Arzt arbeiten zu dürfen. Neben einem formlosen Antrag müssen dafür verschiedene Belege eingereicht werden:

 1. Staatsangehörigkeitsnachweis wie Personalausweis oder Reisepass in beglaubigter Kopie
 2. Polizeiliches Führungszeugnis der Belegart O., welches man für 13€ beim örtlichen Einwohnermeldeamt erwerben kann
 3. Eidesstattliche Versicherung zur Straffreiheit, d.h. es dürfen keine Vorstrafen und auch kein anstehendes Gerichtsverfahren vorliegen
 4. Gesundheitlicher Eignungsbeleg, den man vom Hausarzt erhält. Darin wird bestätigt, dass der Bewerber physisch und psychisch für den Arztberuf geeignet ist. Das Vorhandensein einer Sucht kann beispielsweise ein Grund sein, nicht approbiert zu werden.
 Je nach Verwaltungsbehörde können noch weitere Belege erforderlich werden, zum Beispiel eine Geburtsurkunde oder ein kurzer Lebenslauf.

Der Antrag wird mit den nötigen Belegen bei der zuständigen Verwaltungsbehörde eingereicht. Die Anschrift deckt sich meist mit der Adresse des Landesprüfungsamts, ansonsten kann hier sicherlich auch das Dekanat weiterhelfen oder aber die Homepage der Bundesärztekammer:

   Externer Link Homepage der Bundesärztekammer

Da jeder Arzt Pflichtmitglied bei der Landesärztekammer ist, muss auch dorthin eine Meldung geschickt werden. Erst jetzt darf man sagen: endlich Arzt!


DoktorarbeitNach oben hoch

Ein Großteil der Medizinstudenten beginnt noch während des Studiums mit seiner Doktorarbeit und darf sich bereits als Berufsanfänger mit einem "Dr. med." vorstellen. Zur Promotion werden Mediziner mit abgeschlossenem Studium, also mit bestandener 2. Ärztlicher Prüfung, zugelassen. Auch hier variieren die Anforderungen wieder je nach zuständiger Stelle, Informationen dazu findet man bei der betreffenden Uni.
Doch auch wenn sich nach wie vor das landläufige Gerücht hält, dass man nur mit einem "Dr. med." ein richtiger Arzt sei, so reicht eine Promotion allein nicht aus, um als Arzt zu arbeiten. Wie oben erwähnt, muss man dazu approbiert sein, ansonsten schmückt der Doktortitel höchstens den Namen, nicht aber das Praxisschild.


FacharztausbildungNach oben hoch

Wer eine eigene Praxis als Vertragsarzt führen möchte, benötigt einen Facharzttitel. Nicht zuletzt deswegen endet die ärztliche Ausbildung für viele Mediziner nicht mit dem Studium.
Eine Facharztweiterbildung dauert mehrere Jahre, die Dauer hängt vom jeweiligen Fachgebiet ab. Ein angehender Orthopäde zum Beispiel muss sechs Jahre als Assistenzarzt arbeiten, außerdem Nachweise über eine bestimmte Anzahl von Eingriffen und Behandlungsmethoden erbringen und anschließend eine Facharztprüfung ablegen, bevor er sich "Facharzt für Orthopädie" nennen darf.

Dabei ist es heutzutage nicht ungewöhnlich, dass er mehrere Facharztbezeichnungen trägt oder Zusatzbezeichnungen führt: "Facharzt für Orthopädie und Sportmedizin, Schwerpunkt Rheumatologie" sei nur ein Beispiel.

Die Grundvoraussetzung für den Erwerb einer Zusatzbezeichnung sind damit korrelierte Facharztbezeichnungen. Das bedeutet, dass zum Beispiel ein Dermatologe nicht die fachfremde Weiterbildung zum Handchirurgen machen darf, wohl aber zum Allergologen. Wie lange die Weiterbildung dauert, hängt auch hier wieder vom jeweiligen Fachgebiet ab.


FazitNach oben hoch

In diesem Bürokratiejungel kann man sich schnell verlaufen. Aber trotz allen Aufwands bieten sich einem Mediziner unzählige Wege sich fort- und weiterzubilden, und am Ende kann man feststellen: Es lohnt sich doch!

 
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