• Transportverweigerung © Thieme Verlagsgruppe - Romy Greiner

     

Dreiste Patienten, dreiste Einweiser – wann darf ich den Transport verweigern?

Die Anfahrt erfolgt mit Blaulicht und Martinshorn, doch der Patient wartet bereits mit gepackten Koffern und fordert den Transport in eine ihm genehme Klinik. Transportindikation? Keine ersichtlich. Schlimmer noch: Der Patient zeigt sich gegenüber dem Rettungsdienst äußerst aggressiv; die Mitarbeiter fühlen sich gefährdet. Wie dürfen oder müssen sie im Rettungsdienst reagieren?

Nicht immer ist der Patientenwille entscheidend

Oft wird nur die Transportverweigerung durch den Patienten thematisiert. Seltener erörtert wird die Situation, dass der Patient transportiert werden will oder aufgrund der Vorgabe Dritter befördert werden soll – der Rettungsdienst dies allerdings nicht für notwendig erachtet oder sich den Transport nicht zutraut. Drei Fallbeispiele sollen das verdeutlichen.

Fallbeispiel 1

Der Patient wartet bereits mit gepackten Koffern. Er ist für eine seit Langem geplante plastische Operation einbestellt. Der Arzt habe am Telefon darauf verwiesen, dass bei einem Notfalltransport kein Eigenanteil bei der Krankenkasse anfalle. Ein Taxi wolle er sich nicht leisten. Eine Verordnung liegt nicht vor.


Fallbeispiel 2

Der Rettungsdienst soll einen intensivpflichtigen Patienten aus einem Klinikum der Maximalversorgung verlegen. Der Transport ist nicht eilig. Dafür erweist sich der Patient als übergewichtig und zu schwer für die Transportliege. Die Besatzung kann die mitzuführenden Medizinprodukte der Klinik nicht sicher verlasten. Ein nicht qualifizierter Assistenzarzt soll den Transport begleiten.


Fallbeispiel 3

Nach einer Schlägerei bittet die Polizei den Rettungsdienst, den sich noch immer heftig wehrenden, aber gefesselten und mit Schnittwunden übersäten Patienten in eine Klinik zu fahren. Beim Nähern an die Trage tritt der Patient den Sanitäter heftig mit den verbundenen Füßen. Die Polizei ist vor Ort gebunden und kann den Transport nicht begleiten.

 


Aufgaben des Rettungsdienstes

Die Bundesländer regeln die Aufgaben ihrer Rettungsdienste aufgrund des Art. 70 Abs. 1 Grundgesetz in jeweils eigener Gesetzgebungskompetenz. Die Ausbildung der Notfallsanitäter als Berufsausbildung ist dagegen durch ein Bundesgesetz geregelt. Eine Übersicht der verschiedenen Landesrettungsdienstgesetze ist online verfügbar.

Allerdings definieren die Bundesländer die Aufgaben des Rettungsdienstes weitestgehend gleichlautend.

 

Notfallrettung und Krankentransport

Die Notfallrettung umfasst die notfallmedizinische Versorgung von Notfallpatienten am Notfallort und den Notfalltransport. Als Notfallpatienten werden meist Verletzte oder Kranke definiert, die sich in Lebensgefahr befinden oder bei denen schwere gesundheitliche Schäden zu befürchten sind, wenn sie nicht unverzüglich die erforderliche medizinische Versorgung erhalten. Sie sind unter fachgerechter medizinischer Betreuung in eine für die weitere Versorgung geeignete Einrichtung zu befördern.

Krankentransport ist der Transport von kranken, verletzten oder sonstigen hilfsbedürftigen Personen, die – ohne Notfallpatienten zu sein – während der Fahrt einer fachlichen medizinischen Betreuung durch nichtärztliches medizinisches Fachpersonal oder der besonderen Einrichtungen des Krankenkraftwagens bedürfen. So die gesetzliche Definition in § 2 Abs. 2 Satz 1, Abs. 5 Satz 1 BayRDG.

 

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Dreiste Patienten, dreiste Einweiser – wann darf ich den Transport verweigern?

Aus der Zeitschrift: retten! 04/2018

 

Call to Action Icon
retten! kostenlos testen ... ... und ausführlich kennenlernen!

Newsletter Rettungsdienst

  • Jetzt anmelden und Poster sichern

    Jetzt kostenlos anmelden

    Melden Sie sich jetzt kostenlos zum Newsletter an und sichern Sie sich das Poster: retten macht Sie fit für den Einsatz

Quelle

Buchtipps

retten - Fallbuch Notfallsanitäter
Sylvia Zayerretten - Fallbuch Notfallsanitäter

Fit für die Prüfung

EUR [D] 34,99Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.