Polytrauma - Präklinisches Management vor Ort

  • © KH Krauskopf

    Der polytraumatisierte Patient ist eine der größten Herausforderungen im Notarztdienst.

     

Als Notarzt ist man täglich in der Situation, schwierige medizinische Entscheidungen in kürzester Zeit treffen zu müssen. Dabei ist es nötig, eine Vielzahl unsortierter Informationen zu erfassen und in ein strukturiertes Behandlungskonzept umzusetzen. Selten ist dies so schwierig, gleichzeitig aber auch so essenziell, wie im Umgang mit polytraumatisierten Patienten. Der folgende Artikel zeigt, worauf es bei der Versorgung vor Ort ankommt.

Unfälle sind häufig

In Deutschland gibt es keine einheitliche jährliche Unfallerfassung. Die Gesamtzahlen Unfallverletzter und -toter stellen daher nur statistische Näherungen dar. Zur Verdeutlichung der Dimensionen sei hier jedoch beispielhaft das Jahr 2010 herausgegriffen.

  • Laut Todesursachenstatistik gab es im genannten Jahr 20 243 Unfalltote bei geschätzt 8,25 Mio. Unfallverletzten [1].
  • Im Jahr 2010 ist bei uns also 1 von 4000 Einwohnern an einer Unfallfolge verstorben. Das heißt: Jeder Notarzt hat – unabhängig vom Einzugsgebiet – über kurz oder lang mit schwer Verunfallten Kontakt.

Was ist ein Polytrauma?

Nicht jeder Unfall verursacht Verletzungen im Sinne eines Polytraumas: Pro Jahr sind etwa 38 000 Personen betroffen. Die Unterscheidung zwischen einem nicht polytraumatisierten und einem polytraumatisierten Patienten ist für den Notarzt am Unfallort die erste Herausforderung.

 

Grundprinzip der Erstversorgung

Bei der Untersuchung und Behandlung schwerverletzter Patienten ist strukturiertes Vorgehen von höchster Bedeutung.

  • Ein empfehlenswerter Algorithmus ist die sog. ABCDE-Regel (q Tab. 1) [3].
  • Sie basiert auf der These „treat first what kills first“ und handelt vital bedrohliche Funktionsstörungen schematisch ab.
  • ABCDE-Schema

    So versorgen Sie Ihre Patienten richtig.

     

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