• © Thieme Verlagsgruppe, Julia Rojahn

    Wissenschaftler aus Taiwan haben untersucht, ob eine Allgemeinanästhesie vor dem 3. Geburtstag das Risiko erhöht, später ein ADHS zu entwickeln.

     

Narkosen erhöhen nicht das ADHS-Risiko bei Kindern

Ob und welchen Einfluss eine Allgemeinanästhesie auf die kognitiven Fähigkeiten hat, ist Gegenstand intensiver Diskussion. Eine taiwanesische Studie mit 16 465 Kindern hat untersucht, ob Allgemeinanästhesien vor dem 3. Lebensjahr die Inzidenz der Aufmerksamkeitsstörung ADHS erhöhen.
Die Autoren um Wen-Ru Ko fanden heraus: Es besteht kein Zusammenhang zwischen frühkindlicher Narkoseexposition und dem Auftreten eines Aufmerksamkeits-Defizits-Hyperaktivitäts-Syndroms (ADHS).
Die Wissenschaftler werteten Daten des taiwanesischen staatlichen Krankenversicherungssystem-Registers NHIRD aus. Im National-Health-Insurance-Programm sind laut Aussage der Autoren 99 % aller Taiwanesen versichert.

Wen-Ru Ko und Kollegen überprüften 2 repräsentative longitudinale Datensätze (2005 und 2010) von Kindern, die zwischen 2001 und 2005 geboren wurden. Kinder mit ADHS vor dem 3. Lebensjahr wurden von der Studie ausgeschlossen. Bei 3293 Kindern mit der entsprechenden Diagnose nach dem 3. Lebensjahr screenten die Forscher, ob sie zu irgendeinem Zeitpunkt vor ihrem 3. Geburtstag einer Allgemeinanästhesie ausgesetzt waren. Die Kontrollgruppe dieser Matched-Kohorten-Studie bestand aus 13 172 Kindern, die keine Narkose erhalten hatten.

• 152 der 3293 exponierten Kinder (4,62 %),
• aber nur 483 der 13 172 Kinder ohne Narkose (3,67 %) entwickelten ein ADHS.

Dr. med. Christian Busch, Hamburg


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