Kraftstoff Kohlenhydrate

Kohlenhydrate sind die wichtigsten Energielieferanten für unser Gehirn. Und da eine regelmäßige Energiezufuhr von entscheidender Bedeutung für die Hirnleistung ist, ist es gut, sich über diese »Powerlieferanten« zu informieren. Im üblichen Sprachgebrauch werden unter Kohlenhydraten »Zucker« verstanden. Doch Zucker ist nicht gleich Zucker. Bei den Kohlenhydraten lassen sich die einfach zusammengesetzten Kohlenhydrate (Einfachzucker und Zweifachzucker) und die komplexen Kohlenhydrate – die Mehrfachzucker – unterscheiden.

Zu den Einfach- und Zweifachzuckern werden Glukose (Traubenzucker) oder Fruktose (Fruchtzucker) gezählt, aber auch Saccharose (Rohrzucker) und Laktose (Milchzucker). Sie können sich diese Zucker wie Ketten vorstellen, die nur aus wenigen Gliedern bestehen, also ganz kurz sind. Es ist daher für den Körper ein Leichtes, diese schnell in die einzelnen Bausteine zu zerlegen – in Glukosemoleküle.

Diese werden ans Blut abgegeben und stehen so den Zellen zur Verfügung. Die Konsequenz ist, dass der Blutzuckerspiegel durch dieses schnelle Aufspalten sehr rasch ansteigt. Ein hoher Blutzuckerspiegel bewirkt ein starkes Ausschütten des Hormons Insulin, wodurch die Glukose sehr rasch aus dem Blut in die Zellen transportiert wird, dadurch sinkt der Blutzuckerspiegel wieder rasch ab. Sie finden diese Kohlenhydrate in Haushaltszucker und Honig sowie in Früchten.

Zu den Mehrfachzuckern zählt unter anderem die Stärke, wie wir sie in Getreide, Getreideprodukten und Kartoffeln finden. Ein Stärkemolekül besteht aus einer langen Kette aneinandergereihter Zuckermoleküle, daher dauert es auch lange, bis diese in die einzelnen Glieder zerlegt ist. Die Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel sind folgende: Da die Glukose als kleinster Baustein nur langsam ans Blut abgegeben werden kann, steigt der Blutzuckerspiegel nur langsam an. Er fällt aber auch nicht so rasch wieder nach unten, da über einen längeren Zeitraum Glukose ans Blut abgegeben wird.

Diese Wirkung verschiedener Kohlenhydrate aus unterschiedlichen Nahrungsmitteln auf den Blutzuckerspiegel wird mit dem glykämischen Index beschrieben:

  • je höher der glykämische Index ist, umso schneller gehen die Zuckerbausteine ins Blut,
  • je niedriger der glykämische Index ist, umso länger dauert es, bis alle Zuckerbausteine im Blut ankommen.

Das Ziel einer gehirnoptimalen Ernährung ist es, möglichst viele Kohlenhydrate mit einem niedrigen glykämischen Index zu essen (z. B. Getreide, Vollkornprodukte wieVollkornbrot, Müsli). Für unser Gehirn ist eine regelmäßige Versorgung mit Glukose für eine optimale Leistungsfähigkeit Bedingung.

Die meisten Zellen und Organe in unserem Körper können auch auf andere Energiequellen zurückgreifen, nicht so unser Gehirn. Dieses ist ausschließlich auf Glukose angewiesen Die Tabelle zeigt, worin die verschiedensten Zucker bzw. Kohlenhydrate enthalten sind.

Zuckerarten und ihre Quellen

Zuckerart   Vorkommen
Einfach- und Zweifachzucker  
Glukose (Traubenzucker) Früchte, Honig
Fruktose (Fruchtzucker) Früchte, Honig
Saccharose (Rohrzucker, »Haushaltszucker«) Zuckerrüben, Zuckerrohr
Laktose (Milchzucker) Milch, Milchprodukte
Mehrfachzucker  
Amylose und Amylopektin (Stärke) Getreide, Kartoffeln


Hier finden Sie eine Liste der wichtigsten kohlenhydratreichen Lebensmittel und der wichtigsten Aminosäuren und wie sie wirken.

Quelle

  • Schlaufuchs
     

Schlaufuchs-Tipp

Verzichten Sie darauf, Ihrem Kind Traubenzucker zu einer Prüfung mitzugeben. Zur schnellen Konzentrationssteigerung bei Prüfungen oder beim Lernen ist dieser nicht ideal. Besser ist ein Stück Obst oder ein Fruchtsaftgetränk. Auch diese lassen den Blutzuckerspiegel relativ rasch ansteigen und verbessern die Konzentration Dadurch, dass der Blutzuckerspiegel aber nicht so rasch sinkt, sinkt auch die Konzentration nicht so rapide wieder ab. Durch richtige Ernährung können Sie den Blutzuckerspiegel Ihres Kindes direkt regulieren, wodurch die Qualität und die Dauer der geistigen Leistung verbessert werden.

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