Ruhe bewahren: Schritt 1

STOPP!

Schritt 1 in Sachen Wutkontrolle heißt: »STOPP!«. Sobald Sie merken, dass Wut in Ihnen aufsteigt, ziehen Sie die Notbremse. Ziel ist es, die Wut nicht eskalieren und außer Kontrolle geraten zu lassen.  

Wenn die Wut Ihre Worte und Taten erst einmal im Griff hat, werden die weiteren Konsequenzen unerfreulich und Erziehungsmaßnahmenunwirksam sein. Sie werden Ihrem Kind dann nicht das beibringen können, was es lernen soll. Ihr Kind wird nicht die Bedeutung Ihrer Worte begreifen, sondern es wird von Ihrer Wut überrollt. Die Aufmerksamkeit Ihres Kindes wird von dem Wutausbruch gebannt sein und nicht von dem, was Sie ihm vermitteln wollen. Wenn Sie der Wut Einhalt gebieten und etwas warten, können Sie Ihre Lektion viel wirksamer überbringen. In ruhigem, kontrolliertem Zustand können Sie vernünftig handeln und werden Ihr gesetztes Ziel viel eher erreichen.    

Es ist eine Tatsache, dass wir Eltern immer mal wieder wütend, genervt und frustriert auf unsere Kinder reagieren und dass wir dabei die Stimme erheben. Eine kurze Episode dieser Art ist auf beiden Seiten schnell vergessen und richtet keinen Schaden an. Doch sobald Sie merken, dass Sie in Ihrer Wut Ihre Worte und Taten nicht mehr unter Kontrolle haben, ist die Situation kritisch.  

Sobald Sie diesen Kontrollverlust feststellen – STOPP! Selbst wenn Sie mitten in einem Satz sind – STOPP! Denken Sie Ihren Gedanken möglichst nicht zu Ende – außer wenn Sie sich sagen: »Jetzt ist es gleich soweit.«. Wenn Sie sich bewegen – STOPP! Legen Sie eine STOPP!-Geste fest, die als physische Not bremse für Ihre Emotionen dient und auch für Ihr Kind ein Erkennungszeichen ist, dass die Wut wächst und außer Kontrolle geraten könnte. Eine gute STOPP!-Geste ist es, die Hände auf Höhe des Gesichts zu heben, alle Finger ausgestreckt und die Handflächen nach vorne gewandt. So als wollten Sie die Wut von sich wegschieben. Und gleichzeitig sagen Sie das Wort »Stopp!«. Und zwar laut und deutlich. Die Kombination von Sprache und Geste hat zweierlei Gründe. Die physische Bewegung hilft Ihnen, Ihren Aktionen Einhalt zu gebieten, und signalisiert Ihrem Kind, dass Sie zu wütend sind, um weiterzumachen.  

Das verbale STOPP! ist an Sie selbst gerichtet. Es soll nicht die Aktionen bzw. das Fehlverhalten Ihres Kindes beenden, das kann es nicht. Ihr Kind wird wahrscheinlich weiter brüllen, weiter trotzen, weiter sein Geschwisterchen piesacken etc. Ziel ist es hier, dass Sie selbst sich abregen, ruhiger werden und dann besser mit dem Fehlverhalten Ihres Kindes umgehen können. Wenn Sie Glück haben, kann das STOPP! mit der Zeit auch das Verhalten Ihres Kindes stoppen; auch Ihr Kind lernt, dass das STOPP! kein Zeichen zum Weitermachen ist, sondern ganz im Gegenteil: eine Notbremse.  

Ich empfehle Eltern stets, das Kind im Voraus darauf vorzubereiten. Sprechen Sie mit Ihrem Kind, weihen Sie es in Ihren neuen Plan ein. Das könnte sich so anhören: »Mami möchte nicht wütend werden und dich anschreien. Wenn ich merke, dass ich wütend werde, hebe ich die Hände hoch und sage »STOPP!«.Das bedeutet, dass ich kurz vor dem Explodieren bin und dann nicht mehr weiterreden werde, sondern versuche, mich zu beruhigen. « Heben Sie die Hände und zeigen Sie Ihrem Kind, was Sie in der zukünftigen Situation tun werden. Den Plan vorab zu erklären hat zwei Vorteile. Zum einen weiß Ihr Kind, was es erwartet und warum Sie so handeln – also wird es nicht überrascht oder überrumpelt sein. Zum anderen zeigen Sie Ihrem Kind mit diesem Plan einen wirksamen Weg, mit seinen eigenen Wutgefühlen umzugehen.  

Wut ablassen – aber nicht am Kind!  

Was ist, wenn Sie so wütend sind, dass Sie kurz davorstehen, Ihr Kind zu schlagen, und nicht in der Lage sind, die STOPP!-Geste durchzuführen? In diesem Fall leiten Sie Ihre physische Reaktion in lautes Klatschen um. Ja, Sie haben richtig gelesen! Wenn Sie so wütend sind, dass es Sie sprichwörtlich »in den Fingern juckt«, klatschen Sie einfach in die Hände. Laut und fest. Und drücken Sie dabei Ihre Wut verbal aus. Versuchen Sie es mal, am besten sofort. Tun Sie so, als wären Sie wütend, und teilen Sie Ihrem imaginären Kind mit, wie Sie sich fühlen. (»OH! Ich bin gerade so schrecklich wütend!!!«) Sie werden sehen, dass das Klatschen Ihrem Kind eine klare Botschaft vermittelt.              

Quelle

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