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Rapid Sequence Induction

Die „Rapid Sequence Induction and Intubation“ (RSI oder RSII) ist bei Patienten mit erhaltener Kreislauffunktion die Standardmethode, um schnellstmöglich eine Atemwegssicherung im Rahmen einer Notfallsituation bzw. Narkose durchzuführen. Ziel einer RSI ist es, eine Aspiration durch die schnelle endotracheale Intubation und den Verzicht auf eine Zwischenbeatmung zu verhindern.

Auch heute besitzen nur wenige europäische Länder eine explizite Handlungsempfehlung zur Durchführung einer RSI. In der täglichen klinischen Routine hat sich die Kopfhochlagerung etabliert, die gegenüber den anderen Lagerungsarten gewisse Vorteile bietet. Eine liegende Magensonde sollte i. d. R. während der RSI belassen werden und muss nicht zwingend in den Ösophagus zurückgezogen werden. Wenn keine Magensonde gelegt wurde bzw. bereits lag, ist die Einlage einer Magensonde nach Intubation sinnvoll. Vor der RSI sollte im Normalfall ein Opioid appliziert werden, da die Dosis kreislaufwirksamer Hypnotika und die hämodynamische Stimulation bei der Intubation reduziert werden können. 

Gibt es aktuell ein „korrektes“ Vorgehen“?
Die „Rapid Sequence Induction and Intubation“ (RSI oder RSII) ist bei Patienten mit erhaltener Kreislauffunktion die Standardmethode, um schnellstmöglich eine Atemwegssicherung im Rahmen einer Notfallsituation bzw. Narkose durchzuführen.

Ziel der bei einer RSI durchgeführten Maßnahmen ist es, eine Aspiration durch die schnelle endotracheale Intubation und den Verzicht auf eine Zwischenbeatmung zu verhindern.

Prinzipiell ist die Aspiration verschiedener Stoffe, azider Flüssigkeiten oder Nahrung möglich und wurde erstmalig 1946 durch Mendelson bei Allgemeinanästhesien von 66 Schwangeren beschrieben. Die daraus abgeleitete Erstbeschreibung eines Vorgehens zur Verhinderung einer Aspiration bei nicht nüchternen Patienten erfolgte dann in den Jahren 1967 und 1970. Bestandteile dieser ersten Empfehlungen waren

  • die Anlage einer Magensonde vor der Anästhesieeinleitung,
  • eine Präoxygenierung in Oberkörperhochlagerung,
  • der Verzicht auf eine Zwischenbeatmung und
  • die Durchführung eines Krikoiddrucks.
Diese Inhalte werden auch heute noch in weiten Teilen umgesetzt. Der Krikoiddruck wird in den letzten Jahren zunehmend kritisch gesehen und sollte für eine RSI nicht mehr angewendet werden (fraglicher Nutzen, Verschlechterung der Sicht auf die Glottis).
In Deutschland gibt es derzeit von der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI)
  • eine innerklinische Empfehlung für die Narkoseeinleitung im Rahmen der Kinderanästhesie (Ausnahme: Zwischenbeatmung erlaubt) und
  • eine S1-Leitlinie für die prähospitale Notfallnarkose beim Erwachsenen.
Alle drei enthalten praktische Hinweise zur Durchführung einer RSI. Seit kurzer Zeit Empfehlungen auf Evidenz-basiertem Niveau durch eine Autorengruppe der DGAI.
Seit jeher werden kontroverse Diskussionen über das traditionelle Vorgehen – wie die verwendeten Medikamente (Hypnotika, depolarisierende vs. nicht depolarisierende Muskelrelaxanzien, Opioide, Anxiolytika) sowie die Reihenfolge deren Applikation – geführt. Zudem werden einzelne Schritte des Vorgehens kontrovers diskutiert (z. B. Anwendung von Maskenbeatmung als Test für die Möglichkeit einer Oxygenierung bei fehlgeschlagener Intubation, Kopftief- vs. Oberkörperhochlagerung). Auch heute besitzen nur wenige europäische Länder eine explizite Handlungsempfehlung zur Durchführung einer RSI. Hinsichtlich der Medikamente zur Relaxierung (Succinylcholin bzw. Rocuronium) sowie der detaillierten Vorgehensweise (z. B. Präcurarisierung) gibt es kein von den Fachgesellschaften als verbindlich vorgelegtes Prozedere.

Lesen Sie den gesamten Artikel hier Rapid Sequence Induction

Aus der Zeitschrift AINS 09/2018
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