• Dr. Ruth Hecker © Helen Hecker

    Dr. Ruth Hecker, Stellvertretende Vorsitzende des APS © Helen Hecker

     

Der Weg zum souveränen Medienauftritt

„Es ist wichtig, authentisch zu sein und keine Rolle zu spielen!“

Die Thieme PR-Agentur bietet Experten aus Medizin und Wissenschaft Medientrainings an/Eine Teilnehmerin berichtet

Ob in sozialen Netzwerken, bei Zeitungsinterviews oder vor laufender Kamera – wer den Umgang mit den Medien beherrscht, ist klar im Vorteil. Doch das ist nicht immer einfach: Wenn Journalisten kritische Fragen stellen, kann es oft schwierig werden sich nicht verunsichern oder provozieren zu lassen. Nur wer geübt im Umgang mit Medienvertretern ist, kann seine eigene Botschaft in solchen Situationen klar positionieren. Um Experten aus Medizin und Wissenschaft dabei zu unterstützen, ihre Positionen – auch vor laufender Kamera – klar und kompetent zu vermitteln, hat die Thieme PR-Agentur ein eintägiges Medientraining entwickelt. Wichtiger Programmpunkt darin ist auch der Austausch mit Journalisten auf Augenhöhe, hier mit der Medizinjournalistin Dr. med. Martina Lenzen-Schulte und mit dem TV-Journalisten Dr. Alex Jakubowski. Das Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS), ein langjähriger Kunde, hat das Training zweimal für verschiedene Teilnehmer gebucht. Dr. Ruth Hecker, Stellvertretende Vorsitzende des Aktionsbündnisses Patientensicherheit e.V. (APS), berichtet im Interview von ihren Erfahrungen.

Frau Dr. Hecker, wie war das Medientraining für Sie? Welche Erfahrungen haben Sie daraus mitgenommen?

Das Medientraining war sehr beeindruckend für mich. So fand ich beispielsweise den ersten Part, in dem die Journalisten über die Wirkungsweise von Medien berichtet haben, sehr interessant. Dadurch habe ich gelernt, welche Nachrichten bei den Medienvertretern ankommen und welche nicht. So war für mich zum Beispiel neu, dass selbst die Qualitätsmedien häufig eine Patientengeschichte oder ein sonstiges Fallbeispiel als Aufhänger für eine Berichterstattung haben möchten. Mir war vorher gar nicht so klar, dass man auch bei diesen Medien mit einer sehr sachlichen Themendarstellung oft vergleichsweise wenig punktet.

Zudem waren die praktischen Übungen vor laufender Kamera äußerst hilfreich für mich. Bei den Statements habe ich gelernt, wie wichtig es ist, authentisch zu sein und „keine Rolle“ zu spielen. Als ich das aufgezeichnete Statement hinterher nochmal angesehen habe und wir in der Gruppe darüber sprachen, habe ich realisiert, wie ich in solchen Interviewsituationen wirke – und was ich noch verbessern könnte.

Wie haben Sie konkret von dem Medientraining profitiert?

Durch das Medientraining ist mein Auftreten Journalisten gegenüber viel selbstbewusster geworden. Als ich zum Beispiel vor Kurzem nach einer Pressekonferenz von einem Fernsehjournalisten vor laufender Kamera interviewt wurde, bin ich trotz der hohen Spontaneität der Situation ziemlich entspannt in das Interview gegangen. Das wäre für mich früher so nicht möglich gewesen!

Auch bei spontanen Telefoninterviews mit Journalisten habe ich gelernt, viel gelassener zu agieren. Früher dachte ich immer, dass ich eine perfekt vorgefertigte Antwort liefern muss. Dank des Medientrainings weiß ich jetzt, dass ich lieber authentisch sein und sozusagen bei „mir selbst“ bleiben sollte. Ich mache mir nun beispielsweise nicht mehr so viele Gedanken darum, wenn ich mich mal verhaspele.

Zudem habe ich gelernt, gut auf die Frage eines Journalisten einzugehen – also beispielsweise Teile seiner Frage nochmal zu wiederholen, um dann eine möglichst kompakte Antwort präsentieren zu können. So kann ich Journalisten in Hörfunk- oder Fernsehinterviews jetzt ein viel vollständigeres Material liefern als es früher möglich gewesen wäre.

Und die wichtigste Erkenntnis: Ich weiß nun, wie ich meine Botschaften wirkungsvoll transportieren kann.

Welchen Punkt im Medientraining fanden Sie besonders hilfreich?

Aus meiner Sicht war die Kombination aus dem theoretischem und dem praktischen Teil im Medientraining besonders sinnvoll. So fand ich es beispielsweise hilfreich zu erfahren, dass Redaktionen heutzutage sehr knapp besetzt sind und kaum noch mit festen Redakteuren arbeiten. Ich bin früher eher davon ausgegangen, dass sich Journalisten intensiv auf Artikel vorbereiten und viel Aufwand in die Recherche stecken können. Durch das Medientraining weiß ich, dass Journalisten heutzutage oft nur wenig Zeit für eine gute Hintergrundrecherche haben. Seitdem antworte ich Medienvertretern viel komplexer als früher– und gebe ihnen zum Beispiel auch mehr Hintergrundinformationen an die Hand.

Und im praktischen Teil war natürlich das Üben, Üben, Üben unschlagbar. Da alles gefilmt wurde, konnte ich das kompetente Feedback der Kursleiter und der Journalisten gut nachvollziehen und umsetzen.