• Sepsis

     

Sepsis in der Notaufnahme

Sepsis – ein Krankheitsbild mit hoher Letalität und eine große Herausforderung für den Arzt in der Notaufnahme. Das frühzeitige Erkennen durch gezielte Diagnostik, die zeitnahe Einleitung der Antibiose, die Kreislaufstabilisierung und die rasche Fokussanierung sind die wichtigsten Säulen für eine erfolgreiche Therapie, die in der Notaufnahme eingeleitet wird.

Eigentlich sollte die 21-jährige Patientin H. K. an dem Tag, an dem sie krank wurde, ihre letzte Mathematikklausur vor dem Abitur schreiben und deswegen pünktlich aufstehen. Am Tag zuvor ging es ihr aber nicht so gut und sie ist mit Kopf- und Gliederschmerzen beim Hausarzt vorstellig geworden, der nach kurzer Anamnese und Untersuchung die Einnahme von Paracetamol zur Bekämpfung der unspezifischen Infektsymptome empfahl. Als sie an dem Morgen nicht zum Frühstück erschien, wollte die Mutter sie wecken, aber das gelang ihr nicht. Ihre Tochter hatte das Bewusstsein verloren. Deswegen rief sie sofort den Notarzt, der eine komatöse Patientin vorfand, einen GCS von 7 vermerkte, die Sättigung lag bei 87 %, der Blutdruck war auf 80/60 mmHg erniedrigt, die Atemfrequenz auf 28 Züge und die Herzfrequenz auf 130 Schläge pro Minute erhöht. Die Patientin wurde intubiert und mit laufendem Noradrenalinperfusor auf die Intensivstation gebracht.

Bei der Inspektion fielen sofort petechiale, teils konfluierende Einblutungen der Haut, besonders an den Beinen auf, ein Meningismus bestand nicht. Die Körpertemperatur war mit 38,3 °C erhöht. Das erste Blutgas unter einer Sauerstofffraktion von 40 % zeigte eine ausgeprägte metabolische Azidose mit einem Laktat von 16 mmol/l und eine respiratorische Insuffizienz (paO2 68,6 mmHg). Bei der Anlage des Dauerkatheters entleerten sich 150 ml Urin, im Blutbild fand sich eine Reduktion der Leukozyten auf 3,85 /nl, und der Thrombozyten auf 42 /nl. Die globalen Gerinnungstests zeigten eine massive Störung und die Zeichen einer Verbrauchskoagulopathie. Abstriche von Sekreten aus den Hautläsionen der Patienten ermöglichten über einen Agglutinationsschnelltest die rasche Diagnose einer Meningokokkensepsis (Typ C). Als Postexpositionsprophylaxe wurde dem Rettungsdienstpersonal Rifampicin und als Alternative Ciprofloxacin empfohlen.

Das Erkennen einer Sepsis ist der erste Schritt für deren Beherrschung. Die Symptome der Sepsis sind selten so ausgeprägt wie bei der Patientin mit den pathognomonischen Hauteinblutungen in dem Fallbeispiel. Deswegen ist die frühzeitige Detektion des Sepsissyndroms eine Herausforderung, die besondere Aufmerksamkeit erfordert. Wichtig bei dem Erstkontakt mit den Patienten ist, die Zeichen einer Entzündungsreaktion ebenso wahrzunehmen wie die Zeichen einer verminderten Organperfusion.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Sepsis in der Notaufnahme

Aus der Zeitschrift: Notaufnahme up2date 01/2019

 

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