Kinder-MRT: Was ist das ideale Narkosemittel?

  • KH Krauskopf

    Eine MRT bei Kindern erfordert häufig die vorherige Sedierung oder eine Anästhesie, um Bewegungen während der Aufnahme zu vermeiden.

     

Kinder, die sich einer Magnetresonanztomografie (MRT) unterziehen, müssen sediert oder anästhesiert werden, um Bewegung zu vermeiden. Eine Gruppe um den Dänen Niels Anker Pedersen befasste sich mit der Frage, welche von 2 verschiedenen Anästhesie-Methoden für diesen Zweck am tauglichsten ist.

Auf der Suche nach dem idealen Anästhetikum für Kinder, die sich einer MRT unterziehen müssen, fanden dänische Ärzte heraus, dass eine Propofol-Remifentanil-Mischung der Gabe von Sevofluran nicht überlegen ist. Die Forscher untersuchten in einer randomisierten, prospektiven, einfach verblindeten Studie 120 Kinder während einer MRT. Zur Einleitung der Narkose erhielten sie entweder Thiopental oder Sevofluran, je nachdem, ob ein i. v.-Zugang zu etablieren war. 

  • Die eine Hälfte der kleinen Patienten bekam zur Narkose-Aufrechterhaltung eine standardisierte Mischung aus Propofol (56 μg/kg/min) und Remifentanil (0,06 μg/kg/min) (PR-Gruppe),
  • die andere Hälfte wurde mit Sevofluran (1,3 MAC) anästhesiert (S-Gruppe).

Die Probanden beider Gruppen atmeten spontan, wobei die PR-Gruppe zur Unterstützung über einen binasalen Katheter Sauerstoff zugeführt bekam, während die Kinder der S-Gruppe per Larynxmaske an einem MR-gängigen Narkosegerät atmeten.

Die Kinder aus der PR-Gruppe hatten im Aufwachraum niedrigere Raten an postnarkotischem Delir (gemessen mit dem von 0 bis 20 reichenden Paediatric Anaesthesia Emergence Delirium Score PAED). Sie konnten, verglichen mit der Sevofluran-Gruppe, frü-her aus dem Aufwachraum auf die Normalstation gebracht werden (63 vs. 71 min).

  • Allerdings hatten sich 15 Kinder der PRGruppe (gegenüber 0 aus der anderen Gruppe) während der MRT bewegt und benötigten daher zusätzliche Propofol-Bolusgaben.

In der S-Gruppe wurden bei 4 Kindern erhöhte endtidale CO2-Partialdrücke über 8,8 kPA beobachtet (vs. 2 Kinder mit Drücken von 8 bzw. 7,3 kPa in der PR-Gruppe). Dies deuteten die Forscher als Tendenz zur Atem¬depression in der Sevofluran-Gruppe.

 

Fazit

Die Propofol-Remifentanil-Mischung sorgt für eine komfortable Aufwachraumphase, musste aber durch Bolusgaben ergänzt werden. Sevofluran ist zwar sicher für die MRT, ist jedoch mit höheren Raten an Delir und Atemdepressionen assoziiert. Keine der beiden Methoden ist also ohne Nachteile.

Dr. med. Christian Busch, Hamburg

 

Den gesamten Beitrag plus Kommentar lesen

THIEME NEWSLETTER

  • Jetzt zum Newsletter anmelden!

    Jetzt kostenlos anmelden!

    Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an und sind immer auf dem Laufenden mit News, Buchtipps, Neuerscheinungen und Gewinnspielen.

Quelle

EUR [D] 49Inkl. gesetzl. MwSt.

Cookie-Einstellungen