• Speckle-Tracking-Echokardiografie - Intensivmedizin - AINS - Georg Thieme Verlag

     

Speckle-Tracking-Echokardiografie

Die Beurteilung der kardialen Funktion kritisch kranker Patienten ist eine wichtige diagnostische Maßnahme auf Intensivstationen. Jedoch kann die meist angewandte detaillierte echokardiografische Untersuchung gerade Ungeübte rasch an ihre Grenzen bringen. Zusätzliche Informationen vermag die myokardiale Deformationsanalyse mittels Speckle-Tracking-Echokardiografie zu liefern – ein innovatives Verfahren, das in diesem Beitrag vorgestellt wird.

Die Beurteilung der kardialen Funktion bei kritisch kranken Patienten stellt einen wesentlichen Bestandteil der modernen Intensivmedizin dar. Ergänzend zu invasiven hämodynamischen Monitoring-Verfahren wird hierzu regelhaft die 2-dimensionale (2-D) Echokardiografie (Echo) eingesetzt, die auch Aussagen zur Morphologie des Herzens ermöglicht. Die Bandbreite der Untersuchungstechniken reicht dabei von einer fokussierten notfallmedizinischen („Schockraum-Echo“) bis hin zu einer detaillierteren fachkardiologischen Untersuchung. Die korrekte Durchführung und Auswertung ist jedoch stark von der zu erreichenden Bildqualität sowie der Erfahrung des jeweiligen Untersuchers abhängig. Gerade unerfahrenen Untersuchern fällt eine zuverlässige und reproduzierbare Beurteilung der globalen und regionalen Funktion des Herzens oft schwer. Darüber hinaus können mit standardechokardiografischen Verfahren subklinische systolische wie diastolische myokardiale Dysfunktionen häufig nicht ausreichend erkannt werden. Somit wäre ein ergänzendes echokardiografisches Verfahren wünschenswert, das auch Nichtkardiologen detaillierte Einblicke in die regionale und globale kardiale Funktion erlaubt und diese objektiv quantifizieren kann.
Gewebedeformationsanalyse

Seit mehr als 15 Jahren wurden daher Möglichkeiten der (halb-)automatisierten Gewebedeformationsanalyse als zusätzliches parametrisches Verfahren zur Untersuchung der kardialen Funktion erforscht und kontinuierlich weiterentwickelt.

Merke
Aktuell sind myokardiale Deformationsanalysen mittels kardialer Magnetresonanztomografie (kMRT), Gewebe-Doppler-Bildgebung (TDI) sowie Speckle-Tracking-Echokardiografie (STE) möglich.

kMRT und TDI

Die Deformationsanalyse mittels kardialer MRT-Untersuchungsprotokolle wurde von vielen Forschern zunächst als „Goldstandard“ angesehen. Das Verfahren ist aber für die meisten Intensivpatienten ungeeignet. Gründe sind der notwendige Patiententransport, die potenziell verängstigende und lang dauernde Untersuchung, die geringe räumliche Auflösung, die aufwendige Auswertung sowie technische Limitationen (z. B. Beatmung, Metallimplantate).

Daher war in der Vergangenheit zunächst die TDI das Verfahren der Wahl: Sie ist auf vielen echokardiografischen Geräten verfügbar und bietet eine hohe zeitliche Auflösung. Allerdings sind für die korrekte Untersuchung sehr hohe Bildwiederholraten (> 150 Bilder/Sekunde) nötig. Das Verfahren ist zudem stark winkelabhängig, ermöglicht die Deformationsanalyse nur in einer Dimension, ist technisch und zeitlich herausfordernd und nur mäßig reproduzierbar. Avitale Bereiche, die durch Zugkräfte von Nachbarsegmenten passiv mitbewegt werden (sog. „tethering“), können nicht sicher erkannt werden.

Speckle-Tracking-Echokardiografie

Die STE ermöglicht im Gegensatz zur TDI eine computerunterstützte quantitative Messung der regionalen und globalen Deformation des Herzens auf Basis von gewöhnlichen 2-D echokardiografischen Graustufenbildern. Die STE wurde durch experimentelle Versuche und im Vergleich zu MRT-basierten Messungen sehr gut validiert. Die gute Reproduzierbarkeit übertrifft hierbei die von vielen konventionellen echokardiografischen Parametern. Das Verfahren ist prinzipiell winkelunabhängig und in der Lage, auch jene Segmente zu erkennen, in denen keine Längenänderung stattfindet. Mittlerweile ist die STE-Analyse auf vielen (kardiologischen) Ultraschallgeräten bzw. mittels separat erhältlicher Computer-Software verfügbar, sodass auch bettseitige Untersuchungen auf der Intensivstation möglich sind. Für diverse Gerätehersteller und Softwarearten wurden entsprechende Normalwerte durch unterschiedliche Arbeitsgruppen erarbeitet. Darüber hinaus liegen erste Erfahrungen bezüglich des Einsatzes im intensivmedizinischen Bereich vor. Im Folgenden soll dieses sehr vielversprechende und innovative Verfahren genauer vorgestellt werden.

Lesen Sie den vollständigen Beitrag Speckle-Tracking-Echokardiografie – ein neues Tool für die Intensivstation?

 

Aus der Zeitschrift AINS 05/2019

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