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Besonderheiten bei der Notfallversorgung von geriatrischen Traumapatienten

Die notfallmedizinische Versorgung geriatrischer Patienten stellt eine immer häufigere Aufgabe des rettungsdienstlichen Alltags dar und ihre Zahl wird aller Voraussicht nach weiter wachsen. Darüber hinaus findet eine zunehmende Spezialisierung der Medizin im Sinne der Geriatrie statt, die sich mit den besonderen Herausforderungen der älteren Patienten beschäftigt. Dieser Artikel soll eine Übersicht über die besonderen Gegebenheiten bei der Versorgung von geriatrischen Notfallpatienten geben.

Epidemiologie
Im Jahr 2014 betrug die Zahl der über 65-Jährigen bereits 17,1 Millionen, entsprechend einem Anteil von 21 % an der bundesdeutschen Gesamtbevölkerung. 2034 wird ein Anteil von 30 % erwartet. Während der Gesamtanteil an Sturzursachen bei schweren Traumata bei unter 55-Jährigen bei bis zu 23 % liegt, zeigt die Gruppe von über 75-Jährigen einen Anteil von 76 %.

10 – 15 % der Behandlungen von Patienten aller Altersgruppen in Notaufnahmen sind sturzbedingt. Alte Patienten zeigen nach solchen Verletzungen ein schlechteres klinisches Outcome als jüngere Personen. Stürze stellen die Hauptursache für traumabedingte Sterbefälle bei geriatrischen Patienten dar.

Fallbeispiel

Auffindesituation
Die 86-jährige weibliche Patientin, Sturz in der Wohnung unklarer Genese, wird durch den Ehemann in den frühen Morgenstunden vorgefunden. Die Rettungsdienstalarmierung war bei immobilisierenden Schmerzen über den vorhandenen Hausnotruf ausgelöst worden.

Definition des geriatrischen Patienten 
Die europäischen geriatrisch-medizinischen Gesellschaften definieren geriatrische Patienten folgendermaßen: 

  • höheres Lebensalter (meist über 70 Jahre), altersbedingte Funktionseinschränkungen, Multimorbidität 
oder

  • Alter über 80 Jahre, alterstypisch erhöhte Vulnerabilität, Gefahr der Chronifizierung, deutlich erhöhtes Risiko eines Verlusts der Autonomie mit Verschlechterung des Selbsthilfestatus

Besonderheiten des geriatrischen Patienten
Multimorbidität
Die Errungenschaften der modernen Medizin führten und führen zu einer kontinuierlichen Verlängerung der Lebenserwartung in den westlichen Ländern. Damit geht eine zunehmende Multimorbidität der Patienten einher. Die krankheitsbezogene Mortalität sinkt, jedoch liegen zusehends mehrere therapierte Diagnosen vor.

Hintergrundwissen: Besonderheiten geriatrischer Patienten 

  • Patienten älter als 65 Jahre weisen zu 80 % eine chronische Erkrankung auf.
  • In der Altersgruppe der 70- bis 90-Jährigen liegen meist 5 – 10 Dauerdiagnosen vor.
  • Typische Komorbiditäten sind: kardiovaskuläre Erkrankungen, Diabetes mellitus, COPD, Nierenfunktionsstörungen, demenzielle Erkrankungen.

 

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Besonderheiten bei der Notfallversorgung von geriatrischen Traumapatienten

Aus der Zeitschrift retten! 01/2019

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