Wissen im Test

Hätten Sie's gewusst?

Wissen im TestEgal, ob zur Vorbereitung auf die Facharztprüfung Anästhesie, die Zusatzbezeichnungen Intensiv- und Notfallmedizin oder einfach zwischendurch – hier können Sie Ihr Wissen auf die Probe stellen.

Intensivmedizin

  • Sie sollen einen beatmeten neurochirurgischen Patienten zur Durchführung eines Kontroll-CCT begleiten. Welche logistischen Faktoren müssen Sie berücksichtigen?
    Sie benötigen eine laufende Infusion als Trägerlösung sowie einen freien Drei-Wege-Hahn als Zuspritzmöglichkeit für erforderliche Interventionen. Es werden nur wirklich erforderliche Perfusoren mitgenommen. Deren Laufrate ist zu berücksichtigen und der Medikamentenverbrauch mit der kalkulierten Zeit bis zur Rückkehr zur Intensivstation abzugleichen. Man sollte mindestens die doppelte Menge an benötigten Medikamenten auf dem innerklinischen Transport zur Verfügung haben. Das Gleiche gilt für den Sauerstoffvorrat des Transportventilators.
  • Welchen Anteil nehmen die Personalkosten bei den Kosten der Intensivtherapie ein?
    Auf die Kosten für das Personal fällt der größte Anteil der Kosten für die Intensivtherapie. Diese belaufen sich, je nach zugrunde gelegtem Berechnungsmodell und Krankheitsschweregrad des Patienten, auf 45 – 65 % der Gesamtkosten pro Patient. Personalkosten sind in der Regel als Fixkosten anzusehen, das heißt, sie fallen mit jedem Behandlungstag an, unabhängig von der tatsächlichen Inanspruchnahme. Der Rahmen für die Implementierung variabler Arbeitszeitmodelle mit bedarfsadaptierter Allokation ist begrenzt. Obwohl der Gedanke naheliegt, ist eine unreflektierte Senkung der Personalausstattung einer Intensivstation unterhalb empfohlener Grenzwerte (siehe Empfehlungen der DIVI, www.divi.de) ein wenig geeignetes Instrument zur nachhaltigen Sanierung der Kostenstruktur, denn sie führt zu Einbußen in der Versorgungsqualität.
  • Welche Auswirkungen hat eine Sepsis auf das Gerinnungssystem?
    Neben der Entzündungsreaktion findet sich in der Sepsis typischerweise auch eine Gerinnungsaktivierung. Die Expression von Tissue Factor auf der Oberfläche von zirkulierenden Monozyten und Gewebemakrophagen ist gesteigert, sodass das extrinsische Gerinnungssystem sowie die Thrombingenerierung und Fibrinformation getriggert werden.
  • Gibt es Besonderheiten bei Patienten mit Leberversagen?
    Das Ausmaß eines Leberversagens ist bei kritisch Kranken schwer abzuschätzen. Häufig ist der Ausfall von Syntheseleistungen (Glukose, Gerinnungsfaktoren) das einzig harte Kriterium. Niedrige Glukosekonzentrationen im Serum kennzeichnen das Leberversagen, da eine hepatische Glukosesynthese nicht mehr stattfindet. Die Glukosezufuhr dient beim Leberversagen dazu, den Basisbedarf sicherzustellen und eine Normoglykämie zu gewährleisten. Hohe Ammoniakspiegel im Serum sind ein weiteres Symptom des Leberversagens. Die Proteinzufuhr sollte in diesem Fall gesenkt werden, um einen weiteren Anstieg des Ammoniaks zu verhindern. Laxanzien und die enterale Gabe von Neomycin dienen dazu, eine Freisetzung von Ammoniak aus dem Darmlumen zu verhindern. Es kommt zu Störungen des Aminosäuremusters im Serum, insbesondere zu einer Anhäufung von aromatischen Aminosäuren, denen bei der Entwicklung einer hepatischen Enzephalopathie eine besondere Bedeutung beigemessen wird. Eine unbalancierte Zufuhr von Aminosäuren (z. B. Blut im Darm: keine Isoleucin-, hohe Leucinzufuhr) kann die Störungen im Aminosäuremuster verstärken. Bei Patienten mit einer hepatischen Enzephalopathie werden Heparlösungen mit einem hohen Anteil an verzweigtkettigen Aminosäuren eingesetzt. Hierdurch kann das Aminosäuremuster im Serum normalisiert und die hepatische Enzephalopathie gebessert werden. Allerdings werden durch den Einsatz der Speziallösungen die nutritive Effizienz und das Outcome der Patienten nicht verbessert.
  • Nennen Sie Vorteile der Einhaltung des Tag-Nacht-Rhythmus für Intensivpatienten.
    Schlaf ist entscheidend für die Erholung von Erkrankungen und beeinflusst die Wundheilung und zelluläre Immunfunktion positiv; es resultieren weniger Delirzustände.
  • Halten Sie routinemäßige bakteriologische Kontrollen beim Intensivpatienten für sinnvoll?
    Ja! Nur durch möglichst genaue Erfassung der Erreger ist eine gezielte Therapie möglich. Durch die Gewinnung einer ausreichenden Datenbasis an bakteriologischen Befunden wird eine angemessene Antibiotikatherapie ermöglicht.
  • Welche Vorteile bieten assistierende Beatmungsverfahren mit Erhalt eines Spontanatemanteils gegenüber der kontrollierten mechanischen Ventilation?

    Das Beibehalten eines Spontanatemanteils während der künstlichen Beatmung führt zu physiologischeren Ventilations-Perfusions-Verhältnissen, zu einer besseren Oxygenierung und geringerer physiologischer Totraumventilation.

  • Ist die kinetische Therapie bei ARDS effektiv? Welche Techniken werden eingesetzt?

    Ja! Der Wechsel zwischen Bauch- und Rückenlage (für 6-12 h), die kontinuierliche axiale Rotation in Spezialbetten und die Seitenlagerung sind gängige Verfahren.

  • Welche positiven Effekte können beim Beatmungspatienten durch Ambroxol und Acetylcystein erzielt werden?

    Hochdosiertes Ambroxol stimuliert die Surfactantbildung mit Reduktion von Dys- und Atelektasen. Acetylcystein verringert die Viskosität des Sekrets.

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