•  

Der akute Myokardinfarkt

Jährlich sterben in Deutschland über 40 000 Menschen an den Folgen eines Myokardinfarkts. Unverändert versterben davon allerdings bis zu zwei Drittel präklinisch – was die Wichtigkeit der präklinischen Versorgung für Patienten mit Herzinfarkt unterstreicht. Dieser Beitrag will auf der Basis auf den aktuellen Leitlinien einen Überblick über präklinisch relevante Aspekte geben.

 

MERKE

Direkt nach Entwicklung eines Herzinfarkts ist die Situation am kritischsten.

Definition und Ätiologie

Der Myokardinfarkt (oder Herzinfarkt; engl.: Acute Myocardial Infarction) ist als akute Minderdurchblutung des Herzens (Myokard, Herzmuskelgewebe) mit daraus folgendem Absterben von Herzmuskelgewebe definiert. Ätiologisch wird der Myokardinfarkt in 5 Typen eingeteilt, von denen nur die Typen 1–3 präklinisch relevant sind.

Atherosklerose ist bei Weitem die häufigste Ursache des Myokardinfarkts, die am Herzen als koronare Herzkrankheit (KHK) bezeichnet wird. Die Atherosklerose führt durch Verkalkung der herzversorgenden Arterien zu Gefäßengen (Plaques). Wenn die Plaques aufbrechen und daraus folgend einen kompletten Verschluss der Herzarterie verursachen, führt dies zu einem Myokardinfarkt. Der Typ-2-Myokardinfarkt, z. B. im Rahmen einer hypertensiven Krise, ist ebenfalls häufig.

Die Arbeitsdiagnose ACS

Unter die Arbeitsdiagnose akutes Koronarsyndrom (engl.: Acute Coronary Syndrome, ACS) fallen 3 Entitäten.

  • STEMI (ST-Elevation Myocardial Infarction)
  • NSTEMI (Non-ST-Elevation Myocardial Infarction)
  • instabile Angina pectoris (iAP)

Klinik

Hauptsymptom des akuten Myokardinfarkts ist die Angina pectoris (AP, lateinisch für „enge Brust“). Als „typische“ Angina pectoris wird ein Engegefühl hinter dem Brustbein (retrosternal) mit Ausstrahlung in den linken Arm (seltener beide Arme, Hals oder Kinn) bezeichnet. Begleitende Symptome beim Herzinfarkt können unter anderem Luftnot, Übelkeit, Kaltschweißigkeit, Bauchschmerzen oder Synkopen sein. Eher atypische Symptome für einen Myokardinfarkt sind unter anderem ein reißender oder stechender Schmerz („wie ein Messerstich“), isolierte Luftnot oder eine Atemabhängigkeit der Schmerzen. Es präsentieren sich bis zu 30 % der Frauen mit Myokardinfarkt ohne oder mit atypischen Beschwerden, was die Diagnostik des Herzinfarkts in der Präklinik bei Frauen erschwert. Auch ältere Patienten, Patienten mit chronischer Nierenerkrankung, Diabetes oder Demenz leiden häufig nur unter atypischen Beschwerden und bedürfen eines besonderen Augenmerks. Somit kann kein klinisches Symptom einen Myokardinfarkt ausschließen oder beweisen. Eine sichere Diagnose des Myokardinfarkts ist erst in der Klinik nach ausführlicher Diagnostik möglich.


MERKE

Frauen mit Herzinfarkt stellen sich häufig ohne die typischen Symptome wie retrosternales Engegefühl mit Ausstrahlung in den linken Arm vor.

Lesen Sie hier den ganzen Beitrag: Der akute Myokardinfarkt: Leitliniengerechte Therapie in der Präklinik
aus der Zeitschrift retten! 9(05) / 2020

Newsletter Rettungsdienst

  • Jetzt zum Newsletter anmelden!

    Jetzt kostenlos anmelden

    Melden Sie sich jetzt kostenlos zum Newsletter an und wir informieren Sie über brandaktuelle News und Neuerscheinungen, Schnäppchen und tolle Gewinnspiele.

Buchtipps

Rettungssanitäter, Rettungshelfer
Jannis Patrik, Michael Unseld, Diana Drache, Arne Conrad, Martin Rief, Attila Koszik, Marco Steinkrauß, Maik Thomas, Marcus Wuttke, Yvonne Lenhardt-Pfeiffer, Alice Brand, Jeannette Frenzel, Andreas KrebsRettungssanitäter, Rettungshelfer

EUR [D] 49,99Inkl. gesetzl. MwSt.

retten - Fallbuch Notfallsanitäter
Sylvia Zayerretten - Fallbuch Notfallsanitäter

Fit für die Prüfung

EUR [D] 27,99Inkl. gesetzl. MwSt.

Erfahrungsschatz Notfallmedizin
Christian Friedrich, Patrick Meybohm, Hartwig Marung, Richard Schalk, Sebastian Stehr, Jan-Thorsten Gräsner, Wolfgang Heinrichs, Ralf MichaelErfahrungsschatz Notfallmedizin

100 kritische Ereignisse, Fehler und Komplikationen

EUR [D] 81,99Inkl. gesetzl. MwSt.

Cookie-Einstellungen