Denken Sie auch an sich selbst!

Empathie ist gut, Sympathie mitunter gefährlich

Sich auf den Patienten einzulassen, ist die eine Sache. Aber: „Es ist nicht damit getan, den Patienten ausreden zu lassen“, warnt der Kölner Psychotherapeut Prof. Karl Köhle*. „Wenn Sie den Patienten reden lassen, werden Sie auch mit dessen Problemen belastet. Es kommt jetzt darauf an, ihn fachkompetent zu beraten und zu unterstützen.“ Den eigenen Kommunikationsstil im Hau-Ruck-Verfahren umzustellen, sei dabei der falsche Weg.

  • Wichtig sei stattdessen, zu versuchen, die Bewältigungsansätze der Patienten zu verstehen und
  • die eigenen Reaktionen zu reflektieren.
  • Erst dann sollte eine Umstellung erfolgen.

Übung macht den Meister

Am besten gelingt das durch Üben in der Gruppe – mit Supervision. „Der Rahmen sollte schon mindestens 20 Stunden umfassen“, meint Köhle. „Für andere Kurse sind solche Zeiten normal, aber eben nicht für Kommunikation.“ Auch Carsten Schwarz** rät, sich regelmäßig mit Kollegen auszutauschen und über seine Erfahrungen zu reden. „Oft merkt man erst spät, dass es einen selbst mitnimmt“. Das Gespräch hilft, ein professionelles Verhältnis zu den Problemen der Patienten aufzubauen und verhindert das Umschlagen von Empathie in Sympathie. „Das muss man lernen“, sagt der Berliner. „Und man kann es auch.“

* Prof. Karl Köhle, Köln, ehemaliger Direktor der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie, Uniklinik Köln

** Dr. Carsten Schwarz, Berlin, Internist und Kommunikationstrainer

Aus der Zeitschrift Lege artis 1/2011

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