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Reanimation bei Kammerflimmern – Ergänzungsprüfung – Das sollten Sie wissen

Einsatzmeldung „Leblose Person, am Rathausplatz in der Außenstelle der Sparkasse“. Während der Anfahrt erfährt das Team, dass Ersthelfer unter Anleitung der Leitstelle mit der Reanimation begonnen hätten. Ein weiterer Ersthelfer warte am Eingang, um das Team zum Patienten zu bringen.

Situation vor Ort

Im Schalterraum der Sparkasse liegt ein älterer männlicher Patient am Boden. Sein Pullover ist nach oben geschoben, der Brustkorb frei. Ein Ersthelfer führt gerade die Herzdruckmassage (HDM) durch, als das Rettungsteam eintrifft. Sofort fordern die Kollegen den Ersthelfer auf, mit der HDM fortzufahren, und informieren die Leitstelle über das Handy des Anrufers, dass sie nun übernähmen. Die Ersthelfer berichten, dass sie vor ungefähr 5 min mit der HDM begonnen hätten. Auf eine Mund-zu-Mund-Beatmung hätten sie verzichtet, weil sie sich hiervor sehr geekelt hätten.

Advanced Life Support

Nachdem die Rettungskräfte den Kreislaufstillstand bestätigen konnten, beginnt ein Kollege mit der Beatmung und nutzt hierfür einen Beatmungsbeutel mit Reservoir. Auf das Einlegen einer supraglottischen Atemwegshilfe wird zunächst verzichtet: Die Atemwege sind frei und der Patient lässt sich gut beatmen. Der Kollege am Kopf leitet den Ersthelfer an und gibt den Rhythmus der HDM mit einer Frequenz von 100–120 Kompressionen/min vor. Die Drucktiefe beträgt 5–6 cm. Nach 30 Kompressionen wird die HDM kurz unterbrochen und es folgen 2 Beatmungen, die jeweils ca. 1 s dauern. In den kurzen Phasen der HDM verbindet der Kollege am Kopf des Patienten den Sauerstoff mit dem Reservoir des Beatmungsbeutels. Er verabreicht den Sauerstoff mit einem Flow von 15 l/min und stellt die Absaugbereitschaft her.

Rhythmuskontrolle

Der zweite Kollege kümmert sich währenddessen um die Geräteorganisation und entfernt den Pullover des Patienten mit einer Kleiderschere. Auf dem nun vollständig entkleideten Brustkorb bringt er die beiden selbstklebenden Defibrillatorpads klassisch sternal-apikal an. Dazu klebt er die rechte (sternale) Elektrode rechts parasternal unterhalb der Klavikula auf, die apikale Elektrode in der linken mittleren Axillarlinie – etwa in Höhe einer V6-EKG-Elektrode. In dieser Position stört kein Brustgewebe den Stromfluss. Anschließend schaltet er den Defibrillator im manuellen Modus ein und bittet den Ersthelfer, die HDM zur Rhythmuskontrolle kurz zu unterbrechen und sich vom Patienten zu entfernen. Der Kopfhelfer übernimmt nun die Analyse des Herzrhythmus, während sich der zweite Helfer bereit macht, die HDM fortzuführen.

1. Defibrillation

Der Monitor zeigt ein grobes Kammerflimmern. Der Kopfhelfer stellt die Energie des biphasischen Defibrillators gemäß den Herstellerangaben auf 150 J ein; während des Ladevorgangs setzt sein Kollege die HDM fort. Nachdem der Ladevorgang beendet ist, unterbricht der zweite Helfer kurz die HDM. Der Kopfhelfer vergewissert sich, dass niemand den Patienten berührt und löst den Schock aus. Sofort nach der Defibrillation setzt der seitliche Helfer die HDM fort, ohne den Herzrhythmus zu kontrollieren oder den Puls zu fühlen.

Atemwegsmanagement

Der Kopfhelfer sichert nun die Atemwege mit einem Larynxtubus. Er kontrolliert dessen Lage während der nächsten Beatmungen mittels der angeschlossenen Kapnografie und einer kurzen beidseitigen Auskultation der Lunge auf Höhe der mittleren Axillarlinie. Der Thorax hebt und senkt sich bei der Beatmung seitengleich. Der Kopfhelfer entscheidet sich, den Larynxtubus mit einer Gänsegurgel zu verlängern und befestigt den Tubus mit einer Fixierungshilfe. Nun erfolgt die Beatmung unabhängig von der HDM alle 6 s.

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