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Burnout und Gratifikationskrisen im Längsschnitt bei Ärztinnen und Ärzten während der fachärztlichen Weiterbildung in Deutschland

Mehrere Studien belegen den hohen beruflichen Stress von Ärzten und Ärztinnen bis hin zu Burnout-Symptomen. In der vorliegenden Studie wurde das Belastungserleben im längsschnittlichen Verlauf der fachärztlichen Weiterbildung untersucht.

Dazu wurde der Frage nachgegangen, wie sich das Burnouterleben unter Berücksichtigung von Gratifikationskrisen von Beginn bis zum Ende der Weiterbildung an innerhalb von 6 Jahren verändert und ob es jeweils einen Einfluss von Geschlecht und Elternstatus gibt. Die Datenerhebung erfolgte im Rahmen der KarMed Studie. Eingesetzt wurden das Maslach Burnout Inventar (MBI-HSS (MP)) und der Effort-Reward-Imbalance Fragebogen (ERI). Die theoretischen Annahmen wurden in allgemeinen linearen Modellen und allgemeinen linearen gemischten Modellen mit Meßwiederholungsdesign statistisch überprüft. Es bestand ein hoher Zusammenhang zwischen dem Ausgangsniveau der Belastung zu Beginn der Weiterbildung und dem Belastungserleben zum Ende der Weiterbildung. Gratifikationskrisen hatten einen signifikanten Einfluss auf die Sub-Skala emotionale Erschöpfung des MBI, nicht aber auf die Subskalen persönliche Leistungsfähigkeit und Depersonalisation. Signifikante Zeiteffekte fanden sich auf allen 3 Sub-Skalen des MBI, mit signifikanten Geschlechtseffekten auf den Subskalen emotionale Erschöpfung und Depersonalistaion. Der Elternstatus weist unter Berücksichtigung der Burnout-Verlaufswerte und Gratifikationskrisen keinen signifikanten Einfluss auf das Burnouterleben auf. Die theoretischen Implikationen und die praktischen Konsequenzen für die Gesundheitsförderung von ÄrztInnen werden ebenso diskutiert wie die Begrenzungen der Untersuchung.

Hintergrund und Zielsetzung

Dem Beschlussprotokoll des 121. Deutschen Ärztetags im Mai 2018 ist zu entnehmen, dass die Bundesärztekammer sich mit der Gefährdung der (psychischen) Gesundheit von Ärzten[1] durch die aktuellen Rahmenbedingungen der ärztlichen Tätigkeit befasst. Der Ärztetag hat gefordert, dass die Erhaltung der eigenen psychischen Gesundheit von Medizinstudierenden bzw. Ärzten bereits in die Curricula des Medizinstudiums integriert wird: „Dies beinhaltet die Sensibilisierung für psychische Probleme, deren Erkennung und Prävention sowie die Stärkung der Resilienz im Studium und Arztalltag“ (Top Ic 34).

Mehrere Studien belegen den beruflichen Stress bei Ärzten bis hin zu Burnout-Symptomen. Für Deutschland wird angenommen, dass etwa 20% der Ärzte unter manifesten Symptomen eines Burnout-Syndroms leiden, was mit einer geringeren Berufszufriedenheit und einer niedrigeren Lebensqualität verbunden ist. Besonders junge Berufsangehörige scheinen Burnout-gefährdet zu sein. Dabei wird häufig das Maslach Burnout Inventar eingesetzt, das zwischen emotionaler Erschöpfung, Depersonalisierung und subjektiver Leistungsfähigkeit unterscheidet.

Ein erhöhtes Stresserleben – im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung – findet sich bereits im Medizinstudium. In einer jüngst erschienenen Meta-Analyse von Erschens et al. findet sich eine systematische Übersicht über das Burnouterleben bei Medizinstudierenden. Die Autoren gaben an, dass die Prävalenzraten von Burnout bei Medizinstudierenden stark variieren (zwischen 7 und bis zu 75,2%), je nach Studie.

Die Zeit während der ärztlichen Weiterbildung ist prägend in Hinblick auf die persönliche Entwicklung in der Rolle als Arzt und die Qualitätssicherung der Patientenversorgung. Viele Ärzte erleben die Weiterbildung als eine stressvolle, überfordernde Zeitspanne. In der alltäglichen Arbeit gehen sie an die Grenzen ihrer Belastbarkeit.

Lesen Sie den vollständigen Beitrag hier Burnout und Gratifikationskrisen im Längsschnitt bei Ärztinnen und Ärzten während der fachärztlichen Weiterbildung in Deutschland 

Aus der Zeitschrift PPmP - Psychotherapie · Psychosomatik · Medizinische Psychologie 08/2020

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