• Notfallrettung, Sicherheit, persönliche Schutzausrüstung, Hygiene, Gefährdungsanalyse

     

Safety First – Sicherheitsaspekte in der Notfallrettung

Die Beachtung wichtiger Sicherheitsaspekte schützt die Gesundheit der Rettungsfachkräfte und trägt zum Gelingen eines Einsatzes bei. Der Beitrag soll die Beteiligten im Rettungsdienst (Notärzte, Notfallsanitäter, Rettungsassistenten und Rettungssanitäter) für Gefahren im Arbeitsalltag sensibilisieren, Hilfestellungen im Umgang mit diesen Risiken geben und Möglichkeiten zur Prävention aufzeigen, um einen sicheren Einsatzablauf zu ermöglichen.

Die Aufgaben des Rettungsdienstes bestehen aus Notfallrettung (52%) und Krankentransport (48%). Nicht nur die Anzahl an Notfalleinsätzen, sondern auch die Fraktion mit Notarztbeteiligung steigt seit vielen Jahren an. Dies spiegelt die wachsenden fachlichen und auch psychosozialen Anforderungen an das Personal wider. Mehr und komplexere Einsätze setzen eine hohe physische und psychische Belastbarkeit des gesamten Notfallteams voraus. Neben diesen Herausforderungen noch oftmals unzureichend betrachtet sind allgemeine und besondere Gefahren dieses speziellen Arbeitsumfelds. Daher gilt auch für den Rettungsdienst, wie es Schiller schon treffend formulierte: „Der kluge Mann baut vor“, sprich: Vorsorge ist besser als Nachsorge.

In einem Vergleich zwischen Rettungsdienstpersonal aus Deutschland, Österreich und Schweden konnte gezeigt werden, dass in Deutschland verhältnismäßig mehr Arbeitsunfälle auftraten als in den anderen erfassten Ländern. In dieser Untersuchung wurde das Personal bezüglich Risikoverhalten, -wahrnehmungen, beruflichen Verletzungsgefahren und Belastungen befragt. Die 1000-Mann-Quote (meldepflichtige Arbeitsunfälle pro 1000 Beschäftigte und Jahr) betrug in Deutschland 254, in Österreich 143 und in Schweden nur 77. Hauptursache für Arbeitsunfälle in Deutschland und daraus resultierende Arbeitsunfähigkeit waren auf Verletzungen beim Patiententransfer zurückzuführen. Im Vergleich zu den anderen beiden Ländern war das Risikoverhalten der deutschen Befragten meist niedriger, dennoch gaben ca. 50% an, sich in der Patientenkabine nicht anzuschnallen und die Anwendung persönlicher Schutzausrüstung (PSA) wurde nur in ca. ¾ der Fälle, die von Hygienemaßnahmen in nur ca. ⅔ der Fälle berücksichtigt.

Fallbeispiel

Julius, ein junger Auszubildender zum Notfallsanitäter, tritt seinen ersten Dienst auf der Lehrrettungswache an. In den Tagen zuvor fanden einige vorbereitende Schritte hierzu statt. So wurde Julius für arbeitsmedizinische Vorsorgemaßnahmen beim Betriebsarzt seines Arbeitgebers vorstellig. Weiterhin wurde er durch seinen Rettungsdienstleiter und den Wachleiter in die Strukturen der Organisation und die Abläufe an der Rettungswache mit Nennung der Ansprechpartner in allen Bereichen (Fachkraft für Arbeitssicherheit, Hygienebeauftragte Mitarbeiter, etc.) eingeführt. Zugleich erhielt er nach Anprobe und Unterweisung seine persönliche Schutzausrüstung (PSA). Abschließend fand am Vortag noch eine Einweisung auf die verwendeten Medizinprodukte statt. Gespannt auf die Einsätze, beginnt Julius mit seinem Praxisanleiter den ersten Dienst auf dem Rettungswagen.

Arbeitsschutz und arbeitsmedizinische Vorsorge

Nach § 5 des „Gesetz[es] über die Durchführung von Maßnahmen des Arbeitsschutzes zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten bei der Arbeit“ (Arbeitsschutzgesetz – ArbSchG) und § 3 der „Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge“ (ArbMedVV) muss der Arbeitgeber eine Gefährdungsanalyse des Arbeitsplatzes durchführen, aufgrund derer entsprechende arbeitsmedizinische Vorsorgeleistungen gründen:

  • „Pflichtvorsorgen“ müssen bei entsprechender Gefährdung am Arbeitsplatz vor Aufnahme der Tätigkeit und anschließend in regelmäßigen Abständen erfolgen.
  • „Angebotsvorsorgen“ müssen vom Arbeitgeber angeboten werden.
  • „Wunschvorsorgen“ müssen auf Wunsch des Arbeitnehmers angeboten werden.

Für die Durchführung muss vom Arbeitgeber ein „Facharzt für Arbeitsmedizin“ oder ein Arzt mit der „Zusatzbezeichnung Betriebsmedizin“ beauftragt werden, der die notwendigen Vorsorgeuntersuchungen während der Arbeitszeit des Beschäftigten durchführt. Die Art der Vorsorge richtet sich nach der Gefährdungsbeurteilung der Tätigkeit und den Vorgaben der ArbMedVV. Der betriebsmedizinisch sinnvolle Umfang ist in den Grundsätzen der „Handlungsanleitung für die arbeitsmedizinische Vorsorge“ der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung e. V. (DGUV) geregelt.

Die Vorsorge für „Tätigkeiten mit Infektionsgefährdung“ (DGUV-Grundsatz G42) stellt eine Standardpflichtvorsorge für Mitarbeiter im Rettungsdienst dar. Neben Anamneseerhebung, körperlicher und laborchemischer Untersuchung sowie ggf. erweiterten technischen Untersuchungen erfolgt hier (bei relevanten impfpräventablen Erkrankungen, z. B. Hepatitis B) ein Impfangebot bzw. die Kontrolle des Impfstatus. Ziel der ArbMedVV ist es, „arbeitsbedingte Erkrankungen einschließlich Berufskrankheiten frühzeitig zu erkennen und zu verhüten“ (§ 1 Abs. 1 ArbMedVV). Die Ergebnisse dieser Vorsorgen werden dem Arbeitgeber nicht mitgeteilt, er erhält lediglich die Information, ob und wann eine solche Vorsorge stattgefunden hat.

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Safety First – Sicherheitsaspekte in der Notfallrettung

Aus der Zeitschrift: Notfallmedizin up2date 01/2018

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