Schweigepflicht und Datenschutz im Rettungsdienst

  • (c) Anja Liefting - Fotolia

    Nicht rausposaunen: Es ist unerheblich, ob für Arzt oder Rettungsfachpersonal – die Schweigepflicht gilt für alle gleich.

     

Auch im Rettungsdienst kommen Verstöße gegen Schweigepflicht und Datenschutz immer wieder mal vor. Meist weil es schnell gehen muss oder aus Unwissenheit. Wir erklären den juristischen Hintergrund: Wann müssen Sie schweigen und wann dürfen Sie reden?


Einsatzinfo
Von der Leitstelle bekommen Sie und Ihre Kollegin über 4 m-Funk folgende Info: Frau Müller habe angerufen, da sie seltsame Geräusche aus der Nachbarwohnung von Herrn Meier gehört habe. Sie vermute, dass die Geräusche mit dessen Alkoholexzessen zu tun hätten. Sie mache sich Sorgen um den Nachbar und habe Angst, dass er „im Suff das ganze Haus anzünde“. Auch die Polizei sei auf dem Weg.

 

Vor Ort
Kurz nach dem Klingeln öffnet Herr Meier die Tür und lässt Sie rein – die Polizei muss draußen bleiben. Ihre Untersuchungen ergeben: Akutes Abdomen – eventuell eine akute Pankreatitis. Sie rufen im Krankenhaus an, um den Ambulanzarzt zu informieren. Die Schwester der Notfallstation stellt das Telefon laut, da der Arzt gerade einen Patienten behandelt. Sie schildern den Fall via Lautsprecher.

 

Weitergabe der Informationen
„Was hat er denn?“ fragt der Polizist, der vor der Tür gewartet hat. Die Antwort: „So heruntergekommen wie der Patient und die Wohnung aussehen, rechne ich mit einer Pankreatitis. Auch eine Mischintoxikation mit Alkohol schließe ich nicht aus, wir haben eine Haschischzigarette gefunden.“ Diesen Verdacht dokumentieren Sie auch im Protokoll und ergänzen: Beginn des Haschischkonsums vor 3 Jahren in der JVA, Haftstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung. In der Klinik angekommen, geben Sie vom Anmeldeschalter der Ambulanz die Personalien über Telefon an die Leitstelle durch. Den Protokolldurchschlag legen Sie auf das Armaturenbrett des RTW, damit Sie nicht schon wieder vergessen, es abzuheften.

 

Ein Routineeinsatz?
Hoffentlich nicht, denn die wenigen – zugegebenermaßen überzogenen − Sätze sind gespickt mit Verstößen gegen Schweigepflicht und Datenschutz. Das kann nicht nur viel Geld kosten, sondern ggf. auch arbeitsrechtliche Konsequenzen bis hin zu einer Haftstrafe haben.

 

Lesen Sie hier, worauf Sie achten sollten: zum vollständigen Beitrag "Schweigepflicht und Datenschutz im Rettungsdienst"

 

 

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