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Ertrinkungsunfall – So handeln Sie richtig!

Bei den Einsatzstichworten „Badeunfall“ oder „Person im Wasser“ wird es vielen Rettungskräften mulmig – denn es fehlt oft die Routine. Dabei ist die Versorgung eines aus dem Wasser geretteten Patienten kein Hexenwerk. Wie es geht, zeigt dieser Beitrag anhand des ABCDE-Schemas.

Viele beliebte Freizeitaktivitäten finden an, auf und im Wasser statt. Auch beruflich haben viele Personen täglich mit Wasser zu tun, sei es an Flüssen, Seen, den Küsten oder Schwimm- und Freibädern.

Durch verschiedene Tätigkeiten und Aktivitäten kann es zu ganz unterschiedlichen Notfallsituationen kommen. Neben den klassischen akuten Erkrankungen, wie z. B. Herzinfarkt oder unfallbedingten Traumata, gibt es auch wasserbedingte Verletzungen und Erkrankungen des Körpers. In den letzten Jahren kam es zu einer Zunahme der Zahl an ertrunkenen Menschen in Deutschland. Die Ertrinkungsstatistik der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) weist für das Jahr 2015 488 Fälle von Ertrinken aus. Die meisten Ertrinkungsunfälle ereignen sich an öffentlichen Badegewässern im Binnenland.

Neben den Ertrinkungsunfällen sind wasserspezifische Verletzungen beim Tauchen zu nennen – und hier v. a. 2 Formen des Tauchunfalls:

  1. Dekompressionsunfall (Bildung von Gasblasen in Blut und Gewebe nach längerem Aufenthalt in der Tiefe und zu schnellem Aufstieg)
  2. arterielle Gasembolie (Gasblasen in den Arterien des Körpers durch ein Trauma der Lunge)

Technische Aspekte der Rettung von Ertrinkungsverunfallten haben wir bereits in unserem Beitrag „Person im Wasser? Keine Angst vor der Wasserrettung!“ in der retten!-Ausgabe 4/16 beschrieben. Schwerpunkt des vorliegenden Beitrags sind die medizinischen Aspekte des Ertrinkungsunfalls.

Grundlagen

Unter Ertrinken versteht man das Eintauchen der Atemwege unter Wasser (oder eine andere Flüssigkeit) mit Todesfolge innerhalb von 24 h. Man kann zwischen 2 Arten des Ertrinkens unterscheiden: Bei der Immersion sind Teile des Körpers eingetaucht – zum Ertrinken müssen zumindest Gesicht und Atemwege unter Wasser sein. Wenn der gesamte Körper untergetaucht ist, spricht man von einer Submersion. Patienten, die noch nach 24 h am Leben sind, werden als „beinahe Ertrunkene“ bezeichnet.


Definition

  • Immersion: Eintauchen mindestens des Gesichts und der Atemwege ins Wasser
  • Submersion: Untertauchen des kompletten Körpers ins Wasser
  • Ertrunken: Todesfolge innerhalb von 24 h nach Submersion/Immersion
  • beinahe Ertrunken: Patient überlebt mehr als 24 h nach Submersion/Immersion


Ursachen

Es gibt viele Ursachen, die zu einem Ertrinkungsunfall führen können – die häufigsten sind:

  • internistischer oder neurologischer Notfall beim Aufenthalt im Wasser
  • Sturz von Nichtschwimmern ins Wasser
  • Erschöpfung, Kraftüberschätzung
  • Panik
  • Alkohol oder Drogen
  • Verletzungen

Während bei Kindern oft fehlende Schwimmkenntnisse Ursache eines Ertrinkungsunfalls sind, sind bei Jugendlichen oft die Selbstunterschätzung und der Konsum von Alkohol schuld. Bei älteren Verunfallten spielen meist internistische Grunderkrankungen eine wesentliche Rolle.


Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Ertrinkungsunfall – So handeln Sie richtig!

Aus der Zeitschrift retten! 02/2017 

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Quelle

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