• Ganzkörperinspektion beim Traumapatienten

     

Orientierende Ganzkörperinspektion beim Traumapatienten

Die Ganzkörperinspektion ist ein wichtiger Bestandteil der strategischen Notfallversorgung von Patienten. Eine schnelle Traumauntersuchung (STU) gewährleistet, dass der Patient rasch medizinisch versorgt und in die geeignete Zielklinik transportiert werden kann. Mit nur wenig Material lässt sich so ein Überblick über den Patientenzustand verschaffen.

Gegen die Zeit

Während Blutungen nach außen meist gestillt werden können, sind innere Verletzungen als Blutungsursache einer präklinischen Therapie i. d. R. nicht zugänglich. Dann steht der Faktor Zeit im Vordergrund: Bei nicht stillbaren inneren Blutungen (z. B. bei Milzruptur oder zerebralen Blutungen) muss der Transport möglichst zügig eingeleitet werden („Load and Go“). Das Ziel ist dann, den Verletzten innerhalb von 10 min an der Einsatzstelle medizinisch mit dem Notwendigsten versorgt zu haben. Dazu zählt,

  • einen Überblick über die Vitalparameter zu erlangen (nach ABC-Schema),
  • den Patienten fachkundig zu immobilisieren und
  • ihn in den Rettungswagen zu bringen.

Zur Erinnerung: Für den gesamten Prozess sollten Sie nicht länger als 10 min benötigen! Wichtig ist: Ob es sich um einen Patienten mit oder ohne Transportpriorität handelt – die Ganzkörperinspektion wird auf die gleiche Art und Weise durchgeführt.

 Studien haben ergeben, dass das Konzept „Stay and Play“ (die weitestmögliche Stabilisierung und Versorgung des Patienten noch am Notfallort) einen schlechteren Patientenzustand nach sich zieht, als nur das Nötigste zu tun und den Verletzten schnellstmöglich in eine Klinik zu transportieren. Tatsächlich hat der Basic Life Support einen größeren Nutzen als der Advanced Life Support bewiesen.

Inspizieren, betasten und abhören

Für die Ganzkörperinspektion benötigt man wenig Equipment. Setzen Sie primär Ihre Sinne ein (Hören, Sehen und Fühlen)! Darüber hinaus reichen ein gutes Stethoskop, eine Pupillenleuchte und ein Blutzuckermessgerät aus. Welche Beobachtungen Sie dabei machen und worauf diese hinweisen könnten, fasst Tab. 1 zusammen (online). Dazu gehören u. a.:

  • Hautemphysem als Zeichen für Spannungspneumothorax
  • Anisokorie bei Schädel-Hirn-Trauma
  • Narben als Hinweis auf Herzschrittmacher oder Bypass-OP
  • gedämpfte Herztöne bei Herzbeuteltamponade
  • etc.

Sauerstoffgabe

Helfer 1 versorgt den Patienten nach der ABC-Kontrolle mit einer Sauerstoffmaske. Er fixiert während der gesamten Untersuchung ununterbrochen dessen Kopf!

Bei bewusstseinsgetrübten Patienten sollten Sie zeitnah den neurologischen Status überprüfen (d. h. den Blutzucker und die Pupillen). Zur Kontrolle der Pupillenfunktion legen Sie dem Patienten Ihre Handkante zwischen die Augen und bitten ihn, die Augen zu schließen und wieder zu öffnen. Leuchten Sie ihm im Moment des Öffnens mit der Pupillenlampe zunächst in das eine, nach nochmaligen Schließen und Öffnen der Augen in das zweite Auge. Ist die Reaktion der Pupillen auf das Licht seitengleich oder verzögert? Ist die Pupillenform normal? 

 

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Schritt für Schritt: Orientierende Ganzkörperinspektion beim Traumapatienten

Aus der Zeitschrift: retten! 5/2016

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