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Elektrounfälle im Kindes- und Jugendalter

Kinder und Jugendliche gehören zu den Hauptrisikogruppen für Elektrounfälle. Hier sind Niederspannungsunfälle, Hochspannungsunfälle und Blitzunfälle zu unterscheiden. Dieser Artikel beleuchtet die Pathomechanismen, einige Notfallszenarien sowie die rettungsdienstlichen Erstmaßnahmen.

Elektrounfälle gehören zu den selteneren und daher mit gewissen Unsicherheiten behafteten Notfallereignissen. Dies gilt auch deshalb, weil das Verständnis der zugrunde liegenden Mechanismen einige physikalische bzw. elektrotechnische Vorkenntnisse voraussetzt, die nicht allen freiwilligen Helfern oder professionellen Rettern geläufig sind. Und es gilt umso mehr, als zu den Hauptrisikogruppen für Elektrounfälle Kinder und Jugendliche gehören, deren Notfallversorgung ohnehin angstbesetzt ist und die sonst weniger in technische Notfälle verwickelt sind.

Daher soll das Thema Elektrounfälle im Kindesalter hier zum Anlass genommen werden, zunächst die Pathomechanismen des Elektrounfalls allgemein zu erörtern und dann verschiedene typische Notfallszenarien – nicht nur, aber auch im Kindes- und Jugendalter – zu betrachten. Abschließend sollen die Grundlagen der Rettung und Reanimation bzw. der traumatologischen Erstversorgung sowie die Bedeutung von Prävention und Eigenschutz aufgezeigt werden.

Epidemiologie

Zu Elektrounfällen gibt es nur wenige verlässliche epidemiologische Daten. Am ehesten verwertbar sind die Zahlen der Berufsgenossenschaften, die vergleichsweise detaillierte Statistiken über Arbeitsunfälle führen. Daneben besteht eine Dunkelziffer, da für Elektrounfälle, die sich im Haushalt und in der Freizeit ereignen, keine Meldepflicht besteht und einige möglicherweise auch übersehen werden.

Betrachtet man die verfügbaren Angaben aus der offiziellen Todesursachenstatistik, so wird deutlich, dass die Häufigkeit von tödlichen Elektrounfällen von den 1960er-Jahren bis heute – bedingt durch striktere Sicherheitsvorschriften und verbesserte Schutzeinrichtungen – kontinuierlich abgenommen hat.

Grob geschätzt muss davon ausgegangen werden, dass sich gegenwärtig in Deutschland noch 50 – 100 Todesfälle durch Stromeinwirkung pro Jahr ereignen.

Aus größeren Fallserien, beispielsweise einer mehrjährigen Auswertung der Berliner Charité, geht außerdem hervor, dass es zwei Häufigkeitsgipfel gibt, einen ersten im Kleinkindesalter und einen zweiten im Adoleszenten- bzw. jungen Berufstätigkeitsalter. Dabei ist bemerkenswerterweise – ähnlich wie es auch von Ertrinkungsunfällen bekannt ist – schon im Kleinkindesalter das männliche Geschlecht häufiger betroffen als das weibliche.

Das Risiko, von einem Blitz getroffen zu werden, hängt naturgemäß von geografischen Faktoren (Gewitterhäufigkeit) und von der individuellen Lebensweise bzw. beruflichen Exposition (Freizeitsportler, Landarbeiter) ab. Die Letalität von Blitzunfällen wird auf 25% geschätzt; im Schnitt ereignen sich in Deutschland 5 – 10 tödliche Blitzunfälle pro Jahr.

Physikalische Grundlagen

Grundsätzlich werden in der Elektrotechnik drei Spannungsbereiche unterschieden:

  • Als Kleinspannungen werden Wechselspannungen bis 50 V (bzw. Gleichspannungen bis 120 V) bezeichnet, die üblicherweise (wenn auch nicht ausnahmslos) beliebig lange berührt werden könnten, ohne dass nachteilige Auswirkungen zu befürchten wären (Berührungsspannung).
  • Unter Niederspannungen versteht man Wechselspannungen bis 1000 V (bzw. Gleichspannungen bis 1500 V).
  • Unter Hochspannungen werden Wechselspannungen über 1000 V (bzw. Gleichspannungen über 1500 V) zusammengefasst.

In der Praxis wird die Grenze allerdings oft bei 500 V gezogen, sodass Unfälle im U-Bahn-Gleisbett (750 V Gleichstromschiene) bereits zu den Hochspannungsunfällen gezählt werden.

 

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Elektrounfälle im Kindes- und Jugendalter

Aus der Zeitschrift Notfallmedizin up2date 04/2017

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