Reflexe

Ihr Neugeborenes kommt mit einer Reihe von angeborenen Reflexen auf die Welt, die in den ersten Wochen einen deutlichen Einfluss auf seine Bewegungen haben.

Überlebenssicherung  

Zu den reflexgesteuerten Handlungen, die das Überle­ben sichern, gehören natürlich die Atmung und alles rund um die Nahrungsaufnahme: das Suchen bzw. Finden der Brust, das Saugen und das Schlu­cken. Liegt Ihr Kind in Bauch­lage auf Ihrem Bauch, findet es dank seines guten Geruchs­sinns Ihre Brust und kann sich eigenständig bewegen, um sich zur Warze hin zu schieben. Neugeborene können ihren Kopf der Brust zuwenden, die Haltung so einnehmen, dass sie gut Luft bekommen, und haben einen ausgeprägten Saugreflex.  

Wenn Ihr Baby erschrickt, wird der sogenannte Mororeflex ausgelöst. Legen Sie aus Versehen Ihr Neugeborenes etwas schnell in Rückenlage auf die Unterlage ab, lösen Sie vielleicht diesen Reflex aus: Ihr Kind macht den Mund auf, zieht die Arme ruckartig nach oben und spreizt die Finger ab. Dann „sammelt“ es alles wieder ein: Der Mund geht zu, die Arme werden zurück zum Kör­per geführt und die Fingerchen schließen sich. Dieser Reflex ist überlebenswichtig für Ihr Neu­geborenes, denn er ermöglicht z. B. den ersten Atemzug.  

Schutzreflexe  

Als Schutzreflexe bezeichnet man Niesen, Blinzeln, Auf­stoßen sowie das Husten bei Verschlucken. Wären diese Reflexe nicht von Anfang an ausgeprägt, wäre Ihr Kind von Geburt an sehr gefährdet. In Rücken- und Bauchlage legt Ihr Baby den Kopf immer auf die Seite, damit die Nase frei ist zum Atmen.  

Stabilisierung  

Die dritte Gruppe der Reflexe hat mit der Stabilisierung des Körpers zu tun und zeigt Ansät­ze von späteren Bewegungs­mustern. Für Sie als Eltern ist natürlich der Greifreflex un­übersehbar. Würden Sie nach der Geburt Ihrem Baby einen Stab mit geeignetem Durch­messer in die Händchen geben, könnten Sie Ihr Baby fast etwas von der Unterlage hochziehen, ohne dass es den Greifreflex lösen würde. Und immer wieder sind Eltern begeistert, wenn im Rahmen der U2 ihre Kinder über die Wickelunterla­ge „schreiten“. Diese Reflexe sind zum einen wichtig für das Gleichgewicht und die Stabi­lität der Körperhaltung, zum anderen auch zur Ausbildung der Motorik. Sie fördern den Wandel zu Einzelbewegungen z. B. der Hände und Finger. Im Rahmen der Vorsorgeun­tersuchungen gibt die Reflex­prüfung wichtige Hinweise auf die gesunde Entwicklung Ihres Kindes. Die Reflexe geben Aufschluss über die Ausbildung des Gehirns und des Zentral­nervensystems. Viele Reflexe müssen erst verschwinden, da­mit Ihr Kind gezielte Bewegun­gen ausführen kann. So muss zum Beispiel der Greifreflex, mit dem Ihr Neugeborenes ei­nen Gegenstand umklammert, verschwunden sein, damit Ihr Kind Gegenstände loslassen und aktiv greifen kann.

Quelle

Entspannt erleben: Babys 1. Jahr
Hebammengemeinschaftshilfe e.V, Ursula Jahn-ZöhrensEntspannt erleben: Babys 1. Jahr

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