Rahmenbedingungen

Kommunikationsmittel

Worte machen nur einen Bruchteil (ca. 7 %) der Wirkung von Kommunikation aus [9]. Mehr als die Hälfte entfällt dagegen auf nonverbale Kommunikation, wie

  • Gestik und Mimik,
  • Blickkontakt,
  • Körperhaltung und
  • Verhalten allgemein.

 

Sprache

Trotzdem ist eine angemessene Wortwahl entscheidend. Wenn der Gesprächspartner schon an der Bedeutung der Wörter scheitert, bringt auch der beste Gesprächsaufbau nichts. Schneiden Sie daher die Information auf den Patienten zu.

  • Reden Sie in der Sprache Ihres Patienten: Nutzen Sie sein Vokabular (keine Fachbegriffe). Das Gespür für die Sprache des Patienten bekommen Sie während seiner Erzählung.
  • Bilden Sie kurze, einfache Sätze.
  • Sprechen Sie deutlich.
  • Formulieren Sie Ihre Aussagen klar und so positiv wie möglich, aber
  • bleiben Sie dabei glaubwürdig und vor allem ehrlich.

Verneinungen negativer Begriff e („keine Panik“, „nicht schlecht“ usw.) wirken zuweilen anders, als sie gemeint waren: Sie beruhigen den Patienten nicht und provozieren daher Missverständnisse.

Verhalten des Arztes

Vermitteln Sie dem Patienten, dass er im Mittelpunkt steht. Schon die Körperhaltung verrät viel über die Einstellung zum Gesprächspartner.

  • Aktives Zuhören signalisieren Sie über eine leicht vorgebeugte Sitzhaltung, Blickkontakt und Nicken bzw. Kopfschütteln.
  • Wer sich dagegen lässig im Stuhl zurück lehnt, permanent in Akten blättert oder auf die Uhr sieht, verunsichert seinen Patienten und strahlt Desinteresse aus.

 

Gesprächsatmosphäre

Eine ungestörte und positive Umgebung schafft Vertrauen und erleichtert das Reden. Dies ist vor allem bei schwierigen Gesprächen wichtig.

  • Bieten Sie Ihrem Patienten eine Sitzgelegenheit an und setzen Sie sich ebenfalls – am besten auf Augenhöhe des Patienten.
  • Achten Sie auf freie Sicht! Auf dem Schreibtisch sollten weder Akten noch andere Gegenstände den Blickkontakt zum Gegenüber stören. Verstecken Sie sich bei Visiten nicht hinter dem Visitenwagen oder hinter der Kurve.
  • Vermeiden Sie auch andere Störungen, z. B. durch ein entsprechendes Schild an der Sprechzimmertür.
  • Natürlich gilt: Telefon bzw. Handy aus!

 

Literatur:

[9] Bergner TMH. Wie geht‘s uns denn? Ärztliche Kommunikation optimieren. Stuttgart: Schattauer; 2009

Aus der Zeitschrift Lege artis 1/2011

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Quelle