• Prüfungsfragen

     

Zusatzweiterbildung Intensivmedizin Prüfungsfragen

  • Beschreiben Sie den Effekt des Countercurrent Exchange an der Darmzotte.

    Antwort Countercurrent Exchange lässt sich am besten mit Gegenstrom übersetzen. Es handelt sich um ein grundlegendes Prinzip des Stoffaustausches, wobei 2 Stoffströme eng benachbart aus unterschiedlicher Richtung aneinander vorbeiströmen. Aufgrund der Stromrichtung sowie eines Konzentrationsgefälles zwischen den Strömen kommt es zu einem Stoffaustausch.

    An der Darmzotte sind Arteriole und Venole so eng benachbart, dass es an der Zottenbasis zu einer Diffusion von Sauerstoff aus der Arteriole in die Venole kommt – mit der Konsequenz eines Absinkens des O2-Gehalts an der Zottenspitze.

  • Wann ist die Abnahme einer Blutkultur sinnvoll?

    Antwort In der Regel in der Frühphase des Anstiegs der Körpertemperatur zwischen 38,0 und 39,0 ºC. Die Einschwemmung von Erregern in das Gefäßsystem erfolgt meist etwa eine Stunde im Vorfeld des Fiebermaximums. Es sollten mehrfach Blutkulturen zu Beginn aufeinander folgender Fieberschübe genommen werden, und zwar jeweils zur anaeroben, aeroben und mykologischen Aufbereitung. 

  • Welche Pathophysiologie ist bei der Therapie von Schwerbrandverletzten zu beachten?

    Antwort Bei der Behandlung von Schwerbrandverletzten ist ein dreistufiges Therapieregime erforderlich:

    1. Schockphase (36 – 48 Stunden): Gekennzeichnet durch lebensgefährliche Kreislaufinstabilität infolge von Permeabilitätsstörungen und massiven Volumenverschiebungen nach extravasal. Behandlungsziel ist die Kreislaufstabilisierung und eine adäquate Organperfusion durch Infusionen, Transfusionen und ggf. Katecholaminapplikation. Es kommt zusätzlich zu einem ausgeprägten Verlust an Erythro- und Thrombozyten sowie an Gerinnungsfaktoren, der durch Transfusionen und gezielte Substitution ausgeglichen werden muss.
    2. Rückresorptionsphase (Tag 3 – 7): Die Integrität der Basalmembranen stabilisiert sich langsam, zusätzliche Wasserverluste durch Evaporation halten an. Ein invasives hämodynamisches Monitoring mittels Pulmonaliskatheter oder PICCO-System einschließlich Kontrolle der Diurese sowie klinischer und laborchemischer Überwachung sämtlicher Organfunktionen ist unerlässlich.
    3. Inflammationsphase (8. Tag bis Wundverschluss): Volumen- und Blutverluste resultieren primär aus noch erfolgenden Operationen und der Pflege von Verbrennungswunden. Der evaporative Wasserverlust ist weiter zu beachten. Bei anhaltender oder progredienter Kreislaufinstabilität ist an einen septischen Verlauf zu denken.

     

  • Wann werden Fremdhaut und synthetischer Hautersatz verwendet?

    Antwort Die frühe Exzision aller Nekrosen (Nekrektomie) und der sofortige Ersatz der exzidierten Areale durch Eigenhaut haben sich als Behandlungskonzept Schwerbrandverletzter weitgehend durchgesetzt. Bei Patienten mit ausgedehnten Verbrennungen muss Fremdhaut oder synthetischer Hautersatz eingesetzt werden, da die verfügbare Eigenhaut für den kompletten Verschluss nicht ausreicht. 

  • Welche Schmerztherapie sollte bei akuter Pankreatitis eingesetzt werden?

    Antwort Die akute Pankreatitis geht fast immer mit stärksten viszeralen Schmerzen einher. Eine suffiziente parenterale Schmerztherapie ist daher neben den positiven Effekten auf den Krankheitsverlauf für den Patienten unabdingbar. Aufgrund der Intensität der Schmerzen ist hier immer eine Kombinationsbehandlung mit peripheren Analgetika und stark wirksamen Opioiden notwendig. Die weit verbreitete intravenöse Lokalanalgesie mit Procain (1 – 2 g/24 h als Dauerinfusion) ist nach klinischer Erfahrung gut wirksam, obwohl dazu wenig evidenzbasierte Daten vorliegen. Der Einsatz eines Periduralkatheters sollte frühzeitig erfolgen, da er ausgezeichnet wirksam ist und durch eine Verbesserung der viszeralen Durchblutung und Durchbrechung humoraler Kreisläufe den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen kann. 

  • Nennen Sie die relevantesten Erreger nosokomialer gramnegativer Infektionen.
    Antwort Klebsiella pneumoniae, Acinetobacter baumanii, Pseudomonas aeruginosa und Enterobacter spp.

Aus der Zeitschrift Intensivmedizin up2date 4/2015; Zusatzweiterbildung Intensivmedizin Prüfungsfragen

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