Zöliakie kindgerecht erklärt

Wie erkläre ich meinem Kind, was ihm eigentlich fehlt?

Zuerst erscheint mir eine altersgemäße Antwort wichtig, die das Kind versteht und es weder verängstigt noch überfordert. Als bei Marleen Zöliakie diagnostiziert wurde, haben wir ihr gesagt, dass sie auf Weizen allergisch ist und davon Bauchschmerzen und Durchfälle bekommt.

Mit dieser Erklärung hat sie sich bisher auch zufrieden gegeben. In den nächsten Jahren werden sicherlich weitere und differenziertere Fragen kommen, auf die wir wieder alters- und wahrheitsgemäß antworten werden. Sie fragen sich nun bestimmt, wie Sie Ihr Kind dafür sensibilisieren, was es essen darf und was nicht?

Hierfür gibt es natürlich kein Patentrezept. Bei Marleen war es so, dass sie schon immer gerne in der Küche mitgeholfen und gekocht hat, und so haben wir es auch beibehalten. Damit war es leicht, ihr spielerisch beizubringen, was sie ab jetzt essen darf und was sie meiden muss. So schneidet sie gerne Obst und Gemüse und macht daraus Salate. Sie ist auch eine leidenschaftliche Bäckerin und füllt mit mir glutenfreie Maultaschen oder paniert Schnitzel mit glutenfreiem Paniermehl.

Mit jedem Einkauf und jedem Mitkochen hat sie ein bisschen mehr dazu gelernt, was sie essen darf und worauf sie bei der Zubereitung achten muss. Sie weiß auch, dass sie Lebensmittel, die mit der durchgestrichenen Ähre versehen sind, problemlos essen kann. Ich war völlig verblüfft, wie schnell Marleen dies gelernt und auch die Nahrungseinschränkung akzeptiert hat.  

Wir achten immer darauf, dass Marleen nicht bemitleidet wird und ihre Erkrankung in Gesprächen keinen zu großen Wert erhält. Mitmenschen, die Marleen bedauern oder sich ausführlich über ihre Erkrankung unterhalten wollten, weisen wir immer freundlich aber bestimmt darauf hin, dass Marleen ein ganz normales, fröhliches Mädchen ist und Zöliakie und Diabetes für sie eine Herausforderung sind, aber keine Behinderung. Ich glaube, das tut ihr immer gut.

Auch wir behandeln Marleen nicht anders als ihren Bruder, da wir der festen Überzeugung sind, dass sie keine Sonderrolle benötigt und will.

  • Wenn mich meine Freundinnen fragen, warum ich nicht alles essen darf, sage ich immer: »Ich bin gegen Weizen allergisch und esse anderes Brot und Nudeln als ihr. Kartoffeln und Reis darf ich wie ihr essen. Zöliakie ist nicht ansteckend.«

     
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  • Die DZG (Deutsche Zöliakie Gesellschaft) führt das »Glutenfrei-Symbol« als eingetragenes Warenzeichen in Deutschland und vergibt es an nationale Hersteller und Vertriebe glutenfreier Lebensmittel.