• Neubewertung extraglottischer Atemwegshilfsmittel in der Notfallmedizin - Notfallmedizin - Thieme Verlag

     

Neubewertung extraglottischer Atemwegshilfsmittel

Dieser Artikel gibt einen Überblick über die klinischen Grundlagen von extraglottischen Atemwegshilfen, beschreibt den potenziell sinnvollen Einsatz in der präklinischen Notfallmedizin, stellt die derzeit aktuellen Studien vor, analysiert mögliche Schwachstellen hinsichtlich der Art der verwendeten Atemwegshilfen und beleuchtet die Ausbildung der medizinischen Notfallteams.

Einleitung

„Das Atemwegsmanagement ist eine der Kernkompetenzen der Notfallmedizin, da ohne offene Atemwege und einen adäquaten Gasaustausch alle weiteren Maßnahmen vergeblich werden“.
So richtig dieser Satz von Burkhard Dirks ist, beschreibt er leider auch ein Dilemma der Notfallmedizin: Die Sicherung der Atemwege ist präklinisch im Vergleich zu den kontrollierten klinischen Bedingungen im OP deutlich schwieriger durchzuführen, muss sich mit limitierten Techniken begnügen und wird von medizinischen Teams durchgeführt, die häufig keine ausgewiesene Expertise in diesem Bereich besitzen.

So wurde die Einführung von extraglottischen Atemwegshilfen (EGA) auch zur primären Sicherung der Atemwege regelrecht gefeiert, da das Erlernen dieser Technik leichter ist als die Durchführung der klassischen laryngoskopischen endotrachealen Intubation (ETI). Demzufolge wurde der Einsatz auch von der Leitlinie „Präklinisches Atemwegsmanagement“ aus dem Jahre 2012 empfohlen. Umso ernüchternder sind die Ergebnisse der großen japanischen und US-amerikanischen Studien, die ein schlechteres Outcome präklinisch reanimierter Patienten bei Verwendung einer EGA zeigen, sowohl gegenüber der ETI als auch gegenüber der Gesichtsmaskenbeatmung (MB).


Atemwegsmanagement in der Notfallmedizin

Die endotracheale Intubation ist ein weit verbreitetes Verfahren und gilt nach wie vor in der Notfallmedizin als der „Goldstandard“ zur Sicherung der Atemwege [2], [3]. Dies gilt allerdings nur mit der Einschränkung, dass die Fertigkeiten zur Durchführung hinreichend gut beherrscht werden müssen.

Die potenziellen Vorteile der endotrachealen Intubation gegenüber der Beatmung mittels einer Gesichtsmaske oder einer extraglottischen Atemwegshilfe sind in der Übersicht (s. [folgende Seite oben]) dargestellt.

ÜBERSICHT: Vorteile der endotrachealen Intubation gegenüber Verwendung einer extraglottischen Atemwegshilfe

  • Applikation höherer inspiratorischer und positiv endexspiratorischer Beatmungsdrücke möglich
  • geringere Leckage im Beatmungssystem
  • geringere Gefahr der Insufflation von Luft in den Magen und Induktion des Circulus vitiosus der Magenbelüftung
  • effektiverer Aspirationsschutz
  • tracheale und bronchiale Absaugung möglich
  • höhere Effektivität der Herzdruckmassage durch asynchrone Beatmung während der kardiopulmonalen Reanimation (CPR)

Beachtet werden muss allerdings, dass die technische Durchführung der endotrachealen Intubation unter präklinischen Notfallbedingungen schwierig ist und viele Faktoren eine erfolgreiche ETI erschweren.

 

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Neubewertung extraglottischer Atemwegshilfsmittel in der Notfallmedizin

Aus der Zeitschrift Notfallmedizin up2date 02/2017

Call to Action Icon
Notfallmedizin up2date Jetzt kostenlos testen!

Newsletter AINS

  • Thieme Newsletter - Wissen das sich anpasst - Jetzt kostenlos registrieren

    Jetzt kostenlos anmelden

    Mit brandaktuellen News und Neuerscheinungen, Schnäppchen und tollen Gewinnspielen sind Sie up to date und immer einen Schritt voraus.

Quelle

Notfallmedizin up2date
Notfallmedizin up2date

EUR [D] 129,00Zur ProduktseiteInkl. gesetzl. MwSt.

Buchtipps

Zusatzweiterbildung Notfallmedizin
Berthold Bein, Jan-Thorsten Gräsner, Patrick Meybohm, Jens ScholzZusatzweiterbildung Notfallmedizin

1000 kommentierte Prüfungsfragen

EUR [D] 49,99Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.

SOPs in Intensivmedizin und Notfallmedizin
Claudia Spies, Thoralf Kerner, Marc Kastrup, Christoph Melzer-Gartzke, Hendrik ZielkeSOPs in Intensivmedizin und Notfallmedizin

Alle relevanten Standards und Techniken für die Klinik

EUR [D] 59,99Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.

Anästhesie und Begleiterkrankungen
Frank Wappler, Peter Tonner, Gerd BürkleAnästhesie und Begleiterkrankungen

Perioperatives Management des kranken Patienten

EUR [D] 59,99Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.