Das andere Verständnis der frühen kindlichen Entwicklung

Worum geht es bei dem neuen Verständnis? Im Folgenden finden Sie eine Auflistung einiger Grundprinzipen der kindlichen Entwicklung.

  • Vom ersten Tag ihres Lebens an sind Kinder unverwechselbare Persönlichkeiten und höchst perfekt mit allem versehen, was der jeweilige Entwicklungsstand von ihnen fordert. Kinder entwickeln sich individuell und daher auch unterschiedlich, also variabel, im Vergleich zu allen anderen Kindern.
  • Kinder sind Anpassungskünstler. Sie orientieren sich in ihrer Entwicklung perfekt an der Umwelt und an den kulturellen und sozialen Bedingungen, in die sie hineingeboren wurden.
  • Kinder sind von Geburt an hoch begabte Kommunikatoren. Sie versuchen mit allen Mitteln, die ihnen zur Verfügung stehen, andere Menschen zu einem „Dialog“, zu einem „Gespräch“ zu verführen.
  • Kinder streben nach „Teilhabe“ und „Teilnahme“ am Leben ihrer Familie und das mit Power.
  • Kinder lernen vor allem durch Nachahmung. Sie ist der stärkste, angeborene Lernfaktor überhaupt. Mit der Nachahmung vonVorbildern gelingt es Kindern am besten und schnellsten, teilzuhaben und teilzunehmen.
  • Kinder scheuen keine Konflikte. Der Drang zur Nachahmung, zur Imitation ist so stark, dass er, besonders in den ersten Lebensjahren, in Konflikt mit dem Denken und Handeln der Erwachsenen gerät, Konflikte, die dann allzu rasch als Trotzphase missverstanden werden.
  • Kinder wollen verstehen. Damit beginnen sie sofort nach der Geburt. Sie versuchen, Geschehnisse und Erfahrungen einzuordnen, die ihren täglichen Tagesablauf bestimmen. Sie bilden dazu „Theorien“, mit denen sie neue Erfahrungen in ihrem Gedächtnis sinnvoll einspeichern können.
  • Erzieherische Konflikte ergeben sich meist aus den angeborenen Eigenschaften der „Teilnahme“ und der „Nachahmung“ (Imitation), deren starke Triebfedern von Erwachsenen kaum wahrgenommen, geschweige denn verstanden werden.
  • Weil Kinder „teilhaben“ wollen, gebühren ihnen Zuwendung, Verständnis und Respekt, wie anderen Mitmenschen auch. Dass sie auf ihrem Weg in ein teilhabendes und aktives Leben auf unsere Hilfe in besonderem Maße angewiesen sind, mindert nicht im Geringsten ihre Forderung nach Akzeptanz und Würdigung ihrer Persönlichkeit vom ersten Lebenstag an.