Kennen Sie die Antwort?

  • Warum ist die Welt grün?

    Die "green world hypothesis" befasst sich mit der Frage, warum terrestrische Lebensräume oft überwiegend grün sind, d.h. warum die Vielzahl an grünen Pflanzen nicht durch herbivore Tiere, z.B. Insekten wie Käfer oder Schmetterlingsraupen, gefressen werden. Nach der Hypothese können herbivore Tiere die Pflanzen nicht top-down kontrollieren, weil sie selber top-down durch carnivore Tiere, wie räuberische Insekten oder Parasitoide kontrolliert werden.

  • Welche Erkenntnisse stützen die Hypothese der Biochemischen Koevolution zwischen Pflanzen und Herbivoren?

    1. Angiosperme Pflanzen, herbivore Insekten und sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe zeichnen sich durch eine extrem hohe Diversität aus. 2. Jede Pflanzenart besitzt mindestens eine Sorte von Inhaltsstoffen in höherer Konzentration. 3. Die meisten Pflanzenarten sind für die meisten Insektenarten ungenießbar. 4. Für die meisten Pflanzenarten gibt es spezialisierte Insekten, die mit den jeweiligen Pflanzeninhaltsstoffen zurechtkommen. 5. In manchen taxonomischen Gruppen gibt es bemerkenswerte Übereinstimmung in der Phylogenie von Pflanzenarten und den auf sie spezialisierten Insektenarten.

  • Wie können Pheromone zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden?

    Pheromone können in Pheromonfallen zum Massenfang (mass trapping) oder zur Befallskontrolle (monitoring) eingesetzt werden. Eine weitere Methode besteht in der Verhinderung der Partnerfindung durch Pheromonquellen mit der sogenannten Verwirrungsmethode.

  • Wer ist die "Rote Königin"?

    Die "Red Queen"-Hypothese bezeichnet das evolutionäre Wettrüsten zwischen Wirten und ihren Pathogenen und Parasiten oder allgemeiner jedes evolutionäre Wettrüsten in trophischen Beziehungen. Nach dieser Hypothese sind permanente evolutionäre Veränderungen bei Opfern und Konsumenten erforderlich, um nicht im Wettlauf zu unterliegen und letztendlich auszusterben.

  • Was versteht man unter Top-down- und Bottom-up-Kontrolle?

    Top-down-Kontrolle:Kontrolle durch die höhere trophische Ebene, z.B. die Kontrolle von Pflanzen durch pflanzenfressende Insekten oder die Kontrolle von Pflanzenfressern durch Räuber. Bottom-up-Kontrolle:Kontrolle der Dichte der Konsumenten durch die darunter liegende trophische Ebene. Reduziert sich die Dichte der Beute, so führt dies zu vermehrter Konkurrenz bei den Feinden, deren Population sich infolgedessen ebenfalls reduziert.

  • Definieren Sie Parasiten, echte Räuber, Mikroprädatoren und Parasitoide!

    Parasiten attackieren jeweils nur ein Individuum, welches sie meist am Leben lassen. Echte Räuber greifen in ihrem Leben mehrere bis zahlreiche Individuen an, die sie immer töten. Mikroprädatoren konsumieren nur Teile ihrer Opfer, die sie am Leben lassen. Parasitoide greifen in ihrem Leben nur einen Wirt an, den sie töten.

  • Worin besteht der Unterschied zwischen Hormonen und Pheromonen?

    Hormone sind Botenstoffe, die Informationen zwischen Organen innerhalb eines Körpers transportieren. Im Gegensatz dazu werden Pheromone nach Außen abgegeben und transportieren Informationen zwischen Individuen derselben Art.

  • Was versteht man unter einer ESS?

    Eine ESS ist eine evolutionär stabile Strategie (evolutionary stable strategy). Darunter versteht man v.a. Verhaltensstrategien, die sich unter bestimmten ökologischen Bedingungen im Laufe der Evolution durchsetzen und erhalten bleiben.

