• Multiple Sklerose

     

Anästhesie und Multiple Sklerose - Was gilt es zu beachten?

Patienten mit seltenen neurologischen Erkrankungen sind stets eine Herausforderung im klinisch-operativen Alltag. Insbesondere anästhesiologische Interventionen können dabei mit vielfältigen Problemen behaftet sein. Der folgende Artikel befasst sich mit dem aktuellen Wissensstand zur Multiplen Sklerose in der Anästhesie. Dabei beziehen sich die Autoren auf die sichere Vorbereitung und Durchführung verschiedener Anästhesieformen sowie die Vermeidung und ggfs. Therapie möglicher Komplikationen.

Definition, Epidemiologie, Symptomatik

Krankheitsbild: Multiple Sklerose (MS) ist eine immunvermittelte Erkrankung des zentralen Nervensystems. Das 1868 durch Jean Martin Charcot als „la sclérose en plaques disséminées“ beschriebene Krankheitsbild führt dauerhaft zu Demyelinisierungen und axonalen Schädigungen von Gehirn und Rückenmark. Sie ist die häufigste neurologische Ursache für bleibende Behinderungen im jungen Erwachsenenalter.

Prävalenz: Die Prävalenz liegt bei 2–150 Fällen pro 100 000 Einwohner mit starker länderspezifischer Abhängigkeit. Weltweit wird die Zahl der Betroffenen auf ca. 2 Mio. geschätzt, in Deutschland geht man von > 120 000 Erkrankten aus. Frauen sind 1,4–2,3-mal häufiger betroffen als Männer. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 30 Jahren, obwohl in seltenen Fällen Neudiagnosen bis ins hohe Alter möglich sind.

Verlaufsformen: Klinisch lässt sich die Erkrankung in unterschiedliche Verläufe einteilen:

  • das radiologisch isolierte Syndrom (RIS),
  • das klinisch isolierte Syndrom (KIS),
  • die schubförmige („Relapsing-Remitting“, RRMS),
  • die sekundär progrediente (SPMS) und
  • die primär progrediente (PPMS) Verlaufsform.

MS beginnt in > 80 % der Fälle mit schubförmigem Verlauf und variabler Symptomatik in Abhängigkeit betroffener ZNS-Strukturen. Zu den typischen klinischen Symptomen gehören beispielsweise Sehstörungen, in Form von Verschwommensehen und Farbentsättigung, sowie Augenbewegungsschmerz als Ausdruck einer Optikusneuritis, Doppelbilder, Tremor, skandierende Sprache, Nystagmus und ataktische Gangstörungen als Folge von Läsionen in Hirnstamm und Kleinhirn oder auch Taubheit und Parästhesien. Motorische Störungen in Form von spastischen, häufig jedoch auch schlaffen Para-, Tetra- oder auch Hemiparesen weisen auf die Beeinträchtigung sensomotorischer Bahnen oder von deren Zentren im Gehirn und Rückenmark hin. Entsprechend können auch kognitive Beeinträchtigungen oder Epilepsie, aber auch Harnblasen- und Darmdysfunktionen oder Erschöpfung (Fatigue) auftreten.

 

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Anästhesie und Multiple Sklerose - Was gilt es zu beachten?

Aus der Zeitschrift AINS 07-08/2016

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