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Frühgeburt im Rettungsdienst - Versorgung eines Frühgeborenen nach häuslicher Sturzgeburt

Geburtshilfliche Notfälle im Rettungsdienst sind selten. Eine extreme Frühgeburt im präklinischen Kontext stellt eine ausgesprochene Rarität dar. Im folgenden Fallbericht wurden die beteiligten Rettungskräfte unerwartet mit einer häuslichen Sturzgeburt in der 23. SSW konfrontiert. Die außerordentliche Unreife des Neugeborenen an der Grenze der Lebensfähigkeit stellte besondere Anforderungen an Versorgung, Ausstattung, Infrastruktur, Kompetenz und Ethik. Eine ähnliche Fallbeschreibung liegt unserer Kenntnis nach bisher nicht vor.

Fallbericht

Alarmierung

Um 16:25 Uhr werden durch die integrierte Leitstelle Rettungswagen (RTW) und Notarzt mit dem Meldebild „Schwangere 22. Schwangerschaftswoche (SSW) mit links- und rechtsseitigen Bauchschmerzen, bekannte Plazenta prävia” alarmiert. Das Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) ist zu diesem Zeitpunkt unabkömmlich im Einsatz, sodass der Verlegungsarzt (VEF) ersatzweise alarmiert wird.

Beim VEF handelt es sich um ein in Bayern etabliertes, arztbesetztes Rettungsmittel für den Interhospitaltransport, das im Bedarfsfall für Notarzteinsätze disponiert werden kann. Während der RTW unverzüglich zum Einsatzort fährt, muss das VEF den Notarzt zunächst mit Sonderzeichen abholen. Während der Fahrt kündigt die Leitstelle über Funk die drohende Geburt an. Bei Eintreffen des RTW um ca. 16:35 Uhr ist das Kind bereits durch die Schwiegermutter entbunden worden, es erfolgt umgehend die Nachalarmierung des Neugeborenen-Notarztes mit Intensivtransport-Inkubator. Der erfahrene Rettungsassistent beginnt mit Erstmaßnahmen zur Versorgung des Neugeborenen. Um 16:43 Uhr – 18 min nach Alarm – trifft der Notarzt am Einsatzort ein. Um 16:52 Uhr erreicht der Neugeborenen-Notarzt mit pädiatrischer Intensivpflegekraft den Einsatzort.

Situation am Einsatzort

Nach Öffnen der Haustür befindet sich die Mutter am Boden des Flures, zwischen den gespreizten Beinen finden sich Blutkoagel. Ein extrem unreifes Neugeborenes ist an der intakten bereits mit einer Nabelklemme unterbundenen Nabelschnur am Boden gelagert. Ein Rettungassistent kniet daneben und führt eine Beatmung des Neugeborenen mit der kleinsten verfügbaren Maske (Größe 0) durch. Sie umgibt das Gesicht dabei vollständig. Im engen Raum befinden sich außerdem eine weitere junge Rettungsassistentin sowie Partner und Schwiegereltern der Mutter.

Die suffiziente Maskenbeatmung wird durch den Rettungsassistent fortgeführt, der Notarzt übernimmt die Thoraxkompression mit einem Finger, während gleichzeitig eine Übergabe durch den Rettungsdienst sowie eine Kurzevaluation der Mutter erfolgt.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Frühgeburt im Rettungsdienst - Versorgung eines Frühgeborenen nach häuslicher Sturzgeburt

Aus der Zeitschrift AINS 11/12/2016

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