  • Erläutern Sie das Konkurrenz-Ausschluss-Prinzip und beschreiben Sie, unter welchen Bedingungen Arten mit ähnlichen Ansprüchen koexistieren können!

    Konkurrenz-Ausschlussprinzip:Auf Dauer können im gleichen Lebensraum keine zwei Arten leben, die exakt die gleichen Ressourcen nutzen. Koexistenz ist möglich, wenn sich die ökologischen Nischen der Arten mindestens in Bezug auf einen Faktor unterscheiden ("Einnischung"), wenn der Lebensraum zeitlich oder räumlich heterogen ist, wenn Feinde die Dichte der Konkurrenten reduzieren oder wenn die innerartliche Konkurrenz größer als die zwischenartliche Konkurrenz ist.

  • Erläutern Sie die Begriffe "r-Stratege" und "K-Stratege"!

    r-Strategen investieren weniger Biomasse in das eigene Wachstum als in die Nachkommenschaft. Sie weisen eine hohe Reproduktionsrate auf, Körpergewicht, Lebensdauer und Konkurrenzfähigkeit sind gering. Sie kommen oft in gestörten, kurzlebigen Lebensräumen vor. K-Strategen investieren weniger Biomasse in die Nachkommenschaft als in das eigene Wachstum. Sie weisen eine geringe Reproduktionsrate und betreiben oft intensive Brutpflege. Körpergewicht, Lebensdauer und Konkurrenzfähigkeit sind hoch. K-Strategen kommen vor allem in stabilen, langlebigen Lebensräumen vor. Zwischen beiden Typen gibt es Übergänge.

  • Welche populationsökologischen Prozesse bewirken Veränderungen der Populationsgröße?

    Die Geburten- (b) und Sterberate (m) bestimmen die Wachstumsrate nach der Gleichung r = b - m). Darüber hinaus führen Einwanderung zur Populationszunahme und Auswanderung zur Populationsabnahme.

  • Was versteht man unter der Log-Phase des Populationswachstums und wodurch geht das Populationswachstum in ein gedämpftes Wachstum über?

    Die Log-Phase folgt auf die Lag-Phase. Sie besteht aus einer Phase exponentiellen Wachstums. Dichteabhängige Faktoren (Konkurrenz, Nahrungsmangel, Krankheiten.) führen später zu einer Dämpfung des Wachstums auf eine Populationsgröße von K (Umweltkapazität).

  • Nennen und erklären Sie die beiden einfachsten Modelle des Populationswachstums!

    Exponentielles Wachstumsmodell: Wachstum ohne Grenzen mit dichteunabhängiger, konstanter Zuwachsrate. Logistisches Wachstumsmodell:Gedämpftes Wachstum mit dichteabhängiger, linearer Zuwachsrate

  • Erläutern Sie das Hardy-Weinberg-Gesetz und seinen Gültigkeitsbereich!

    Das Hardy-Weinberg-Gesetz geht davon aus, dass in einer hinreichend großen Population die relativen Genhäufigkeiten unbegrenzt lange erhalten bleiben. Das Gesetz gilt allerdings nur für Idealpopulationen, also nur bei zufallsgemäßer Paarung, ohne Mutation und ohne Selektion. In realen Populationen ändern sich die relativen Genhäufigkeiten und führen zu evolutiven Veränderungen.

  • Nennen Sie Parameter, welche die Struktur einer Population charakterisieren!

    Anzahl der Individuen (Populationsdichte, Populationsgröße), Größen- und Geschlechterverteilung, Altersstruktur, Dispersion.

  • Was versteht man unter einer "Population"?

    Unter einer Population versteht man eine Gruppe von Individuen einer Art, die in einem bestimmten Areal leben und zwischen denen ein genetischer Austausch besteht.

Taschenlehrbuch Biologie: Ökologie, Biodiversität, Evolution
Katharina Munk, Ulrich Brose, Inge Kronberg, Bernhard Misof, Gunvor Pohl-ApelTaschenlehrbuch Biologie: Ökologie, Biodiversität, Evolution

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