Besonderheiten bei der Visite

Chance für den Patienten zur Information

Auch bei der Visite in der Klinik gilt: Reden Sie mit dem Patienten, nicht über ihn. Für den Patienten ist die Visite häufig die einzige Gelegenheit, sich einem Arzt mitzuteilen und Informationen zu seinem Krankheits- und Therapieverlauf zu erhalten. Die wenigen Minuten werden so zum Höhepunkt in seinem Klinikalltag. Zusätzlich zu den bereits genannten Gesprächshinweisen sind bei der Visite zu beachten:

  • Die fachliche Vorbereitung auf Befunde, Gesprächsinhalt etc. findet vor der Zimmertür statt.
  • Das Gespräch mit dem Patienten leitet der visiteführende Arzt.
  • Setzen Sie sich beim Visitengespräch möglichst auf einen Stuhl neben den Patienten. Setzen Sie sich nicht auf das Bett.
  • Antworten Sie dem Patienten ehrlich auf seine Fragen und weichen Sie nicht aus.
  • Schwierige, potenziell lebensverändernde Mitteilungen nie im Mehrbettzimmer machen. Vereinbaren Sie dafür einen Extratermin und planen Sie mehr Zeit ein.
  • Dasselbe gilt für Aufklärungsgespräche vor Operationen.

 

Rolle des Pflegepersonals

Häufig ist das Pflegepersonal bei den Visiten nicht anwesend. Ein Manko, findet Carsten Schwarz*. Auch die Schwestern sollten über Befunde, Diagnosen und Therapien Bescheid wissen. „Wenn der Arzt den Raum verlassen hat, rufen die Patienten nämlich den Pfleger und fragen ihn nach seiner Einschätzung“, so die Erfahrung von Schwarz. Damit hier einheitliche Informationen weitergegeben und keine falschen Hoffnungen geweckt werden, dürfen keine Lücken entstehen.

*Dr. Carsten Schwarz, Berlin, Internist und Kommunikationstrainer

Aus der Zeitschrift Lege artis 1/2011

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