Die Empathisten: Unser Kind sagt uns, was es braucht!

Empathisten machen alles für ihr Baby. Sie orientieren sich konsequent an seinen Bedürfnissen, sie füttern es und lassen es schlafen, wann es will. Sie passen ihr Leben an den Rhythmus ihres Babys an. Empathisten vertrauen Ihrem Kind, dass es sich richtig entwickelt und sind geduldig, wenn ein Entwicklungsschritt mal länger braucht. Und sie vertrauen ihrer Intuition und ihrem Gefühl. Ratgeber interessieren sie meist nicht besonders. Sie verstehen ihr Kind ein­fach am besten. Daher tun sie sich auch oft schwer, einen Babysitter zu engagieren – wie soll der die Eigenarten und die Sprache ihres Babys verstehen? Regeln gibt es bei Empathisten kaum. Sie lassen ihr Kind essen, wie es will (lieber putzen sie danach die ganze Wohnung und ziehen es komplett um) und sie geben ihrem Kind das zu essen, was es am liebsten mag (auch wenn es nicht gerade der aktuellen Empfehlung der Kinderärzte entspricht). Und schlafen darf das Empathisten-Baby natürlich auch, wo es will. Meistens schläft es im Elternbett oder zumindest im Babybalkon unmittelbar daneben.

Empathisten erkennt man daran, dass sie auf der Straße mit dem einen Arm ihr Baby tragen und mit der anderen Hand den Kinderwagen schieben. Sie versu­chen immer, ihrem Kind die komforta­belste Position zu ermöglichen – auch wenn das den eigenen Komfort stark einschränkt. Nie würden sie ihr Kind weinend auch nur eine Sekunde im Kin­derwagen vor sich her schieben. Wenn es sein muss, setzen sie sich mitten auf den Gehweg, um ihr Baby zu stillen – es hat ja gerade Hunger. Empathisten würden ihr Baby niemals wecken, weil sie zum Beispiel zu einem Arzttermin müssen. Da wird lieber der Termin verschoben. Für Freunde oder andere Beteiligte kön­nen Empathisten manchmal anstrengend sein. Das Wohlbefinden des eigenen Kindes wiegt in der Regel deutlich mehr als die Bedürfnisse oder Wünsche der anderen.

Empathisten-Eltern haben den Vorteil, dass sie ihre Kinder sehr gut kennen und verstehen. Sie beachten ihre Bedürfnisse und Vorlieben und die Kinder haben so die Möglichkeit, ihre Einzigartigkeit voll und ganz zu entfalten. Empathisten richten sich absolut nach ihrem Baby – dadurch besteht die Gefahr, dass sie selbst zu kurz kommen. Zum Beispiel kann es dauern, bis sich ein regelmäßiger Rhyth­mus bei den Kindern einstellt. Dieser ist dann nicht unbedingt mit dem Berufsleben zu vereinbaren bzw. passt vielleicht nicht zu den eigenen Bedürfnissen. Empathisten sollten daher darauf achten (zumindest mittelfristig), dass sie ihre Bedürfnisse nicht allzu sehr vernachläs­sigen. Denn Kinder haben ein starkes Bedürfnis nach zufriedenen Eltern!