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Vermeidung postoperativer Wundinfektionen

Der Schutz des Patienten vor postoperativen Wundinfektionen (Surgical Site Infections, SSI) ist ein wesentliches Qualitätsmerkmal für das operative Behandlungsergebnis und entscheidend für die Patientenzufriedenheit. Zusätzlich müssen die Mitarbeiter vor berufsbedingten Infektionen geschützt werden.

Die Vermeidung postoperativer Wundinfektionen ist ethische Verantwortung und zugleich gesetzliche Verpflichtung. Sie stellt eine permanente Herausforderung für alle an der chirurgischen Versorgung beteiligten Ärzte und Pflegekräfte dar. Die Etablierung und Umsetzung einer interdisziplinären Multibarrierenstrategie ist für den Arzt eine Führungsaufgabe, die hohe Sachkenntnis und Konsequenz erfordert, um bei allen Beteiligten für die erforderliche kontinuierliche Compliance zu sorgen.

Rangierten 1995 SSI an deutschen Akutkrankenhäusern mit ca. 16 % noch an 3. Stelle der nosokomialen Infektionen nach nosokomialer Pneumonie und Harnwegsinfektionen, sind sie 2011 mit 24,7 % an die 1. Stelle gerückt. Da sich im Zeitraum 2010–2014 die SSI-Rate im Vergleich zum Zeitraum 2009–2012 gering reduziert hat, dürfte es sich um eine Verschiebung der Häufigkeiten handeln. Hierfür kommen v. a. folgende Ursachen in Betracht:

  • Versorgung zunehmend älterer Patienten mit eingeschränkter Immunabwehr
  • Eingriffe aufgrund moderner Operationstechniken, die früher nicht möglich waren
  • Ausbreitung multiresistenter Erreger (MRE) einschließlich der damit verbundenen fehlenden Effektivität der perioperativen Antibiotikaprophylaxe (PAP), sofern das Vorkommen des MRE nicht bekannt ist
  • Durch Fall-Kontroll-Studien konnte gezeigt werden, dass Patienten mit SSI eine 60 % höhere Wahrscheinlichkeit haben, auf der Intensivstation behandelt zu werden, eine 2-fach höhere Wahrscheinlichkeit haben, zu sterben, sowie die 5-fach höhere Wahrscheinlichkeit einer erneuten Krankenhausaufnahme. Durchschnittlich entstehen durch eine SSI Kosten von ca. 3000 Euro, die Aufenthaltsdauer in der Klinik verlängert sich um ca. 6,5 d. Hochgerechnet bedeutet das eine Mehrbelastung für die Versicherungssysteme von fast 300 Millionen Euro und 614 000 zusätzliche Krankenhausbehandlungstage pro Jahr in Deutschland.

Definition von SSI. Für SSI gibt es zahllose Definitionen. Die in der internationalen Literatur gängigste ist die der amerikanischen CDC (Centers for Disease Control and Prevention), die 1992 von Horan et al. publiziert wurde.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Vermeidung postoperativer Wundinfektionen

Aus der Zeitschrift Allgemein- und Viszeralchirurgie up2date 4/2016

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