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SOP Intubation des Intensivpatienten

In dieser Rubrik stellen wir Standard Operating Procedures (SOPs) für häufige, intensivmedizinisch relevante Prozesse vor. Die Form ist eher im Sinne einer Schablone zu verstehen als – durchaus subjektiv gefärbte – Anregung, eigene, auf lokale Gegebenheiten adaptierte stationsinterne SOPs zu entwerfen und zu implementieren.

Einleitung zur SOP Intubation des Intensivpatienten

Das Vorgehen zur Atemwegssicherung als eine der zentralen Interventionen in der Intensivmedizin ist z. B. durch eine S1-Leitlinie der DGAI beschrieben. Die endotracheale Intubation ist eine der häufigsten Interventionen auf der Intensivstation, allerdings sind auch Komplikationen in über 25 % der Fälle zu beklagen. Hypoxie, Hypotension, Fehlintubation und Aspiration sind hier zu nennen. Atemwegsbezogene Komplikationen machen 20 % aller Komplikationen auf der Intensivstation aus, meist durch das Vorliegen eines schwierigen Atemwegs. Die Intubation des Intensivpatienten ist gegenüber der eher elektiven Intubation im OP mit wesentlich mehr Fehlerquellen und Risiken behaftet und daher eine Herausforderung. Viele Aspekte zur Intubation des Intensivpatienten sind außerdem nicht gut in Studien untersucht, und die Übertragbarkeit derselben aus dem OP ist fragwürdig. Einige Maßnahmen zur Vermeidung von Komplikationen haben sich als sinnvoll erwiesen, besonders das Einführen eines Behandlungsbündels aus Einzelmaßnahmen hat Erfolge gezeigt. Ein solches Bündel für das Vorgehen bei der Intubation des erwachsenen Intensivpatienten stellen wir in dieser SOP dar, es ist auf den prinzipiell aspirationsgefährdeten Intensivpatienten ausgerichtet.

Erläuterungen zur SOP

1. Indikationen: Die Indikation zur endotrachealen Intubation ist sorgfältig zu stellen. Alternativen wie nicht-invasive Beatmung oder nasales high-flow-CPAP können sinnvoll sein. Auch ist die Einwilligung des Patienten einzuholen bzw. bei reduzierter Einwilligungsfähigkeit sein mutmaßlicher Wunsch zu eruieren und zu dokumentieren.
2. Das Nüchternheitsgebot gilt bei elektiven Operationen, um das Aspirationsrisiko bei Narkoseinduktion zu senken. Kritisch kranke Patienten sind, wie der Auflistung zu entnehmen ist, in aller Regel „nicht nüchtern“ und deshalb stark aspirationsgefährdet. Daher sollte die Intubation als Rapid Sequence Induction (RSI), also mittels direkt zügig aufeinander folgend injizierter Medikamente und ohne Maskenzwischenbeatmung, durchgeführt werden. Wie genau diese RSI umgesetzt werden soll, ist Gegenstand fortwährender Diskussionen, wir geben hier nur eine mögliche Lösung wieder.
3. Der schwierige Atemweg ist bei kritisch kranken Patienten in etwa 10 % der Fälle anzunehmen. Wenn dies vorhersehbar ist (Dokumentation in früheren Narkoseprotokollen, Scores, klinische Tests), dann sollte hier primär eine SOP zum schwierigen Atemweg, wie sie jede Intensivstation vorhalten sollte, angewandt und z. B. die fiberoptische Wachintubation angestrebt werden.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: SOP Intubation des Intensivpatienten

Aus der Zeitschrift Intensivmedizin up2date 4/2016

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