cDPP3 als wertvoller früh messbarer Biomarker in der Notfallversorgung
Die frühzeitige und präzise Risikostratifizierung schwerstkranker Patienten in der Notaufnahme ist nach wie vor ein Eckpfeiler der modernen Akutmedizin. Rechtzeitige Entscheidungen über Ressourcenzuweisung, Aufnahme auf die Intensivstation und gezielte Therapien erfordern Instrumente, die Patienten mit dem Risiko einer raschen Verschlechterung identifizieren können, vorzugsweise bevor offensichtliche klinische Symptome auftreten. Traditionelle klinische Bewertungssysteme wie der Modified Early Warning Score (MEWS), das Quick Sequential Organ Failure Assessment (qSOFA) und der Shock Index (SI) werden häufig für die initiale Triage und Prognoseabschätzung eingesetzt. Diese Scores erkennen jedoch häufig eine Verschlechterung erst, wenn Organschädigungen bereits begonnen haben. In der aktuellen Literatur wurde die zirkulierende Dipeptidylpeptidase 3 (cDPP3), eine zytosolische Metalloprotease, die bei Zellschäden in den Blutkreislauf freigesetzt wird, als vielversprechender Biomarker identifiziert, der mit schlechten Outcomes bei Patienten mit septischem, kardiogenem oder vasoplegischem Schock auf der Intensivstation assoziiert ist. Durch den Abbau von Angiotensin II und Enkephalinen kann cDPP3 direkt zu hämodynamischer Instabilität, Myokarddepression und Multiorganversagen beitragen. Der Nutzen von cDPP3 als früher Biomarker in der Notaufnahme ist noch nicht vollständig erforscht.
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