• Tuberkulose

     

Tuberkulose im Rettungsdienst – Infektionsrisiko durch Flüchtlinge?

Tuberkulose ist hierzulande selten. Mit der zuletzt starken Zuwanderung nach Deutschland wächst aber die Furcht vor einer Wiederverbreitung dieser Erkrankung. Gerade die Mitarbeiter, die bei der Versorgung der Flüchtlinge helfen, könnten einer erhöhten Infektionsgefahr ausgesetzt sein. Das stimmt – das Risiko lässt sich aber gut kontrollieren.

Flüchtlinge haben häufiger Tuberkulose

Die Zahl der Migranten und Asylsuchenden aus Krisengebieten hierzulande steigt stetig. Da viele Flüchtlinge aus Ländern mit unzureichender medizinischer Versorgung und mangelhaften hygienischen Verhältnissen stammen, besteht die Möglichkeit, dass Rettungsdienste häufiger als bisher mit (Verdachts-)Fällen einer Tuberkulose (Tbc) konfrontiert werden – z. B. bei Einsätzen in Gemeinschaftsunterkünften. Daten zum Tuberkulose-Screening bei Asylbewerbern einer Aufnahmeeinrichtung aus Trier stützen diese Annahme:

  • Für die Jahre 2001–2014 gab das zuständige Gesundheitsamt dort die Tuberkulose-Aufnahmeprävalenz mit 305/100 000 Untersuchten an – bei einer bundesweiten Prävalenz in Deutschland von 7,5/100 000 Einwohnern.
  • Zudem lag die Aufnahmeprävalenz unter den Asylbegehrenden deutlich höher als die Tuberkuloseprävalenzen der jeweiligen Heimatländer.

Angst vor Ansteckung bei Helfern

Hieraus kann bei Mitarbeitern im Rettungsdienst eine subjektiv empfundene Unsicherheit entstehen – bezüglich des infektiologisch korrekten Umgangs mit solchen Patienten und den hieraus resultierenden notwendigen hygienischen Maßnahmen.

  • Im eigenen Rettungsdienstbereich wurde das Risiko für eine Ansteckung vielfach als angstbehaftet bewertet.
Zur Versachlichung des Themas sollen die nachfolgenden Informationen einen kurzen Überblick über rettungsdienstlich relevante Aspekte der Tuberkulose geben. Maßnahmen der Standardhygiene sowie Aspekte einer speziellen (laborchemischen und bakteriellen) Diagnostik, die differenzierte Therapie und Hygienemaßnahmen in der Klinik sind nicht Gegenstand dieses Artikels.

Informationen zur Tuberkulose-Erkrankung

Erreger

Der häufigste Erreger der Lungentuberkulose ist das Mycobacterium tuberculosis, typus hominis. Mykobakterien sind aerobe, stäbchenförmige Bakterien, die aufgrund ihrer Färbeeigenschaften zur Mikroskopie als „säurefest“ bezeichnet werden. Infektionen mit M. bovis (Rindertuberkulose) sind mittlerweile selten, weitere Erreger des M.-tuberculosis-Komplexes Einzelfälle.

Epidemiologie

Mit geschätzt 9 Mio. erkrankten Menschen (WHO 2013) ist die Tuberkulose eine der häufigsten Infektionskrankheiten weltweit.

  • Deutschland gehört zu den Niedriginzidenzländern: Die Zahl der Neuerkrankungen lag im Jahr 2013 bei 4318 (Inzidenz: 5,4/100 000 Einwohnern), wobei der Anteil multiresistenter Erreger 2,1 % betrug.
  • 62 % der Patienten waren männlich, 38 % weiblich.
  • Unterschieden nach der Staatsangehörigkeit waren 52 % deutsche und 48 % ausländische Staatsangehörige. 43 % der Patienten wurden in Deutschland und 56 % im Ausland geboren.
  • Zwei Erkrankungshäufungen sind zu verzeichnen: Eine in der Altersgruppe 20–29 Jahre und eine weitere bei Senioren ab dem 69. Lebensjahr.
Während die Inzidenz in Westeuropa im Durchschnitt unter15/100 000 Einwohnern liegt, ist sie in den Balkanstaaten mit 20/100 000 und in Osteuropa mit 100/100 000 Einwohnern im Vergleich erhöht.

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Aus der Zeitschrift retten! 5/2015

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