• Intubation eines Patienten

     

SOP Extubation und Intubation aus Sicht der Hygiene

Im Jahr 2017 sind 219 874 Intubationen nach den OPS Code 8-701 in Deutschland laut Statistischem Bundesamt codiert worden; sie beinhalten: einfache endotracheale Intubationen, Notfallintubationen und Umintubationen.

Die Intubation im Rahmen der Operation wurde nicht unter diesem Code dokumentiert. Die elektive Intubation erfolgt bei geplanten Operationen oder zu diagnostischen Zwecken, beispielsweise bei Lungenerkrankungen, unter kontrollierten Bedingungen.

Indikation zur notfallmäßigen Intubation ist die notwendige invasive Beatmung wegen respiratorischer Insuffizienz aufgrund

  • einer Gasaustauschstörung wie Hypoxämie oder Hyperkapnie,
  • eine drohende Atemwegsverlegung
  • oder tiefer Bewusstlosigkeit.

Die Intubation des Intensivpatienten ist von der elektiven Intubation z. B. im OP aufgrund eines höheren Komplikationsrisikos bei prinzipiell aspirationsgefährdeten Patienten zu unterscheiden.

Komplikationen während der Intubation und Extubation sind wenig untersucht. Im Vordergrund stehen die akute Hypoxämie und die akute Aspiration von Mageninhalt mit nachfolgender Pneumonie. Dazu kommen weitere Komplikationen durch Mikroaspiration und der Eintrag von oropharyngealen Erregern während der Intubation und unter der Beatmung. Die Transmission von Erregern auf andere Patienten durch Kontamination der Umgebung ist wenig untersucht.

Hier möchten wir die zumindest teilweise vermeidbaren Infektionsrisiken, insbesondere die beatmungsassoziierte Pneumonie (Ventilator-associated Pneumonia, VAP) und die Aspekte einer möglichen Transmission auf andere Patienten besprechen.

Grundlagen der Prävention der beatmungsassoziierten Pneumonie (VAP)

Die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut (RKI) hat zuletzt im Jahr 2013 mehr als 25 Empfehlungen für verschiedene Maßnahmen zur Prävention von beatmungsassoziierten Pneumonien herausgegeben.

Mikroaspirationen aus dem Oropharynx entlang des Tubus, vorbei am Cuff, tragen im Wesentlichen zur Entstehung von beatmungsassoziierten Pneumonien bei. Auch die Intubation geht immer mit dem Risiko einher, Keime in tiefere Bereiche der Atemwege einzutragen, weil die Maßnahme per se kein steriles Verfahren darstellt. Grundsätzlich ist daher die Reduktion der Keimlast im Oropharynx eine der wesentlichen Maßnahmen zur VAP-Prävention, wobei zurzeit allerdings unklar ist, wie dieses Ziel am effektivsten erreicht wird. Die Oralhygiene (Zähne putzen, Mundspülung) am Morgen der OP erscheint sinnvoll, ist aber nach aktuellem Stand der Literatur nicht ausreichend untersucht.

Lesen Sie hier den vollständigen Beitrag SOP Extubation und Intubation aus Sicht der Hygiene

Aus der Zeitschrift Krankenhaushygiene up2date 04/2018

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