Suchtkranker Patient in der Anästhesie
Am 21. Mai 2015 wurde der Drogen- und Suchtbericht 2015 der Bundesregierung vorgelegt. Er enthält zahlreiche wichtige Informationen zu einem großen Spektrum an legalen und illegalen Substanzen, darunter Alkohol, Tabak, Cannabis, Amphetamine bis hin zu Heroin und ist abrufbar unter www.drogenbeauftragte.de.
Auch aus anästhesiologischer und intensivmedizinischer Sicht sind diese aktuellen Ergebnisse von großem Interesse, da suchtkranke Patienten mit einer deutlich erhöhten Morbidität und Letalität belastet sind. Die Bedeutung der Problematik soll schlaglichtartig anhand einiger Daten aus dem Drogen- und Suchtbericht sowie verschiedener aktueller Studien aus Deutschland erläutert werden.
Seit 1980 werden vom Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT) München Repräsentativerhebungen zum Substanzkonsums in Deutschland in der Allgemeinbevölkerung (18–64 Jahre) durchgeführt und als Epidemiologischer Suchtsurvey (ESA) publiziert (www.esa-survey.de). Nach diesen Daten hat nur eine sehr kleine Gruppe der Erwachsenen in Deutschland (3,6 %) nie Alkohol konsumiert. Weitere 9,8 % lebten in den vergangen 12 Monaten vor der Erhebung abstinent, haben aber Erfahrungen mit Alkohol. Die große Mehrzahl (71,5 %) trank nach ESA innerhalb der letzten 30 Tage Alkohol.
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Aus der Zeitschrift AINS 6/2015
