Schmiermittel Fette

Fette sind besser als ihr Ruf. Einige Vitamine beispielsweise benötigen unbedingt Fette, damit sie vom Körper überhaupt verwertet werden können. Außerdem sind Fette ein wichtiger Geschmacksträger, das heißt, der Geschmack eines Lebensmittels kommt mit etwas Fett noch mehr zu Geltung. Probieren Sie doch fettarmen Käse im Vergleich zu einem etwas fetteren Produkt. Der fettere Käse wird Ihnen in der Regel besser schmecken. Doch auch das Gehirn benötigt Fette, sie sind wichtig für die Datenübertragung. Das Gehirn besteht zu 50 % aus Fettbestandteilen. Diese haben Gerüst- und Schmiermittelfunktionen sowie eine spezifische Bindungsfähigkeit für Nervenbotenstoffe.  

Bausteine Fettsäuren  

Fette bestehen aus den sogenannten Fettsäuren, chemisch gesehen Moleküle mit langen Kohlenwasserstoffketten. Besonders wichtig in unserem Zusammenhang mit der Gehirnfunktion sind die mehrfach ungesättigten Fettsäuren.

Ungesättigte Fettsäuren  

Ungesättigte Fettsäuren beeinflussen die Größe des Gehirns und die Menge der Zellen und sind so maßgeblich am Lernvermögen eines Menschen beteiligt. Am wichtigsten sind hier die essenziellen Omega-3-Fettsäuren und die Omega-6-Fettsäuren. Essenziell bedeutet wieder, dass der Körper diese Fettsäuren nicht selber bilden kann und wir sie daher über die Nahrung zu uns nehmen müssen.

Omega-3-Familie  

Hier sollen als Erstes die Omega-3-Fettsäuren betrachtet werden. Stellen wir uns diese als Familie vor, so ist die Mutter der Omega-3-Fettsäuren die Alpha-Linolen-Säure, die zur Eicosapentaensäure (EDA) und zur Docosahexaensäure (DHA) umgewandelt wird. Omega-3-Fettsäuren spielen besonders für die Gehirnentwicklung des Ungeborenen und des Säuglings eine entscheidende Rolle. Doch auch später sind ausreichende Mengen an Omega-3-Fettsäuren wichtig. Es wird vermutet, dass Omega-3-Fettsäuren vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen können sowie vorbeugend wirken gegen Depression und die Alzheimerkrankheit. 20 % des Fettes im Gehirn bestehen aus Docosahexaensäure. Diese sorgt als Bestandteil der Zellmembranen dafür, dass die Nervenzellen in der Lage sind, elektrische Impulse zu übertragen. Außerdem schützt sie das Nervensystem vor altersbedingten Schädigungen.

Einkaufstipp: Linolensäure finden wir in erster Linie in grünem Blattgemüse wie Spinat, Linsen und Walnüssen, aber auch Walnussöl, Rapsöl oder Sojaöl. EPA und DHA hauptsächlich gibt es vor allem in Fischsorten wie Hering, Makrele und Lachs.

Omega-6-Familie  

Für eine optimale Gehirnfunktion sind aber nicht nur Omega-3-Fettsäuren, sondern auch Omega-6-Fettsäuren wichtig. Die Mutter der Omega-6-Familie ist die Linolsäure, aus der im Körper die Arachidonsäure gebildet wird.  

Einkaufstipp: Die wichtigsten Quellen für Linolsäure sind pflanzliche Öle wie Sonnenblumenöl, Maiskeimöl und Sojaöl. Arachidonsäure ist in tierischen Produkten wie Fleisch und Milch enthalten.

Die Dosis macht die Wirkung

Trotz der positiven Wirkungen ist die zugeführte Menge an Fettsäuren entscheidend. Denn eine zu hohe Aufnahme an Omega-6-Fettsäuren kann die Omega-3-Fettsäuren in ihrer Arbeit behindern und das Nervensystem sogar schädigen. Meist nehmen wir Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren in einem Verhältnis von 20:1 auf. Empfehlenswert wäre eine Zusammensetzung von 5:1, damit beide Nährstoffe optimal wirken können. Besonders bei Kindern, deren Organismus noch wächst, spielt die Zusammensetzung der Fette in der Nahrung für die Gehirnentwicklung eine bedeutende Rolle. Setzen Sie daher öfter pflanzliche Fette statt tierischer Fette zum Kochen ein!  

Einkaufstipp: Greifen Sie häufiger zu Raps- und Walnussöl statt Sonnenblumen- und Maiskeimöl und essen Sie öfter fetten Fisch wie z. B. Makrelen oder Lachs!

Quelle

  • Schlaufuchs
     

Schlaufuchs-Tipp

Besonders gut untersucht ist der Einfluss der Omega-3-Fettsäuren auf die Gehirnentwicklung. Hier scheint es sicher zu sein, dass eine ausreichende Versorgung der Mutter mit Omega-3-Fettsäuren während der Schwangerschaft und Stillzeit zu einer Verbesserung der Sehfähigkeit und der geistigen Leistungsfähigkeit des Kindes führen.

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