• Entwicklungen im Rettungsdienst

    © Regina M. Friedle - Thieme Gruppe

     

Entwicklungen im Rettungsdienst

Deutschland altert, und das bekommt auch der Rettungsdienst zu spüren: durch steigende Einsatzzahlen, mehr Pflegebedürftige und immer weniger Nachwuchs. Lesen Sie hier, wie sich die Bevölkerungsentwicklung auswirkt.

Erst in den 1970er Jahren wurde der Rettungsdienst in der BRD konsequent umgesetzt – als öffentliche Aufgabe der Gefahrenabwehr und Daseinsvorsorge. Die Grundlage für eine bedarfsgerechte, hilfsorientierte und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung haben in den letzten 30 Jahren die Rettungsdienstgesetze (RDG) der Länder geschaffen. Doch Einsatzspektrum und Aufgaben des Rettungsdienstes haben sich über die Zeit stark geändert: Eintreffzeiten von weniger als 15 min, GPS-Navigation, algorithmenbasierte Versorgung, medikamentöse Stabilisierung vor Ort, Monitoring, Intensivverlegungsfahrten und Qualitätsmanagement-Systeme auf den Rettungswachen sind mittlerweile Standard.

Heute beschäftigt der Rettungsdienst ca. 40 000 hauptamtliche Rettungsassistenten, -sanitäter und -helfer. Zusätzlich arbeiten dort viele ehrenamtliche Helfer und Menschen im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) bzw. Bundesfreiwilligendienst (BFD). Aufgrund des demografischen Wandels ist in den nächsten Jahren mit einer Zunahme der Fahrten zu rechnen – bei gleichzeitig dünnerer Personaldecke.

Rückgang der erwerbstätigen Bevölkerung

Der aktuelle Bericht der Bundesregierung zur demografischen Entwicklung des Landes macht deutlich: Seit 2003 nimmt die Bevölkerung stetig ab. Besonders drastisch ist dieser Rückgang bei Menschen im erwerbsfähigen Alter von 20–65 Jahren. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes wird bis zum Jahr 2030 die Zahl der Erwerbsfähigen von derzeit 49,8 Mio. auf 43,5 Mio. sinken.

Auswirkung auf den Rettungsdienst

Das hat eine Zuspitzung der Personalsituation zur Folge. Während auf der einen Seite in den nächsten Jahren viele Mitarbeiter in den Ruhestand gehen, fehlen andererseits junge Menschen, die sich für eine Tätigkeit im Rettungsdienst interessieren.
Auf politischer Ebene nimmt man das bereits wahr: So zeigen die Strategiepapiere der Bundesverbände von DRK, JUH, Malteser oder ASB die Probleme auf und machen Vorschläge für zukunftsfähige Lösungen. In den Rettungsdiensten vor Ort wird häufig der Status Quo verwaltet und man verschließt noch die Augen vor den Veränderungen.

In den nächsten Jahren verschärft sich die Personalsituation im Rettungsdienst deutlich. Dabei ist der Personalengpass schon heute durch den Wegfall von Wehrpflicht und Zivildienst latent – die doppelten Abiturjahrgänge im FSJ und BFD verschleiern ihn noch. Spätestens wenn diese Helfer aus dem Dienst ausscheiden, wird es an Nachwuchs mangeln.

Beruf attraktiver gestalten

Zurzeit ist der Andrang auf die Rettungsdienstschulen groß – was sich durch die verschärfte Studien- und Ausbildungssituation erklären lässt. Entspannt sich dort die Lage, wird der Rettungsdienst mit Angeboten konkurrieren müssen, die jungen Menschen mehr Perspektiven bieten. Ob sich Schulabgänger für einen Beruf gewinnen lassen, bei dem sie den theoretischen Teil der Ausbildung selbst finanzieren müssen, ist zweifelhaft. Um konkurrenzfähig zu sein, muss sich das Berufsbild Rettungsassistent zu einem modernen Ausbildungsberuf wandeln und Entwicklungspotenzial bieten, wie z. B. Bachelor- und Masterstudiengänge.

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Aus der Zeitschrift retten! 4/2012


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